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Zahl der Ereignisse 1970-2010 © swissre.com

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:: 2010 ein Jahr der verheerenden und teuren Ereignisse

+ 31.03.2011 + Neue sigma-Studie von Swiss Re: Natur- und Man-made-Katastrophen verursachten wirtschaftliche Schäden von 218 Mrd. USD und kosteten die Versicherer43 Mrd. USD.

Gemäß der jüngsten sigma-Studie von Swiss Re betrugen die wirtschaftlichen Schäden aus Natur- und Man-made-Katastrophen im Jahr 2010 218 Mrd. USD. Die Schadensumme hat sich damit gegenüber den 68 Mrd. USD des Jahres 2009 mehr als verdreifacht. Die Kosten für die globale Versicherungswirtschaft beliefen sich auf über 43 Mrd. USD, was einem Anstieg um mehr als 60% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Rund 304 000 Menschen starben bei diesen Ereignissen, die höchste Zahl seit 1976.

 

Im Jahr 2010 forderten schwere Katastrophen wesentlich mehr Menschenleben als im Vorjahr: Insgesamt waren fast 304 000 Todes- opfer zu beklagen, gegenüber 15 000 im Jahr 2009. Die meisten Menschenleben forderte im Januar 2010 das Erdbeben in Haiti mit mehr als 222 000 Toten. Rund 56 000 Menschen starben im Sommer infolge der Hitzewelle in Russland. Die Überschwemmungen in China und Pakistan kosteten im Sommer über 6 200 Menschen das Leben.

 

Naturkatastrophen belasteten die weltweite Versicherungswirtschaft im Jahr 2010 mit rund 40 Mrd. USD und Man-made-Katastrophen sorgten für weitere Schäden in Höhe von über 3 Mrd. USD. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatte die Summe aller Versicherungsschäden 27 Mrd. USD betragen. Lucia Bevere, eine Mitautorin der Studie, merkte an: „In Nordamerika waren die versicherten Schäden 2010 mit über 15 Mrd. USD am höchsten. Obwohl die Hurrikanschäden sehr gering waren, da das Festland der USA von Hurrikanen weitgehend verschont blieb, richtete eine Reihe von  Stürmen geringerer Stärke im Laufe des Jahres erhebliche Schäden an.“

Hohe Erdbebenschäden

2010 entfiel fast ein Drittel der Katastrophenschäden auf Erdbeben. Die beiden teuersten Ereignisse des Jahres waren die Erdbeben in Chile (Februar) und in Neuseeland (September). Sie führten zu versicherten Schäden von schätzungsweise 8 Mrd. USD bzw. 4,4 Mrd. USD. Die Naturkatastrophenschäden 2010 entsprachen aufgrund der ungewöhnlich geringen Hurrikanschäden in den USA und trotz der wesentlich höheren Erdbebenschäden insgesamt dem zehnjährigen Durchschnitt.

 

Auch im Jahr 2011 werden die Erdbebenschäden über dem Durchschnitt liegen. Allein der Versicherungsschaden des Erdbebens von Christchurch, Neuseeland, vom 22. Februar könnte Schätzungen zufolge zwischen 6 Mrd. USD und 12 Mrd. USD liegen. Das massive Tohoku-Erdbeben, das Japan am 11. März erschütterte, dürfte nach ersten Schätzungen erhebliche Versicherungsschäden nach sich ziehen.

 

Balz Grollimund, einer der Autoren der Studie, erklärte: „Obwohl sich bei den weltweiten Erdbebenaktivitäten kein langfristig steigender Trend abzeichnet, nehmen die durch Erdbeben verursachten Todesfälle und Versicherungsschäden zu. Wichtige Gründe dafür sind das Bevölkerungswachstum, insbesondere in städtischen Gebieten, sowie der zunehmende Wohlstand und die sich rasch erhöhende Exponierung. Viele dieser schnell expandierenden Ballungsgebiete befinden sich in seismisch aktiven Regionen.“

 

Zehn Ereignisse führten zu Versicherungsschäden von jeweils mindestens 1 Mrd. USD

2010 führten zehn Ereignisse zu versicherten Schäden von jeweils 1 Mrd. USD oder mehr. Die höchsten Versicherungsschäden wurden durch zwei Erdbeben verursacht: im Februar in Chile (8 Mrd. USD) und im September in Christchurch, Neuseeland (4,4 Mrd. USD). Der Wintersturm Xynthia richtete in Westeuropa Versicherungsschäden von 2,8 Mrd. USD an und war damit das drittteuerste Ereignis des Jahres.

 

In den USA generierten drei Stürme und in Australien zwei Stürme ebenfalls Schäden von über 1 Mrd. USD. Die Sachschäden aus der Explosion der BP-Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko werden auf 1 Mrd. USD geschätzt. Angesichts der Komplexität der Schäden ist diese Summe jedoch noch mit großen Unsicherheiten behaftet. Insgesamt werden die Versicherungsschäden höher ausfallen, da in den sigma-Zahlen keine Haftpflichtschäden berücksichtigt sind.

 

Natur- und Man-made-Katastrophen kosten die Gesellschaft 218 Mrd. USD im Jahr 2010

Die weltweiten wirtschaftlichen Schäden aus Natur- und Man-made- Katastrophen im Jahr 2010 werden auf 218 Mrd. USD geschätzt. Die Schadensumme hat sich damit gegenüber den 68 Mrd. USD des Jahres 2009 stark erhöht. Asien war mit einem Gesamtschaden von etwa 75 Mrd. USD die am stärksten betroffene Region. In Pakistan und grossen Gebieten Chinas führten aussergewöhnlich starke Regenfälle im Sommer zu verheerenden Überschwemmungen.

 

Thomas Hess, Chefökonom bei Swiss Re, kommentierte: „Das Jahr 2010 wurde nicht nur durch schwere Erdbeben geprägt, die zu den opferreichsten, teuersten und stärksten der Geschichte zählten, sondern auch durch eine Reihe von extremen Wetterereignissen wie massive Überschwemmungen. Einige dieser Überschwemmungen betrafen leider Länder mit geringer Notfallplanung und unter- entwickelten Versicherungsmärkten.“

 

Hess fügte hinzu: „Diese Ereignisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit einer wesentlichen Verbesserung des Präventions- und Katastrophenmanagements, um das Leiden der Menschen zu verringern. Der schnell wachsende Wohlstand in den Schwellenländern sollte auch zur Bewältigung dieser Probleme eingesetzt werden. Dieser Wohlstand wird die Versicherer zudem in die Lage versetzen, zu expandieren und die große Deckungslücke in vielen Schwellenmärkten teilweise zu schließen. Die mangelnde Versicherungsdeckung ist der Hauptgrund dafür, dass der finanzielle Schutz gegen die Folgen einer Katastrophe in den meisten Schwellenländern so gering ist.

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