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© ideum | Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" - Die ausgelöste Ölpest zählt zu den schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte.
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:: Globale Boden- und Wasserzerstörung - schlimmer als die Fukushima-Katastrophe?

+ 20.04.2011 + Die Fukushima-Katastrophe ist ebenso wie die Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" in 2010 symptomatisch für den Umgang mit Leben und Ressourcen auf diesem Planeten.

Risiken, die von der Allgemeinheit zu tragen sind, werden meist nicht in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen berücksichtigt. Die Gewinnmaximierung steht im Vordergrund und Ressourcen, Natur und soziale Systeme werden über Gebühr belastet. Die Fukushima-Katastrophe ist ebenso wie die Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" in 2010 symptomatisch für den Umgang mit Leben und Ressourcen auf diesem Planeten. Doch neben den medienträchtigen Superkatastrophen gibt es schleichende Veränderungen, die für die Menschen zur Überlebensfrage werden.

 

Unsere globale Risikogesellschaft macht auch vor fruchtbarem Ackerboden und Trinkwasser nicht Halt. Während ein Reaktorunglück oder die Explosion einer Bohrinsel Mensch und Natur unmittelbar und sehr offensichtlich schädigen, führen andere Fehlentwicklungen zu einer schleichenden, aber genauso dauerhaften Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Dramatisch ist hier vor allem der Verlust an fruchtbarem Boden. Denn nicht nur die Urwälder verschwinden, auch die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen nehmen mit beunruhigender Geschwindigkeit ab: Einer Studie der Welternährungsorganisation FAO zufolge kamen 1961 noch 4307 m² auf eine Person - bis 2007 hat sich diese Zahl mehr als halbiert (2137 m²). Bevölkerungswachstum und Bodenverlust, zum Beispiel durch Erosion, treiben diesen Abwärtstrend auch weiterhin an.

 

Auch Wasser ist von elementarer Bedeutung für die Menschheit. Fossiles Grundwasser wird unwiederbringlich genutzt, Süßwasservorräte schwinden und das gesamte Wasseraufkommen der Erde ist einer immer stärkeren Verschmutzung ausgesetzt. Unsere Industrie hat ebenso wie die Lebensmittelproduktion einen extrem hohen Wasserbedarf.

 

Russisch Roulette auf Kosten der Menschheit

Die einseitig auf Wirtschaftswachstum ausgerichtete Marktwirtschaft hat keine tauglichen Korrekturmechanismen hervorgebracht, damit versagt sie als zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell nach wie vor. Vielmehr steigern wirtschaftliche Vorteile die Risikobereitschaft aller Wirtschaftsbeteiligten. Vom Verbraucher, der gerne billig einkauft, vom Unternehmen, das attraktive Gewinnaussichten verfolgt, bis hin zum Staat, der Arbeitsplatzargumente und Steuereinnahmen einseitig wichtig nimmt, wenn es darum geht, mit wirtschaftlichem Handeln verbundene Risiken einzugrenzen.

 

"Es ist bedrückend, gerade jetzt wieder zu erleben, dass die zunächst gestoppten Tiefenbohrungen im Golf von Mexiko wieder aufgenommen und vom amerikanischen Senat auch weitere Bohrlizenzen vergeben werden, ohne die Sicherheitsstandards und deren Überwachung zu verbessern", so Fritz Lietsch, Herausgeber von forum Nachhaltig Wirtschaften. "Die Sicherheit wird dem Hunger nach Energie geopfert und der nächste 'Störfall' ist vorprogrammiert".

 

Anregung durch gute Beispiele

Eine Trendwende, die nur von Staat, Wirtschaft und Verbrauchern zusammen gestaltet werden kann, ist deshalb nach Ansicht der SusCon Organisatoren dringend notwendig. Die SusCon wird das Thema Ethik im Wirtschafts- und Konsumalltag deshalb prominent diskutieren und konkret Handlungsempfehlungen und Lösungen erarbeiten.

 

Die internationale Konferenz wird Best Practices von Unternehmen, die Problemstellungen mit ganzheitlichen Konzepten angehen, ebenso präsentieren, wie innovative technologische Ansätze bspw. in der Trinkwasseraufbereitung, der Phosphatrückgewinnung oder der Revitalisierung von ausgelaugten Böden. Wichtig sind aber nicht nur die Einzellösungen, sondern vor allem Schritte in Richtung einer ethisch fest verankerten, nachhaltig ausgerichteten Wirtschaft. "Unternehmen, die bereits heute an ihre Verantwortung für morgen denken", so Udo Censkowsky, Geschäftsführer von Organic Services und Co-Veranstalter der SusCon, "erarbeiten sich damit auch einen langfristigen Wettbewerbsvorteil".

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