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Atomkraftwerk Fukushima nach einer Explosion am 14. März - das genaue Ausmaß der Katastrophe bleibt weiter unbekannt. © flickr.com | DigitalGlobe

© Bild.de - 15.03.2011 | 12:00 Uhr
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:: Japan: Kühlung auch in Reaktoren 5 und 6 gefährdet

+ 15.03.2011 + Alles unter Kontrolle? Mitnichten. In Reaktor 4 ist ein Feuer ausgebrochen und Radioaktivität tritt ungehindert in die Atmosphäre aus und die Kühlung droht auszufallen.

Auch in Reaktor 2 des Unglücks-Atomkraftwerks Fukushima in Japan soll es eine Explosion gegeben haben, wie japanische Behörden am frühen Dienstagmorgen der Internationalen Atomaufsichtsbehörde IAEA mitteilten.

 

Am Freitag löst ein Erdbeben der Stärke 9 einen Tsunami aus, der weite Teile der Küste Japans überschwemmte. Das genaue Außmaß der Katastrophe ist noch nicht bekannt, Behörden sprechen von 6.000 bestätigten Toten, wahrscheinlich sind es mehr als 10.000.

 

Das hochtechnologisierte Land Japan hat seine Atomkraftwerke gegen Erdebeben bis zur Stufe 8,2 gesichert. Auf ein Beben der Stärke 9 waren sie nicht ausgelegt. Die Regierung ließ einen Teil der 55 Atomkraftwerke des Landes herunterfahren. Da allerdings der Strom im AKW Fukushima ausfiel, können dort die Brennstäbe nicht mehr ausreichend gekühlt werden. In mindestens drei der Reaktoren werden Kernschmelzen erwartet, wenn diese nicht bereits eingetreten sind.

 

Die Informationen bleiben weiter unklar. Die Betreiberfirma sprach nun von einer "schlimmen Situation", während sie noch am Vorabend erklärt hatte, alles unter Kontrolle zu haben. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge soll es nun auch Probleme mit der Kühlung der Reaktoren 5 und 6 geben.

 

Unterdessen ist der Wind über Japan gedreht. Bisher sah es so aus, als würde eine mögliche atomare Wolke direkt auf den Pazifik hinaus geblasen. Nun zieht der Wind allerdings direkt vom Unglückskraftwerk Richtung Hauptstadt Tokyo.

 

Der Wind soll laut Wiener Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) schwach wehen und dadurch besonders lange über Tokyo hängen. Außerdem soll es im Laufe des Dienstags in der Region Niederschlag geben, sodass die Radioaktivität abregnet. "Viel schlimmer geht es eigentlich nicht mehr", sagte ZAMG-Meteorologe Gerhard Wotawa im Spiegel.

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