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Ein unabhängiges Greenpeace-Team ist nach Japan gereist. Vor Ort messen die Strahlenexperten die Radioaktivät außerhalb der Evakuierungszone um Fukushima. Sie wollen wissen, wie groß die Gefahr für die Bevölkerung wirklich ist. © Christian Åslund / Greenpeace
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:: Gesundheitsrisiko außerhalb der Evakuierungszone um Fukushima

+ 28.03.2011 + Werte bis zu 10 Mikrosievert/Stunde – da kommt in nur wenigen Tagen eine maximale Jahresdosis zusammen.

Gemessen haben sie Strahlenexperten von Greenpeace an verschiedenen Stellen im japanischen Iitate. Das Dorf liegt zwanzig Kilometer außerhalb der Evakuierungszone. Offensichtlich kein Grund für die Behörden, die Schutzzone zu vergrößern.

 

"Der japanischen Regierung ist es vollkommen bewusst, dass es hohe Strahlenwerte aus dem Atomkraftwerk Fukushima 1 weiter über die Evakuierungszone hinaus gibt", sagt Strahlenexperte Jan van de Putte.

 

Der Holländer leitet das Greenpeace-Team vor Ort, um abseits der dürftigen offiziellen Informationen unabhängige Messungen vorzunehmen. Die Verwaltung der Präfektur Fukushima hat selbst im gleichen Dorf in den vergangenen zwei Wochen teils noch höhere Radioaktivität gemessen.

 

Die aktuellen Werte von Sonntag, dem 27. März, sind hoch genug, um eine Evakuierung zu rechtfertigen. "Trotzdem halten die Behörden an ihrer Empfehlung fest und ergreifen immer noch keine Schritte, um die Menschen dort zu schützen oder sie über die gesundheitlichen Risiken aufzuklären", sagt van de Putte. Die japanische Regierung empfiehlt lediglich, in einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometern um Fukushima, in den Häusern zu bleiben.

 

Bis zum 20. März haben nur etwa zehn Prozent der Einwohner das Dorf freiwillig verlassen.

Verwirrspiel um Messungen im AKW Fukushima

AKW-Betreiber Tepco zieht seine eigenen Berechnungen zur Strahlenbelastung im kritischen Atomkraftwerk Fukushima 1 in Zweifel. Zuvor hatte Tepco gemeldet, die Strahlung in Reaktor 2 sei zehn Millionen Mal höher als normal. Richtig sei eine Erhöhung um das 100.000fache, so der aktuelle Stand. mehr

 

Lage spitzt sich zu

Bereits zuvor hatte die Reaktorsicherheitsagentur NISA in dem Wasser an Reaktor 2 eine hohe Konzentration des Isotops Jod-134 festgestellt. Das könne auf einen Schaden am Reaktorkern hinweisen, hatte es geheißen. Nach früheren Angaben stand das Wasser an Reaktor 2 etwa einen Meter hoch.

 

"Sollten sich diese Meldungen jedoch bewahrheiten, hieße dies, dass die Situation in den Katastrophenreaktoren deutlich eskaliert ist", befürchtet Smital und fordert eine Ausweitung der Evakuierungszone auf 80 bis 100 Kilometer rund das Atomkraftwerk.

 

Er erklärt: "Erneut könnte eine Kettenreaktion in Gang gekommen sein, entweder im Reaktor selbst oder im Abklingbecken. Mit gewaltiger Hitze und radioaktiver Strahlung."

 

Greenpeace fordert die IAEO erneut auf, die atomare Katastrophe auf die höchste Stufe 7 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) einzustufen.

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