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:: Der Verlust von Bauernhöfen bedroht die Artenvielfalt in Deutschland

+ 27.05.2011 + In Deutschland gibt es immer weniger Bauernhöfe. Vor allem kleine Betriebe werden aufgegeben.

Gab es allein in Hessen vor zehn Jahren noch 29.000 Bauernhöfe, sind es heute nur noch 17.900. Der Trend geht eindeutig zu größeren Betrieben, die immer mehr Fläche bewirtschaften. Es entstehen riesige Äcker. Feldrandstreifen, Gräben und Hecken verschwinden und mit ihnen verschwindet ein wichtiger Lebensraum für viele heimische Tier- und Pflanzenarten.

 

Die Zahl der kleinen Bauernhöfe ist innerhalb der vergangenen zehn Jahre um rund ein Drittel zurückgegangen. Stattdessen stieg die Anzahl der Großbetriebe in Deutschland um 40 Prozent. Solche Großbetriebe bewirtschaften meist mehr als 75 Hektar Nutzfläche, häufig mit einem großen Maschinenpark.

 

Der große Verlierer dieser Entwicklung ist die Natur

Durch die Zusammenführung vieler kleinerer Felder zu großen Ackerflächen verschwinden Grenzhecken und -gräben. Doch gerade die Randstreifen der Felder bieten Lebensraum für zahlreiche Vögel, Insekten und Reptilien.

 

Die Bauern können ihre Felder zwar einfacher bewirtschaften, doch mit jedem trockengelegten Graben geht ein Feuchtgebiet für Frösche verloren, mit jeder umgepflügten Hecke verschwindet der Nistplatz für Blaumeise und Feldschwirl.

 

Die Naturschutzorganisation Naturefund versucht gezielt, diesen Verlust der Artenvielfalt durch den Kauf von Flächen zu stoppen. "Der Verlust von Lebensräumen in unserer Landschaft hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Naturefund kauft deshalb auch stillgelegte Ackerflächen und solche Flächen, die sich für die Landwirtschaft kaum lohnen.

 

Gerade auf solchen Grenzertragsflächen blieb meist eine einzigartige Artenvielfalt erhalten. Häufig können diese Flächen mit einfachen Maßnahmen renaturiert und wieder in einen artenreichen Lebensraum verwandelt werden.", erklärt Katja Wiese, Geschäftsführerin von Naturefund.

 

Aktuell kauft Naturefund 12.565 Quadratmeter Feuchtwiese in Südhessen. Hier soll durch die Wiedervernässung der trockengelegten Fläche ein Feuchtbiotop entstehen. Naturefund schafft damit neuen Lebensraum für Weißstorch, Brachvogel, Laubfrosch und viele andere Arten.

 

Gut 6.600 Quadratmeter konnte der Verein bereits durch Spenden sichern. Für die verbleibenden 5.000 Quadratmeter sucht Naturefund noch Spender und Spenderinnen. Jeder kann mitmachen und mit einem Beitrag von fünf Euro volle zwei Quadratmeter Land für die Natur schützen.

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