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:: Klimawandel ist irreversibel

+ 11.01.2011 + Kanadische Wissenschaftler leiten aus ihren Modellen ab, dass selbst bei künftigen Nullemissionen die einmal eingeleitete Erwärmung weiter gehen wird.

Auch wenn die Menschen es schaffen würden, CO2-neutral zu leben, würde die Erwärmung des Planeten noch viele Jahrhunderte weitergehen. Das ist das Ergebnis einer in Nature Geoscience veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern des Canadian Centre for Climate Modelling and Analysis. Sie macht auf der Grundlage von Nullemissionsszenarien von 2010 bis 2100 Vorhersagen über 1000 Jahren.

 

Selbst wenn die Menschen ihre CO2-Emissionen bis 2100 ganz stoppen könnten, würden die bislang bewirkten Effekte mindestens die nächsten 1000 Jahre weiter laufen, ohne gestoppt werden zu können.

 

Bis 3000 – jenseits der menschlichen Vorstellungs- und Verantwortungskapazität – würde wahrscheinlich die westantarktische Eisfläche geschmolzen und das Meer um einige Meter gestiegen sein. Schon in den nächsten tausend Jahren würden Afrikas Wüsten um 30 Prozent wachsen und in der Antarktis das Meer um 5 Grad wärmer werden, während sich die nördliche Halbkugel abkühlen würde.

 

Im Süden würde sich das Meer erst jetzt aufgrund der CO2-Emissionen des letzten Jahrhunderts allmählich erwärmen. Zudem würden nach den Simulationen hier die Winde stärker werden, das Wasser im Meer mehr vermischen, mehr Wärme aus der Atmosphäre bringen und das Meer erwärmen.

 

Sollten die Klimamodelle der Wissenschaftler richtig sein, wäre die Frage, welche Konsequenzen daraus gezogen werden sollen. Nach der Studie ist nicht nur der Klimawandel irreversibel, sondern auch einige der regionalen Folgen wie die Erhöhung der Temperatur in der Antarktis und der Niederschlag in Nordafrika, die viele Jahrhunderte lang auch dann schlechter würden, wenn die Menschen keine CO2-Emissionen mehr verursachen. Helfen würden auch kein Geo-Engineering, man hätte ein Schicksal in Gang gesetzt, in das man nicht mehr eingreifen kann.

 

Wenn das so ist, dann müssten die Menschen klimapolitisch heute nicht nur für die nächsten Generationen, sondern Jahrtausende lang verantwortlich handeln. Das überfordert den Egoismus nicht nur wegen der fernen und unpersönlichen Zukunft, sondern auch deswegen, weil die Vorhersagen nur dann eintreten, wenn ansonsten die Bedingungen stabil bleiben.

 

Und wenn wir, die jetzt Lebenden, die Entwicklungen gar nicht verantworten müssen, sondern es eigentlich schon die Generationen vor uns waren, dann dürfte die Bereitschaft zum Handeln noch einmal geringer werden.

 

Am einfachsten haben es die Klimaskeptiker, die sowieso sagen, dass alles schon gut so sei und nichts anders werden muss, weil es eine von Menschen mit gemachte Klimaerwärmung gar nicht gibt.

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