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:: Neue Kernspaltung in Fukushima befürchtet

+ 02.11.2011 + Im japanischen Unglücks-AKW Fukushima hat angeblich eine neue Kernspaltung stattgefunden.

Der Kraftwerksbetreiber Tepco bestätigte, im Reaktor 2 sei das Gas Xenon 133 und 135 gefunden worden. Bei den Gasen handelt es sich um Nebenprodukte einer atomaren Reaktion.

 

Da diese radioaktiven Isotope über nur geringe Halbwertszeiten verfügen, können diese erst kürzlich entstanden sein. Die Halbwertszeit von Xenon 133 beträgt etwa fünf Tage, die von Xenon 135 weniger als 10 Stunden. Strahlungs-, Druck-, und Temperaturverhältnisse im Reaktor seien jedoch nur unwesentlich verändert, so Tepco.

 

Dennoch begann der AKW-Betreiber, dem Reaktor Borsäure über die Kühlwasserzuleitung zuzuführen, um die Gefahr einer unkontrollierten Kettenreaktionen zu minimieren und einer atomaren Katastrophe entgegenzuwirken.

 

Tepco-Sprecher Osamu Yokokura beschwichtigte: "Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass dies einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird." Eine Untersuchung des Vorfalls sei jedoch eingeleitet worden, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde mit.

 

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ÖDP: Atomkraft ist nicht beherrschbar

Buchner: „Arbeiter in Fukushima sind völlig unzureichend geschützt“

„Die Lage in den zerstörten Reaktoren in Fukushima ist keineswegs unter Kontrolle, wie von der Betreiberfirma Tepco behauptet.“ So analysiert Prof. Dr. Klaus Buchner, Atomphysiker und Chef der Bundesprogrammkommission in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), die jüngsten Schreckensmeldungen aus Japan.

 

Er erläutert: „Wenn nach einem halben Jahr die Kettenreaktion unerwartet wieder aufflammt, bedeutet das, dass man nicht weiß, in welcher Lage sich der geschmolzene Reaktorkern befindet.“ Um eine Kettenreaktion zu stoppen, planten die Betreiber des AKW nun, Borsäure in die Reaktoren zu pumpen. Buchner weiter: „Für bestimmte Formen der Kernschmelze hilft das wenig. Das lässt nur einen Schluss zu: Man tappt offenbar im Dunkeln und hofft, dass sich die Kettenreaktion nicht explosionsartig ausweitet.“

 

ÖDP-Politiker Buchner weist auch auf die Tatsache hin, dass täglich Busse mit Arbeitern zu den AKW-Ruinen gefahren würden, um die „Aufräumarbeiten“ durchzuführen, die nach einer Schätzung der japanischen Regierungsberater noch 30 Jahre dauern werden. Buchner dazu: „Diese Arbeiter sind völlig unzureichend vor der Strahlung geschützt. Nach dem Konzept der Betreiberfirma Tepco muss aber auch jetzt an den zerstörten AKWs gearbeitet werden, um die Borsäure zu den geschmolzenen Kernen zu bringen.“

 

Und das, obwohl die Strahlung durch die Kettenreaktion noch höher sei als sonst, und man außerdem nicht genau wisse, was in der Kernschmelze vor sich geht. „Was passiert mit diesen Menschen, wenn sich tatsächlich eine nukleare Explosion ereignet, so wie das nach neueren Erkenntnissen in Tschernobyl passiert ist?“ fragt Buchner abschließend.

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