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:: Das Rekord-Ozonloch über der Arktis

+ 06.05.2011 + FCKW-Rückgewinnung und –Zerstörung wichtiger denn je.

Die Weltwetterorganisation WMO in Genf schlägt laut aktuellen Pressemitteilungen Alarm: Die Ozonschicht über der Arktis war seit Beginn der Messungen noch nie dünner als in diesem Frühjahr. Laut den WMO-Experten wurde die Ozonschicht durch sehr niedrige Temperaturen in der Stratosphäre im Winter stark angegriffen; das zunehmende Sonnenlicht verstärkt nun die Zerstörung. Nach wie vor treiben FCKW und andere ozonschichtzerstörende Substanzen ihr Unwesen, obwohl deren Produktion bereits seit längerer Zeit gestoppt worden war. Vor dem Hintergrund dieser erschreckenden Meldungen fordert die RAL - Gütegemeinschaft Rückproduktion größere Anstrengungen bei der Rückgewinnung und Zerstörung von FCKW aus Kühlgeräten und anderen Produkten, die diese Klima-Killer enthalten.

 

Im Zuge der Diskussionen um die Klimaentwicklung wurde in den letzten Jahren verstärkt der enorme Einfluss der FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) auf den Treibhauseffekt diskutiert. Dass z.B. die in alten Kühlgeräten enthaltene FCKW-Menge pro Gerät denselben Treibhauseffekt bewirken wie etwa 2800 kg CO2 und damit der gleiche Klimaschaden entsteht wie bei einer Fahrt von 17000 km mit einem Durchschnitts-PKW wurde erst in den letzten Jahren bekannt.

 

Die CO2 – Diskussion, so enorm wichtig sie auch ist – hat aber einen weiteren Aspekt bezüglich eines zweiten, genau so dramatischen Einfluss der FCKW auf das Klima etwas in den Hintergrund gedrängt: FCKW sind und waren die größten Schädigungsfaktoren für die Ozonschicht und alle erkennbaren Anstrengungen der letzten 20 Jahre zu ihrem Stopp galten primär dieser katastrophalen Wirkung der chemischen Subtanzen. Die aktuellen Pressemitteilungen um das Ozonloch machen nun klar, dass die Anstrengungen der letzten Jahre hinsichtlich einer Reduzierung von FCKW-Emissionen nur teilweise erfolgreich waren.

 

Großen Respekt hat man seitens der RAL-Gütegemeinschaft auf jeden Fall davor, dass es gelungen ist, die Produktion von FCKW und artverwandten ozonschichtschädigen Substanzen weitestgehend zu stoppen. Aus Sicht von Christoph Becker, dem Geschäftsführer der Gütegemeinschaft, sollten aber die Bemühungen der Weltgemeinschaft um einen klimagerechten Abbau der immer noch vorhandenen FCKW-Altlasten verstärkt und optimiert werden. Es reicht aus Sicht von Becker in keinem Fall aus, dass nur in Industriestaaten und dort in der Regel nur bezüglich FCKW-haltigen Alt-Kühlgeräten Bemühungen zu erkennen sind, für eine ordnungsgemäße Entnahme und anschließender Zerstörung von FCKW.

 

Es müssen laut Becker vielmehr international noch größere Anstrengungen als bisher gemacht werden, alle FCKW-Altlasten anzugehen und damit für einen nachhaltigen Schutz der Ozonschicht zu sorgen. Dabei dürfen FCKW-Quellen wie Isoliermaterialien für Dächer, Fahrzeuge, Züge, Rohre und viele andere Anwendungsbereiche, die nach wie vor noch in der Nutzung stehen, nicht außer Acht gelassen werden.

 

Erfreulich ist, dass die im Montreal-Protokoll organisierten Staaten die Gefahr erkannt haben und bereits seit einiger Zeit mit Elan an die Lösung des Problems arbeiten. Die RAL-Gütegemeinschaft kann in diese Diskussionen eine 20 jährige Erfahrung im Umgang mit den Klimakillern einbringen. Die von RAL entwickelten Gütesicherungen für die Rückproduktion von Kühlgeräten (RAL-GZ 728) und von ODS-haltigen Schäumen (RAL-GZ 729) zeigen den Weg, wie ein seriöses Recycling dieser Produkte Fuß fassen kann. Entsorgung von FCKW-haltigen Produkten kann, wenn sie nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird, mehr Schaden als Nutzen bringen. Werden die Produkte nicht sorgfältig und unter Anwendung klarer Standard-Vorgaben behandelt, können die FCKW und andere ozonschichtzerstörende Stoffe bereits beim Behandlungsprozess entweichen und in die Umwelt gelangen.

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