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Das Atomkraftwerk Neckarwestheim I in Baden-Württemberg gehört zu den ältesten Reaktoren in Deuschland. © Martin Storz / Greenpeace
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Artikel 1788 von 2521

:: Atom-Stresstest besiegelt Abschaltung der Alt-Reaktoren

+ 18.05.2011 + Nach Ansicht von Greenpeace rechtfertigt der vorgelegte Bericht der Reaktorsicherheitskommission (RSK) die sofortige Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke und des Pannenreaktors Krümmel.

Diese Meiler sind nach den Ergebnissen der RSK nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt, denn die dünnen Hüllen der Alt-Reaktoren würden einem Absturz nicht standhalten.

 

Die Folgen: katastrophale Freisetzungen von Radioaktivität. Kein deutsches AKW ist laut RSK-Bericht gegen den Absturz sehr großer Flugzeuge geschützt. Daher muss der schnellstmögliche Ausstieg auch für die neueren Reaktoren gelten. Greenpeace fordert von der Bundesregierung: die sieben ältesten Reaktoren Brunsbüttel, Unterweser, Biblis A und B, Philippsburg 1, Neckarwestheim 1, Isar 1 sowie das AKWKrümmel sofort endgültig stilllegen und bis zum Jahr 2015 vollständig aus der Atomkraft aussteigen.

 

Jetzt muss die Bundesregierung ihre Ankündigungen der vergangenen Wochen in die Tat umsetzen. Sicherheit kennt keine Kompromisse, sagt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. Selbst die Reaktorsicherheitskommission sieht gerade bei den alten Schrottmeilern gefährliche Risiken. Fukushima hat gezeigt, welche Folgen es haben kann, solche Risiken unterzubewerten. Ein Weiterbetrieb wäre unverantwortlich. Zuletzt hatte Greenpeace einen nicht gemeldeten Vorfall im Atomkraftwerk Biblis A offengelegt: Interne, Greenpeace zugespielte Protokolle beschreiben, wie die innereReaktordruckbehälter-Dichtung beim Anfahren des Reaktors am 20. Oktober 2010 undicht wurde und zu hohem Druck im Reaktordruckbehälter, dem Herzstück des Atomreaktors, führte.

 

Zwar gibt die RSK keine explizite Empfehlung für die Abschaltung von Atomkraftwerken. Dennoch ergibt sich ein klares Bild: Die sieben ältesten Meiler können nicht gegen den Absturz einer Passagiermaschine nachgerüstet werden. Die bestehenden Fundamente würden eine Verstärkung der Betonhülle nicht tragen. Seit 2001 ist dieses Problem bekannt, eine Lösung ist bis heute nicht in Sicht. Die RSK hat zudem vor allem einen theoretischen, fehlerfreien und damit stark idealisierten Zustand der Reaktoren betrachtet. Tatsächliche schwere Mängel, wie sie in den Pannenreaktoren Brunsbüttel und Krümmel auftraten, wurden ignoriert.

 

Station-Blackout kann jeden Reaktor treffen

Die Gefahr eines Station-Blackouts - eines Ausfalls der Notstromversorgung, was in Fukushima zur Katastrophe geführt hat - wird differenzierter betrachtet. Klar ist: Auch an jedem deutschen Atomkraftwerk kann es zu einem solchen Ausfall kommen. Ein Unfall vom Fukushima-Typ braucht weder Erdbeben noch Tsunami. Es kann jeden Reaktor treffen, so Smital. Die RSK räumte selbst einen Mangel an Zeit für die gründliche Überprüfung der deutschen Atomreaktoren ein. Verschiedene Kriterien wie der Schutz vor Terroranschlägen sollen in einem zweiten Schritt untersucht werden.

 

Jetzt sind die Ethik-Kommission und dann Bundeskanzlerin Merkel am Zug. Die Ethikkommission soll der Bundesregierung bis zum 27. Mai einen Bericht vorlegen, in dem sie die Risiken der Energieversorgung bewertet und einordnet. Wesentliche Grundlage dieser Bewertung wird der heute veröffentlichte RSK-Bericht sein. Wir brauchen Klarheit und feste Abschalttermine. Wie ein Atomausstieg bis 2015 technisch und wirtschaftlich machbar ist, zeigt das Greenpeace-Energieszenario Der Plan, so Smital.

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