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Cooler Auftakt zur Reifeprüfung: Bei minus dreizehn Grad ging es für die ersten elf Elektrofahrzeuge auf die 50 Kilometer lange Tour ins Alpenvorland. © tuev-sued.de
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:: Alle marktreifen E-Autos im Praxis-Test

+ 15.02.2012 + Kältehärtetest: auf einer knapp 50 Kilometer langen Tour durchs Voralpenland bei minus dreizehn Grad.

Die Elektromobilität tritt bei TÜV SÜD zur Reifeprüfung an. Ein Jahr lang wird die Alltagstauglichkeit aller auf dem Markt zur Verfügung stehenden Elektrofahrzeuge von den TÜV SÜD-Experten getestet.

 

Im Fokus: der Aktionsradius. Zum Auftakt ging es für acht Modelle gleich an die Grenzen: auf einer knapp 50 Kilometer langen Tour durchs Voralpenland bei minus dreizehn Grad. Erste Bilanz: Alle haben das Ziel erreicht. Die Testreihe führt TÜV SÜD in Kooperation mit der Firma Next Generation Mobility (NGM) durch. Ziel: Die Ermittlung realitätsnaher Reichweiten von E-Fahrzeugen durch TÜV SÜD für die NGM-Fuhrpark-Software.

 

Gerade bei Minusgraden geraten Elektroautos nicht zuletzt aufgrund des hohen Stromverbrauchs der Heizung schnell an ihre Leistungsgrenzen. Die Reichweite ist neben dem hohen Anschaffungspreis bisher die größte Hürde für Flottenmanager, den Elektroantrieb im Fuhrpark einzuplanen. Planungssicherheit schaffen da genaueste Angaben zum Aktionsradius – egal auf welcher Strecke, bei welchem Fahrer und bei welcher Witterung. Daten dazu gab es bisher in erster Linie vom Rollenprüfstand. Jetzt testen TÜV SÜD-Experten zusätzlich alle auf dem Markt erhältlichen Elektroautos im Alltag.

 

Auf dem Programm der Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen des Mobilitätsberaters Tim Ruhoff, Next Generation Mobility, durchgeführt wird, stehen unter anderem Verbrauchsermittlungen in Abhängigkeit von Außen- und Batterietemperatur, vom Ladezustand, bei unterschiedlichem Reifendruck, wechselnder Beladung und unterschiedlicher Topografie.

 

Dazu Projektleiter Volker Blandow von TÜV SÜD: „Wir testen alle Elektroautos auf dem Markt in den verschiedensten Situationen und gehen in den sechs Wochen Realitätstest pro Fahrzeug so nah an die Praxis wie möglich. Ziel sind genaue Angaben darüber, welches Elektroauto am besten zu welchem Fahrprofil passt.“ Zusätzlich findet ein Abgleich mit Verbrauchsmessungen auf dem Rollenprüfstand nach dem TSECC (TÜV SÜD E-Car Cycle) statt.

 

Software als Entscheidungshilfe

Einfach einloggen, Nutzungszeitraum und Strecke eingeben – und schon wird das passende Fahrzeug mit dem geringsten Verbrauch für die Tour bereitgestellt. Die Software führt den Anwender zum richtigen Fahrzeug für die Route ohne umständliche Kalkulationen durch den Nutzer. Die Reichweitenstudie aller erhältlichen Elektroautos bietet vor allem aber auch eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Fuhrparkmanager. Sie können anhand der ermittelten Daten genau die richtigen Modelle für die Fahrprofile in ihrer Flotte zur Verfügung stellen.

 

„Mit der Marktübersicht in Sachen realistische Reichweiten leisten wir also auch einen Anreiz für Flottenbetreiber, mehr Elektroantrieb im Fuhrpark zu realisieren“, so Blandow.

 

„Cooler“ Test-Auftakt

Tesla Roadster, Fiat Karabag, Smart electric drive, A-Klasse EcoDrive, Peugeot iOn, Citroen C-Zero, und, und, und – insgesamt elf Fahrzeuge sind bei minus 13 Grad Außentemperatur in der vergangenen Woche in München zum ersten Praxistest gestartet. Die Strecke: 50 Kilometer zum Starnberger See und zurück. Um möglichst gleiche Startbedingungen zu schaffen, mussten alle Fahrzeuge zwei Stunden lang zum Cool-Down in die Kälte, bevor es auf die Strecke ging – Profil: Autobahn, Landstraße und Stadtverkehr im Mix.

 

Die Aufgabe für die Piloten: normale Fahrweise bei angenehmen Innentemperaturen. Im Fokus der Experten: Außentemperatur, Batterietemperatur und die Verbräuche. Die fielen bei einer Stunde Fahrzeit und zwei längeren Foto-Pausen recht unterschiedlich aus: von fünf bis zu zwölf Kilowattstunden. Dabei zeigte sich, dass die elektrische Heizung, mit der alle Fahrzeuge bei diesem winterlichen Härtetest ausgestattet waren, den größten Ausschlag gibt: „Die Messergebnisse einzelner Verbraucher wie beispielsweise der Heizung spielen eine wichtige Rolle bei den Auswertungen und können Komponentenherstellern zudem wichtige Hinweise geben“, so Blandow.

 

Kooperationspartner Tim Ruhoff, der als zweifacher e-miglia-Sieger in seinem Tesla Roadster schon ganz andere Touren bezwungen hat, erklärt: „Wir wollen unsere Praxiserfahrungen in ein Konzept gießen und das Fahren mit Strom auch für diejenigen erleichtern, die mit dem umweltfreundlichen Antrieb noch keine Erfahrungen haben. Mit der Integration der TÜV SÜD-Daten in unsere Firmen-CarSharing-Software nehmen wir dem Nutzer alle Berechnungen ab und machen E-Fahrzeuge so bei maximaler Auslastung nutzbar.“

 

Die TÜV SÜD-Experten testen in den kommenden Monaten nacheinander alle 2012 am Markt erhältlichen Elektroautos. Auf dem Programm stehen zudem Praxistests einzelner Flotten mit Messparametern wie Ladekurven, Fahrverhalten, Fahrprofilen und Temperatur, um flottenspezifisch Fahrzeuge mit dem geringsten Verbrauch zu ermitteln.

 

„Per Knopfdruck passende Fahrzeuge vorzuschlagen, die Abschätzung der Reichweiten zu automatisieren ohne die Nutzer dabei zu verunsichern und somit den CO2-Ausstoß von Flotten durch die Integration von Elektrofahrzeugen zu minimieren – das ist unser Ziel“, so Blandow.

 

Weitere Informationen rund um die Aktivitäten von TÜV SÜD zur Elektro-Mobilität unter www.tuev-sued.de/e-mobility

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