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:: IPCC-Wissenschaftler machen Dieselruß für Gletscherschmelze verantwortlich

+ 05.07.2009 + Vor dem beschleunigten Abschmelzen der Gletscher im Himalaya nach dem Niedergang von Rußpartikeln wird gewarnt.

Die im Eis gebundenen Wassermassen würden verheerende Überflutungen in den Gebieten entlang der aus dem Himalaya gespeisten Flüsse Indus und Ganges verursachen und die Folgen des Klimawandels in einem Land wie Bangladesch im Mündungsdelta von Yamuna, Ghaghara und Brahmaputra extrem verschlimmern, sagte Ramanathan auf einer Pressekonferenz des Bündnisses "Rußfrei fürs Klima" aus vier deutschen Umwelt- und Verkehrsverbänden. "Der dramatische Verlust an Gletschermassen in den Hochgebirgsregionen wie dem Himalaya erfordert eine radikale Verminderung der Dieselrußemissionen", sagte Veerabhadran Ramanathan. "Dennoch muss der Schwerpunkt auf der Minderung der CO2-Emissionen bleiben."

 

Der Ruß von Herdfeuern, abgebrannten Feldern und aus Dieselmotoren hat einen wesentlichen Anteil an der schnellen Gletscherschmelze. Die Rußpartikel treiben aus den Städten bis ins Hochgebirge, gehen auf den Gletschern nieder und verstärken als schwarzer Feinstaub die Absorption der Sonnenstrahlen auf dem Eis. Wenn die Gletscher im Himalaya abgeschmolzen sind, kommt nach der Flut die Dürre und die Monsunregenzeit verschiebt sich. Veerabhadran Ramanathan ist Mitglied des Weltklimarats IPCC, der 2007 den Friedensnobelpreis erhalten hat.

 

Der Klimawandel bedroht in Bangladesch auch die Küsten. Klimawissenschaftler rechnen damit, dass Bangladesch bis zu einem Drittel seiner Landmasse verlieren kann, da der Meeresspiegel in den kommenden Jahrzehnten bis zu einem Meter ansteigen kann. "Naturkatastrophen haben in den letzten Jahren Schäden angerichtet, die sich bis zu 100 Kilometer ins Landesinnere auswirken. Nicht auszudenken, was geschehen wird, wenn diese Unwetter sich mit einem Anstieg des Meeresspiegels koppeln", sagte Professor Dr. M. Qumrul Hassan von der Universität Dhaka, Bangladesch. Bangladesch sei besonders verwundbar durch den Klimawandel, da es eines der ärmsten Länder der Welt sei.

 

Die durch die abgelagerten Rußpartikel nun schneller abschmelzenden Gletscher verschärfen die verzweifelte Lage von Millionen Menschen. Verantwortlich für die Gletscherschmelze im Hochgebirge sind auch die Dieselrußemissionen aus dem Auto- und Nutzfahrzeugeverkehr in Europa. Die Partikel aus unvollständig verbranntem Dieselkraftstoff werden von den Luftströmungen insbesondere in die Arktis und auf die Gletscher der Hochgebirge getragen, gehen dort auf den Schnee- und Eismassen nieder und verhindern die natürliche Abstrahlung der Sonnenstrahlen von den eigentlich weißen Eismassen. Der Ruß schwärzt die Gletscher in der Arktis und im Gebirge wie Himalaya und Alpen ein und verändert die Reflexion der Sonnenstrahlen (sogenannter Albedo-Effekt).

 

Dr. Axel Friedrich, internationaler Verkehrsberater, forderte Deutschland auf, mit gutem Beispiel bei der Reduzierung von Dieselrußemissionen voranzugehen. "Wir geben das Modell für die Entwicklungsländer ab. Wir müssen deshalb die technische Entwicklung vorantreiben und diesen Ländern bei der Umsetzung in die nationale Politik helfen", sagte Friedrich.

 

Dr. Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik des BUND, warnte vor den Auswirkungen des Klimawandel auf die biologische Vielfalt. Diese würden bisher überhaupt nicht wahrgenommen. Bei uns seien z.B. die Alpen ein "hot spot" der Artenvielfalt und die floristisch reichhaltigste Region Mitteleuropas. Die Alpen seien aber am stärksten vom Klimawandel betroffen und müssten in höheren Regionen mit einem Temperaturanstieg von 5° Celsius rechnen. Die Kampagne gebe "die richtige Antwort auf die klimapolitische Herausforderung in dem sie technische Maßnahmen zur Rußminderung in Deutschland und Europa beschleunigt und gleichzeitig in Großstädten umweltverträgliche Verkehrslösungen vorantreibt, die Ruß und CO2 mindern", sagte Reh. "

 

Die Anpassung an den Klimawandel wird nicht nur in Ländern wie Bangladesch an Grenzen stoßen. Daher ist die Vermeidung der Ursachen umso wichtiger", ergänzte Dorothee Saar, Koordinatorin der Kampagne bei der Deutschen Umwelthilfe e.V.

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