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:: Kritik an Stromkennzeichnung - so wird keine einzige KWh Atomstrom verhindert!

+ 29.09.2011 + Gesetzliches Verbot von Atomstromimporten ist nicht umsetzbar.

«Eines steht fest: Ein gesetzliches Atomstromimportverbot, wie derzeit von Bundeskanzler Faymann ernsthaft geprüft wird, wäre EU-gesetzwidrig und ist daher nicht machbar. Die jüngst von der E-Control erlassene Stromkennzeichnungsverordnung bringt zudem keinen wesentlichen Mehrwert zur Situation vor Inkrafttreten. Der Umweltdachverband setzt daher der missglückten Verordnung folgende sinnvolle und realisierbare Forderung entgegen: Die KonsumentInnen müssen künftig nicht nur darüber informiert werden, wie sich ihr Haushaltsstrom zusammensetzt, sondern auch, mit welchem Strom Industrie, Handel, Gewerbe und Dienstleister produzieren, deren Produkte und Leistungen von KonsumentInnen in Anspruch genommen werden.

 

Denn diese Sektoren machen weitaus den Großteil des Stromendverbrauchs aus. Eine solche umfassende Stromkennzeichnung wäre rasch und unbürokratisch umsetzbar und würde für wirkliche Transparenz im Sinne des KonsumentInnenschutzes sorgen», sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.

 

Umweltdachverband fordert Einführung von Atomstrompickerl

Der Stromverbrauch der HaushaltskundInnen macht nur knapp 30 % des elektrischen Endverbrauches aus. Die restlichen 70 % fließen in Gewerbe, Industrie, Handel, den Dienstleistungssektor und in die öffentliche Hand und hier ist der Verbrauch von Atomstrom weiterhin unerkannt möglich. «Das muss sich ändern. Wir fordern Transparenz und das Grundrecht für alle KonsumentInnen zu wissen, mit welchem Strom die Produkte, die sie kaufen, hergestellt wurden oder mit welchem Strom die Hotelzimmer, in denen sie übernachten, beleuchtet werden», betont Heilingbrunner. Die Unternehmen müssen künftig verpflichtet werden, die Herkunft ihres Stromverbrauchs in Jahresberichten, auf der Website, etc. zu deklarieren.

 

Mit der Einführung eines Atomstrompickerls, das im Geschäftslokal ausgehängt bzw. angebracht werden muss, könnte man rasch und unbürokratisch für Transparenz sorgen. «Wenn wir heute in ein Lokal gehen, sehen wir durch das entsprechende Pickerl gleich, ob es ein Nichtraucherlokal ist. Ein Atomstrompickerl würde auf einen Blick klar machen, ob ein Händler oder Betrieb dreckigen Strom im Einsatz hat oder nicht. Die KonsumentInnen müssen wissen, wo Atomstrom drinnen ist - nur so können sie sich auch jenseits des Haushaltsverbrauchs mündig gegen Produkte und Dienstleistungen, in denen in Wahrheit Atomstrom drinsteckt, entscheiden», so Heilingbrunner abschließend.

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