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:: Mineralölindustrie will Steuerrabatt auf E10-Sprit

+ 27.03.2011 + ADAC sieht wenig Chancen für Reduzierung der Verunsicherung.

Damit sich Autofahrer überzeugen lassen, das neue E10-Benzin zu tanken, bringt die Mineralölwirtschaft nun einen Steuernachlass ins Spiel. "E10 hat eine Chance, wenn es fair besteuert wird", so Klaus Picard, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands

 

Es müsse die niedrigere Energieausbeute des neuen Sprits mit bis zu zehn Prozent Bioethanolanteil berücksichtigt werden. Der Verband will eine Senkung der E10-Energiesteuer um mindestens zwei Cent.

 

Viele Motoren streiken

"Wir wollen nicht falsch verstanden werden, denn die Mineralölwirtschaft strebt keine zu niedrige oder gar subventionierte Besteuerung des E10-Kraftstoffes an", verdeutlicht Picard auf Nachfrage von pressetext. Die Mineralölwirtschaft hat sich verpflichtet, in diesem Jahr 6,25 Prozent Biosprit zu verkaufen, gemessen am Energiegehalt der gesamten veräußerten Kraftstoffmenge. Ohne einen entsprechenden Absatz ist die E10-Quote nicht zu erreichen.

 

Das Problem: Rund zehn Prozent der Motoren vertragen die E10-Sorte nicht. Verunsichert tankt ein Großteil der Autofahrer den neuen Kraftstoff nicht, weshalb der übrige Super-Sprit an Tankstellen knapp wird (E-10-Sprit: Ölkonzerne zocken Autofahrer ab). "Wir lassen uns den Schwarzen Peter nicht zuschieben. Schließlich haben wir dreistellige Millionenbeträge in die vorgeschriebenen Umrüstungen investiert", unterstreicht Picard.

 

Über 80 Prozent verunsichert

Auch wenn die Mineralölindustrie über die DAT-Listen zur Motorverträglichkeit informiert, macht der ADAC eine nach wie vor große Verunsicherung unter den Autofahrern aus. "Einer neuen Online-Umfrage zufolge sind nach wie vor über 80 Prozent verunsichert. Es ist zweifelhaft, ob allein ein E10-Rabatt von zwei Cent langfristig positive Auswirkungen auf die Preise hat", so ADAC-Sprecher Andreas Hölzel gegenüber pressetext.

 

Den Vorwurf des Mineralölwirtschaftsverbands, der ADAC versetze dem E10-Kraftstoff den Todesstoß, weist Hölzel entschieden zurück. "Die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben, führt zu nichts. Vielmehr müssen sich alle Beteiligten bemühen. Um E10 überhaupt noch zu retten, sind Anstrengungen seitens der Politik, der Automobilhersteller und auch der Mineralölwirtschaft nötig", verdeutlicht der ADAC-Sprecher.

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