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:: Klimawandel ist noch kein Globalthema

+ 07.06.2011 + Schwellenländer: Eigene Klimaschäden wichtiger als Konferenzen.

Obwohl das Interesse der Medien für den Klimawandel in den vergangenen 15 Jahren immens stieg, bieten die Medien noch keine globale Ebene, auf der man sich über das Thema verständigen kann. Das berichten Forscher vom KlimaCampus der Universität Hamburg in der Zeitschrift "Studies in Communication/Media".

 

Basis für Ideenaustausch

"Viele wünschen sich eine transnationale Öffentlichkeit für den Klimawandel, die Ideenaustausch ermöglicht und hilft, internationale Klimapolitik zu legitimieren. Derartige globale Tendenzen gibt es zwar, jedoch nur in der westlichen Welt", so Studienautor Andreas Schmidt im pressetext-Interview.

 

Die Forscher durchforsteten 80.000 Zeitungsartikeln aus 23 Ländern, wobei sowohl "Verursacher" des Klimawandels wie etwa die USA, Australien oder Frankreich wie auch vorwiegend "Betroffene" wie Namibia, Indonesien oder Mexiko vertreten waren. Für jedes Land wählten die Wissenschaftler ein nationales und qualitativ hochwertiges Leitmedium der überregionalen Tagespresse. Dieses wurde darauf überprüft, wie groß der Anteil von Beiträgen zum Thema Klimawandels an den gesamten Artikeln war.

 

Klimaopfer berichten anders

Von 1995 bis 2010 stieg die relative Zahl der Erwähnungen weltweit um das Vier- bis Achtfache, wobei sich das mediale Interesse seit 2005 auf hohem Niveau eingependelt hat. In Europa und Nordamerika gibt dabei die internationale Klimapolitik den Takt vor. "Die Spitzen sind eindeutig bei den Klimakonferenzen 2007 und 2009 sowie bei den Berichten des Weltklimarates IPCC", so Schmidt. Auch die Veröffentlichung von Al Gores Film "An Inconvenient Truth" habe deutlich dazu beigetragen.

 

Anders ist jedoch die Situation in den nicht-westlichen Ländern. Obwohl auch hier das Interesse deutlich stieg, gibt es kaum länderübergreifende Übereinstimmungen. Etwa in Asien zeigt sich eine sehr unterschiedliche Berichterstattung selbst bei Nachbarstaaten mit ökonomisch ähnlicher Entwicklung. Der Fokus liegt hier meist bei nationalen und regionalen Auswirkungen des Klimawandels, der besonders Schwellenländer stark betrifft. "Die Medien gehen hier individueller vor und interessieren sich weniger für scheinbar globale Anlässen", so die Hamburger Forscher.

 

Deutschen Medien ist Wetter egal

Eine detailliertere Auswertung mit Zeitreihen-Analysen erstellten die Forscher für Deutschland. "Auch hierzulande bestimmen Großereignisse wie etwa Weltklima-Konferenzen und auch IPCC-Berichte die Agenda der Klimawandel-Berichterstattung. Zudem liefern auch große wissenschaftliche Studien, die in den Fachzeitschriften 'Science' oder 'Nature' veröffentlicht werden, messbares mediales Echo", so Schmidt.

 

Für viele andere mögliche Faktoren trifft das allerdings nicht zu. "Kaum Auswirkungen haben hingegen Wetter-Extremereignisse, Diskussionen im Bundestag, Pressemitteilungen von NGOs oder Unternehmen sowie auch Publikationen deutscher Forscher", berichtet Schmidt.

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