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:: Gletscher auf dem Rückzug - Das Ende des ewigen Eises?

+ 18.02.2011 + PHOENIX | Fr 18.02.11 | 20.15 Uhr

PHOENIX | Sa 19.02.11 | 10.15 Uhr

Der weltweite Klimawandel ist für die Wissenschaft längst ein Faktum. Die uneingeschränkte Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Gas und Öl treibt die Erwärmung der Erde in dramatischem Tempo voran – der Wettlauf gegen die Zeit hat bereits begonnen.

 

Zeitraffer-Kameras rund um den Globus

Der renommierte amerikanische Fotojournalist James Balog hat an mehr als zwei Dutzend Stellen rund um den Globus Zeitraffer-Kameras postiert: an aussagekräftigen Standorten wie dem grönländischen Eispanzer, in Alaska und auf Island, in den Rocky Mountains ebenso wie in den Alpen - wo die Gletscher in noch nie dagewesenem Tempo dahinschmelzen.

 

Extreme Bedingungen

Balog und sein Team machen sich auf eine strapaziöse Rundreise, um die Aufnahmen zu sichern und die Kameras zu kontrollieren. Die Fotoapparate müssen speziell verankert und geschützt werden - nur so können sie Stürmen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern in der Stunde und Temperaturen von -40 Grad und darunter unbeschadet überstehen.

 

Beeindruckende Fotodokumentation

Die Kameras sind so programmiert, dass sie bei Tageslicht jede Stunde ein Foto machen. Innerhalb von zwei Jahren ist so ein riesiges Archiv von mehr als 300.000 Aufnahmen zusammengekommen. Diese Bilderfolgen sind eindrucksvolle Dokumente der tiefgreifenden Veränderungen, die unser Planet bereits durchmacht.

 

Wohin James Balogs Kameras auch blicken: praktisch überall ist das vermeintlich "ewige Eis" auf dem Rückzug - vom Inlandeispanzer auf Grönland über die Gletscher der weltweiten Hochgebirge bis zum Eismeer der Arktis, das seinem Namen künftig kaum mehr gerecht werden dürfte, weil es zumindest im Sommer schon bald komplett eisfrei sein könnte.

 

Das Eis schmilzt rasant

In der Vergangenheit der Erde gab es zwar bereits eisfreie Zeiten. Der entscheidende Unterschied zur aktuellen Situation ist jedoch das Tempo, mit dem das Eis verschwindet: so haben die Gletscher der Alpen in den vergangenen 150 Jahren etwa die Hälfte ihrer Fläche eingebüßt - und die Eisreservoirs schmelzen immer schneller. In Alaska ist der Columbia-Gletscher 15 Kilometer kürzer als noch vor 25 Jahren, der Tyndall-Gletscher hat seit den 1960er Jahren gar 24 Kilometer seiner ursprünglichen Länge verloren.

 

Die Folgen sind absehbar:

Das schmelzende Eis lässt den weltweiten Meeresspiegel ansteigen, je nach Szenario einer aktuellen UN-Studie zwischen 20 und 60 Zentimeter bis zum Jahr 2100 - dabei ist das Schmelzwasser der Eispanzer in Grönland und der Antarktis noch gar nicht berücksichtigt.

 

Millionen Menschen betroffen

In Ländern wie Bangladesch, Indonesien oder Ägypten wären vom Vorrücken des Meeres Millionen Menschen betroffen. Inselstaaten wie die Malediven oder Tuvalu drohen vollständig zu verschwinden. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter würde weltweit eine Landfläche von rund 150.000 Quadratkilometern dauerhaft überflutet - das entspricht knapp der doppelten Fläche Österreichs.

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