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:: DNR zur angeblichen CO2-Lüge von Fritz Vahrenholt

+ 08.02.2012 + Wendehals Vahrenholt – vom Umweltschützer zum RWE-Manager, vom mutigen Warner zum Klima­leugner.

Der DNR hat heute in Berlin die Behauptung des ehemaligen Hamburger Umweltsenators Fritz Vahrenholt, die Klima­katastrophe sei Panikmache der Politik, scharf zurück­gewiesen. Der DNR kritisierte, dass diesem Wichtigtuer so viel Platz in den Medien für die Verbreitung seiner kruden Behauptungen eingeräumt wird.

 

DNR-Präsident Hubert Weinzierl: „Natürlich müssen alle berechtigten Hinweise geprüft werden, denn der Klimawandel ist eine große Menschheitsherausforderung mit gewaltigen Konsequenzen. Aber Herr Vahrenholt verbreitet verantwor­tungs­loses Geschwätz, denn er selektiert die Fakten, nimmt Tatsachen nicht zur Kenntnis und biegt die IPCC-Arbeiten für seine Argumentation zurecht. Mit seiner pseudo­wissenschaftlichen Argumentation gibt er nur denen Auftrieb, die aus durchsichtigen wirtschaftlichen Interessen nicht handeln wollen. Er versündigt sich an der Zukunft.“

 

Tatsächlich holt Herr Vahrenholt seine angeblichen Beweise aus dem „Summary for Policymakers“, die aber im Gegensatz zu den umfangreichen wissenschaftlichen Grundlagen und der Zusammenfassung der Fakten nicht von den IPCC-Wissenschaftlern verantwortet werden, sondern politisch beraten und beschlossen werden. Vahrenholt muss zugeben, dass die nicht vom Menschen verursachten Faktoren des Klimawandels in den Papieren der IPCC-Wissenschaftler behandelt werden, aber er argumentiert, dass dies nicht im Summary steht.

 

Vahrenholt behauptet, dass es in den letzten Jahren keinen Temperaturanstieg gegeben hätte. Abgesehen davon, dass mehr als die Hälfte der wärmsten Jahre seit Beginn der direkten Temperaturmessung in den letzten 10 Jahren lagen, haben die Klimaforscher ausführlich dargelegt, dass es immer wieder – auch bedingt durch die lange Anpassungsfrist des Klimasystems von mehreren Jahrzehnten - zu „Stagnationsphasen“ kommt, zum Beispiel ausführlich beschrieben von Mojib Latif. In der Klimaforschung ist unbestritten, dass es keine simple Linearität der Erderwärmung gibt.

 

Vahrenholt behauptet, dass die Orientierung an das Treibhausgas Kohlendioxid falsch sei. Wie die Klimaleugner spricht er von der „CO2-Lüge“. Abgesehen davon, dass die IPCC-Berichte sich auch ausführlich mit dem Einfluss der Meeressysteme und der Sonne wie auch weiterer Faktoren wie z. B. der Vulkanismus auf das Klimasystem beschäftigen, was Vahrenholt nicht zur Kenntnis nimmt, so ist die Darstellung auch deshalb falsch, weil die Klimaberechnungen sowohl den trockenen wie den feuchten Treibhauseffekt behandeln.

 

Die Behauptung, die Wirkungen des Wasserdampfs würden ignoriert, ist also falsch. Auch gehen die IPCC-Szenarien nicht allein vom Anstieg des Treibhausgases CO2 aus. Einbezogen werden auch die Auswertung der Datenblätter aus der Wetterforschung, die Paläoklimatologie und die mit unterschiedlichen Annahmen gerechneten Klimasimulationsmodelle.

 

Es gibt keinen Bereich, in dem so intensiv gearbeitet wird wie bei der Klimaforschung, nirgendwo gibt es so viel Öffentlichkeit und einen so intensiven weltweiten Austausch der Fakten. Wenn Herr Vahrenholt nur halb so seriös arbeiten würde wie der IPCC, hätte er sein Buch nie zu Papier gebracht.

 

DNR-Präsidiumsmitglied und Bundesvorsitzender der NaturFreunde Michael Müller, der persönlich 2007 an den vier Beratungsrunden des Weltklimarates für den Vierten Sachstandsbericht teilgenommen hatte: „Für die Leugner gibt es entweder keine Erwärmung der Erde oder sie ist nicht vom Menschen verursacht oder unschädlich.

 

Die Behauptungen werden seit über 20 Jahren immer wieder aufgestellt, obwohl sie schon häufig widerlegt wurden und die wissenschaftlichen Fakten über den anthropogenen Klimawandel sich immer mehr erhärtet haben. Die Klimaleugner tragen mit dazu bei, dass der Klimaschutz so langsam vorankommt. Die Medien sollten aufhören, zu Mitverantwortlichen einer Verunsicherung zu werden, für die künftige Generationen einen hohen Preis zahlen müssen“. © Dr. Helmut Röscheisen

 

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Vahrenholt Buch soll Energiewende torpedieren

Das Buch von Fritz Vahrenholt ist ein Versuch, mit alten, längst widerlegten Klimaskeptiker-Thesen die Energiewende zu torpedieren. Die Strategie dahinter ist bekannt und simpel: "Furcht, Unsicherheit und Zweifel säen". So soll den Menschen der Eindruck vermittelt werden, es sei vielleicht doch vieles ungewiss und käme vermutlich gar nicht so schlimm.

 

Das Ziel des RWE Managers ist klar: Jedes Jahr ohne verstärkte Klimaschutzanstrengungen bedeutet für die Energiekonzerne ein gewonnenes Jahr mit satten Profiten. Dafür ist sich Fritz Vahrenholt noch nicht einmal zu schade, alte abgekaute Thesen gegen den Klimawandel zum wiederholten Male aufzuwärmen.

 

Diese Thesen reihen sich ein in die groß angelegte Kampagne der fossilen Energieindustrie gegen die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien. Pietätsvollerweise hätte Herr Vahrenholt wenigstens noch ein Jahr warten können bis er aus dem RWE-Vorstand ausgeschieden ist. © Bündnis90/Die Grünen | Hermann Ott

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