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:: EHEC zwingt deutsche Bauern in die Knie

+ 01.06.2011 + 30 Mio. Euro Verlust pro Woche - Ruf nach Schadenersatz wird laut.

Der heimtückische Durchfallerreger EHEC belastet die deutsche Landwirtschaft zusehends und hat zu Umsatzeinbußen in Millionenhöhe geführt. Laut dem Deutschen Bauernverband (DBV) entsteht allein den deutschen Gemüsebauern ein wöchentlicher Schaden von rund 30 Mio. Euro - Tendenz steigend. Dieser eigenen Angaben nach "dramatische Zustand" ist vor allem auf Warnungen von Fachleuten vor bestimmten Gemüsesorten zurückzuführen, argumentiert die Interessenvereinigung.

 

Insolvenzrisiko steigt

"Unser größter Wunsch ist, dass die Ursache und damit auch die Herkunft des EHEC-Erregers so schnell wie möglich ausfindig gemacht wird", fordert DBV-Sprecher Johannes Funke auf Nachfrage von pressetext. Bauernverband-Chef Gerd Sonnleitner kritisiert unterdessen, dass Fachleute zwar zum Verzicht auf Gurken, Tomaten und Salat aufgerufen haben, die Seuche in der Ausbreitung mit weiteren Todesfällen in der Folge jedoch nicht verhindert werden konnte.

 

"Wir sitzen mit den Verbrauchern in einem Boot. Hinzu kommt, dass der finanzielle Schaden für viele Betriebe existenzbedrohend ist", unterstreicht Funke. Die Suche nach dem Ursprung des Erregers geht unvermindert weiter. Sowohl in der Politik als auch bei den Bauern häufen sich die Krisensitzungen. EHEC soll bei der laufenden EU-Agrarministertagung sowie bei der Sitzung des Agrarausschusses des Bundestags heute, Mittwoch, zum Thema gemacht werden.

 

Ernte in Mecklenburg-Vorpommern eingestellt

Unterdessen bereiten viele Bauern hohe Schadenersatzforderungen vor: "Derzeit kalkulieren wir mit täglich vier bis fünf Mio. Euro Verlust", lässt sich der Chef der Bundesvereinigung der Erzeugergemeinschaften Obst und Gemüse, Karl Schmitz, in einem Bericht der Financial Times Deutschland zitieren. Zu gegebener Zeit wolle man über angemessenen Schadenersatz verhandeln, und über einen Fonds für Werbung, um den Verkauf wiederzubeleben.

 

Die Warnungen der Lebensmittelexperten haben weitreichende Konsequenzen. So wurde die Ernte in Mecklenburg-Vorpommern bereits eingestellt. Der Grund: Fast alle Produkte haben sich als unverkäuflich herausgestellt. Denn oft wird Salat als Gründünger im Feld verarbeitet. Noch gravierender die Schätzungen der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland, die mit Insolvenzen rechnet. Gemüseanbau ist Saisonanbau, der Anfang Mai beginnt. Viele Bauern konnten keine Rücklagen bilden. Kredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank sollen helfen.

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