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:: Greenpeace: Acht Atommeiler ohne Sicherung
+ 28.02.2011 + Sicherheitsmängel: Notwendige Nachrüstungen wurden verschleppt.
Heftige Kritik äußert die Umweltschutz-Organisation Greenpeace an der Atomaufsicht in Baden-Württemberg. Sie wirft der Behörde vor, notwendige Sicherheitsnachrüstungen wohlwissentlich versäumt zu haben. "In Deutschland gibt es acht Kraftwerke, die Sicherheitsmängel haben", sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl in einem Interview. Am heutigen Montag sind Aktivisten der Organisation auf den Kühlturm des Atomkraftwerks in Neckarwestheim geklettert. "Atomkraft schadet dem Ländle", steht auf einem Riesentransparent.
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Der Reaktor Neckarwestheim 1 hat im Januar eine Laufzeitverlängerung von acht Jahren erhalten. EnBW, der Betreiber des Atomkraftwerkes (AKW) habe bei der Regierung Sicherheitsrüstungen beantragt, was die Baden-Württembergische Umweltministerin Tanja Gönner ignoriert habe. "Notwendige Sicherheitsnachrüstungen wurden verschleppt und entsprechende Anträge verheimlicht", kritisiert Riedl. Die Aktivisten von Greenpeace hatten einen anonymen Hinweis bekommen.
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Schreiben von EnBW wurde ignoriert
Letzte Woche hat Greenpeace das Schreiben von EnBW an das Landesumweltministerium Baden-Württemberg veröffentlicht. In diesem Dokument stellte der Betreiber schon vor drei Jahren einen Antrag auf den Vollzug verschiedener Sicherheitsnachrüstungen für das AKW. "Man sieht ja auf den Straßen kein Auto mehr mit dem Baujahr 1975, aber AKWs werden auch mit ihren Verschleißerscheinungen weiterbetrieben", sagt Riedl. Man habe den Eindruck, dass die Kehrwoche in Baden-Württemberg schärfer kontrolliert wird als die Sicherheit von Atomkraftwerken.
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Acht AKWs mit Altersverschleiß
"Der Meiler in Neckarwestheim ist der zweitälteste Deutschlands und gilt als besonders unsicher, da er bauartbedingt erhebliche Sicherheitsmängel aufweist", heißt es bei Greenpeace weiter. So sei er etwa wegen seiner nur wenige Zentimeter dünnen Reaktorhülle nicht ausreichend gegen einen Flugzeugabsturz geschützt.
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"Wir wollen das Bewusstsein fördern, dass dieses AKW ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen. Es steht aber auch stellvertretend für acht Kraftwerke, die unter der schwarz-grünen Regierung eine Laufzeitverlängerung bekommen haben", sagt Riedl. Die AKWs sind namentlich Biblis A, Biblis B, Neckarwestheim 1 und Unterweser sowie die Siedewasserreaktoren Brunsbüttel, Krümmel, Philippsburg 1 und Isar 1.
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