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:: Mehr als eine Milliarde Menschen hungern

+ 16.11.2009 + Der Welternährungsgipfel in Rom mit mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sucht in Rom nach Mitteln gegen die weltweite Hungerkrise. Papst Benedikt XVI. kommt zum UN-Gipfel.

In Rom beginnt heute der Welternährungsgipfel der Vereinten Nationen. In den nächsten drei Tagen geht es um den gemeinsamen Einsatz gegen den Hunger Die internationale Gemeinschaft will die Zahl der Hungernden bis 2015 halbieren. Auf ihrem Gipfel wollen die Teilnehmer nach Lösungen im Kampf gegen den Hunger suchen. Zum ersten Mal besucht der Papst aus Deutschland den Welternährungsgipfel.

 

Zum ersten Mal besucht der Papst aus Deutschland die FAO. Seine Rede eröffnet den Welternährungsgipfel. Mit diesem Auftritt folgt das Kirchenoberhaupt nicht nur einer Einladung des FAO-Generaldirektors Jacques Diouf, sondern auch den Spuren seines Vorgängers Johannes Paul II., der 1996 als erster Papst die UN-Behörde neben dem Zirkus Maximus und den Caracalla-Thermen betrat.

 

Auch der Wojtyla-Papst sprach auf einer Konferenz zur Ernährungssicherheit. In den 13 Jahren seit diesem Besuch hat sich im Kampf gegen den Hunger einiges getan. „Als 1996 die erste Konferenz zum Thema 'Ernährungssicherheit' stattfand, konnten viele Leute mit diesem Begriff noch nicht viel anfangen“, berichtet Erwin Northoff, der die Arbeit der FAO-Medienabteilung koordiniert. Mittlerweile hat sich das Wort im deutschen Sprachgebrauch eingebürgert.

 

Doch das langfristige Ziel der FAO, die weltweite Ausrottung des Hungers, liegt nach wie vor in weiter Ferne. Das hat zuletzt der Welternährungsbericht 2009 deutlich gemacht, den die FAO im Oktober zusammen mit dem ebenfalls in Rom ansässigen Welternährungsprogramm WFP herausgegeben hat. Demnach hungern weltweit erstmals knapp mehr als eine Milliarde Menschen, ein Sechstel der Weltbevölkerung, vor allem in den armen Ländern Asiens und Afrikas. Für den Kampf gegen den Hunger stehen der FAO für die Jahre 2008 und 2009 rund 930 Millionen Dollar zur Verfügung.

 

Die mit 3600 Mitarbeitern größte UN-Sonderbehörde fördert mit diesem Geld insbesondere die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern. Dadurch soll diesen Staaten eine dauerhafte Lebensmittelversorgung aus eigener Kraft ermöglicht werden. Zudem ist die FAO wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen auch für die kurzfristige Nothilfe in Krisenregionen zuständig: Sie liefert nicht nur Lebensmittel, sondern unterstützt etwa auch Bauern bei der Bekämpfung einer akuten Heuschreckenplage. 2008 gab es 755 solcher Nothilfeeinsätze in 114 Staaten. Die FAO muss aber nicht zuletzt auch Überzeugungsarbeit leisten. Weil in der Landwirtschaft kaum schnelle Erfolge vorzuweisen seien, könnten Politiker oft nur schwer von der Notwendigkeit einer verstärkten Förderung überzeugt werden, erläutert Northoff. Dies sei eine wesentliche Aufgabe der bevorstehenden Konferenz.

 

Auch die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wird am Welternährungsgipfel teilnehmen. Deutschland ist mit einem Budgetanteil von etwa 9 Prozent nach den USA und Japan drittgrößter Geldgeber unter den 192 FAO-Mitgliedsstaaten. Warum die Ministerin für den FAO-Besuch in die italienische Hauptstadt reisen muss, und nicht nach Washington, wo die 1945 gegründete UN-Behörde die ersten sechs Jahre ihren Sitz hatte, ist heute fast vergessen: Die Welternährungsorganisation sollte dort sein, wo Hunger herrschte - das war damals Europa. Auch ihr lateinischer Leitspruch passt allerdings nicht nur aus sprachlichen Gründen besser in die Ewige Stadt. „Fiat Panis!“, lautet er, „Es werde Brot“, ein abgewandeltes Zitat aus der biblischen Schöpfungsgeschichte: „Es werde Licht“.

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