Startseite
zurück zur Übersichtvorheriger Artikelnächster Artikel
Artikel 1771 von 1967

:: Atommüll-Skandal schockt Frankreich

+ 16.02.2009 + Uranabfälle und radioaktiver Müll lagern in 25 französischen Departements, wo über 200 Urananlagen von 1945 bis 1951 den Brennstoff für Atommeiler verarbeitet haben.

Ex-Umweltministerin Corinne Lepage ist entsetzt, als sie von dem Skandal hört. "Man läuft gegen eine Mauer! Die Atomwirtschaft stellt sich taub!", klagt sie.

 

Ein Reporterteam des 3. Fernsehkanals in Frankreich hat enthüllt, wohin der damalige Atomkonzern COGEMA, heute der Kernkraftbauer Areva, den gefährlichen Dreck geschüttet hat: In Steinbrüche, unterirdische Stollen, auf Felder und in Seen. Mit einer dünnen Erdschicht notdürftig abgedeckt, entstanden darüber Spielplätze, Sportanlagen und Schulen. 300 000 Tonnen Uranreste, leicht bis mittel radioaktiv, sind auf diese Weise verbuddelt worden. Ein End- oder Zwischenlager hat Areva aber nie in Erwägung gezogen.

 

Beispiele gibt es in den mittelfranzösischen Gebieten Cantal, Limousin und Allier. Das Trinkwasser für die Kreisstadt Limoges sei gefährdet, weil radioaktives Grundwasser in die Flüsse sickert, heißt es in dem Bericht. In der Kleinstadt Saint-Pierre entstand nach dem Abbau einer Uranfabrik ein verseuchter See. In Legrogne (Allier) wurde "steriles Gestein" (leicht radioaktives Material) zum Hausbau freigegeben. 176 Fässer mit Atomschrott wurden im Limousin sichergestellt und Areva 2005 angezeigt, fünf Monate später aber freigesprochen.

 

Die Verantwortlichen der unabhängigen "Kommission für Forschung und Information über Radioaktivität" sind außer sich. Ihr Vorsitzender Bruno Chareyron spricht von einer "Sauerei" und fordert ein landesweites Gutachten über Gefahren für die Bevölkerung. Einem Teil des Uranmülls waren Privatleute und Experten mit Geigerzählern zu Leibe gerückt, die gemessene Verstrahlung lag weit über der Norm. Lungenkrebserkrankungen sind in diesen Gegenden weit häufiger als im Rest des Landes.

 

Einige Müllhalden hat Areva vorsorglich einzäunen lassen. Geräte zur radioaktiven Messung brachte das Unternehmen nur dort an, wo die Strahlung geringfügig ist. Der Atomkonzern behauptet ohnehin, das Zeug aus den Uranfabriken sei ungefährlich. Ex-Umweltministerin Lepage glaubt den Beteuerungen nicht und ist sich sicher: "Wir werden uns an Areva die Hörner abstoßen!" Zumal der Chef der Behörde für Atomsicherheit, Andre Lacoste, erklärt: "Bisher haben wir keine Gefahrenzone entdeckt." Immerhin: Umweltminister Jean-Louis Borloo hat zumindest eine eingehende Prüfung zugesagt.

zurück zur Übersichtvorheriger Artikelnächster Artikel
Artikel 1771 von 1967

Auch im Social Web

facebook twitter youtube

Schriftgröße wählen

normal mittel gross

Suche

„Die Zukunft der Energie“

Helmholtz-Podcast Ausgabe März 2010: Kernfusion hören

www.sonnenseite.com/Tipps,Start+der+Helmholtz-Podcast-Serie+Energie,35,a15367.html

Wer hat Angst vorm Zukunftshaus?

http://www.sonnenseite.com/Tipps,Wer+hat+Angst+vorm+Zukunftshaus,35,a15179.html

Durchheizen oder abdrehen?

http://www.sonnenseite.com/Tipps,Nachtabsenkung+der+Heizung-+Durchheizen+oder+abdrehen,35,a14480.html

Weltweiter Marsch für Frieden + Gewaltfreiheit

http://www.youtube.com/watch?v=a7UlMcJ-SDg

Haben Sie Fragen zu Photovoltaik?

www.photovoltaikforum.com/

Medienpartner

oekoportal.de/?pcm=5022

Tipp

https://ratgeber.co2online.de/index.php?berater=ratgeberauswahl&portal_id=sonnenseite

Aktuelle Nachrichten

www.top50-solar.de/de/news/nach-anbieter.html

Vorträge

Sonnenseite Newsletter

Jeden Sonntag einen kostenlosen NEWSletter. Unser Newsletterversand mit eMail- und Online-Marketing kajomi.de

Bigi+Franz Alt
Chris Alt