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:: Macht und Geld statt Rettung des Klimas

+ 26.08.2010 + Indios kämpfen gegen Zerstörung - Die Welt schaut weg.

Es ist bereits fünf nach zwölf für den Klimaschutz, für die Rettung des Amazonas und anderer Gebiete. Das Überleben der Menschheit hängt vom Erhalt der tropischen Ökosysteme wie dem Amazonasbecken ab. So lagert zum Beispiel ein Drittel aller Süßwasservorkommen im tropischen Waldökosystem des Amazonas. Dennoch wird der Klimawandel jedes Jahr durch Abholzung von über zwei Mio. Hektar Amazonaswald beschleunigt.

 

Eine weitere Bedrohung stellen die Ölbohrlizenzen dar, die Staaten wie Ecuador, Peru und Brasilien an die großen Ölkonzerne vergeben haben. Ergebnis sind katastrophale Zerstörungen und Verseuchungen der Gebiete, die dem aktuellen Unglück im Golf von Mexiko in nichts nachstehen. Ölpipelines - zum Teil durch Banken wie der deutschen West LB finanziert - lecken immer wieder durch Erdbeben. Um Entsorgungskosten zu sparen, bleiben hochgiftige Stoffe auf dem Land und in den Gewässern zurück.

 

Nur ein Fünftel geschützt Ackerland und Trinkwasser der indigenen Bevölkerung sind vergiftet. Gesundheitliche Folgen sind neben Bauch- und Kopfschmerzen vor allem Hautausschläge, Fehlgeburten und Krebs. So sieht es zum Beispiel auch in der ecuadorianischen Amazonasregion nördlich des Nationalparks Yasuní aus. Im Park selbst sind bereits vier Fünftel der Fläche an ausländische Ölkonzerne vergeben. Das letzte Fünftel, das sogenannte ITT-Gebiet mit drei geplanten Bohrstellen, will nun Staatspräsident Rafael Correa unangetastet lassen. Als Ersatz für die ausfallenden Lizenzgebühren verlangt Ecuador 3,5 Mrd. Dollar von der internationalen Staatengemeinschaft. "Ecuador ist bereit sich zu opfern und seiner Verantwortung gegenüber dem Klima gerecht zu werden, wenn die Welt uns unterstützt. Lukrativer wäre es natürlich, das Öl zu fördern", ließ er in einer Erklärung verlauten.

 

Was Correa nicht dazu sagt ist, dass er den Druck auf alle anderen Gebiete erhöht und grünes Licht für deren Ausbeutung gegeben hat. "Während Correa als Gutmensch und ökologischer Saubermann international Reklame macht und Milliarden kassiert, um die einmalige Artenvielfalt im äußersten Zipfel des Nationalparks Yasuní nicht zerstören zu müssen, unterschreibt er gleichzeitig das Todesurteil für ein und dieselbe Artenvielfalt sowie die Bewohner jenseits der Grenzen des Parks", kritisiert Mascha Kauka scharf. Die Münchner Verlegerin unterstützt mit ihrer Stiftung AMAZONICA seit über 25 Jahren die Indiovölker in Ecuador.

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