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Neun "Eco-Topias" aus aller Welt werden vorgestellt © popsci.com
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:: Neun CO2-neutrale Kommunen vorgestellt

+ 02.07.2010 + Wissenschaftsmagazin stellt vielversprechende Umweltprojekte vor.

Aktuelle Klimastudien zeichnen ein dramatisches Bild über die Zukunft der Erde. Mit einem athmosphärischen CO2-Gehalt von 385 ppm und Vorhersagen, dass diese Menge auf 450 ppm im Jahr 2050 ansteigen könnten, ist rasches Handeln angesagt. Das Wissenschaftsmagazin Popular Science hat insgesamt neun vielversprechende Klimaschutz-Kommunen in seiner Online-Ausgabe vorgestellt.

 

 

Als bestes US-Projekt wurde die 900-Seelen-Gemeinde Greensburg im Bundesstaat Kansas erwähnt, die im Mai 2007 bei einem Tornado zu 95 Prozent zerstört wurde. Aus der Not machten die Gemeindeväter eine Tugend und errichteten eine Kommune, die ihre Energie aus einem Mix von Geothermie, Solar- und Windkraft bezieht. Damit können insgesamt 19.800 Tonnen CO2 eingespart werden. Bis 2017 will die Gemeinde kohlenstoffneutral werden.

 

Best-Practice-Beispiele stimulieren

Auch der kleinste Staat der Erde, der Vatikan, setzt auf erneuerbare Energieversorgung. Staatsoberhaupt Papst Benedikt XVI plant, den derzeitigen CO2-Ausstoß von 7,434 Tonnen auf null zu reduzieren. Erster Schritt war die Errichtung einer Photovoltaikanlage, die 300.000 Kilowattstunden Strom jährlich herstellen kann. Wann genau der Vatikan kohlenstoffneutral ist, wurde nicht kommuniziert.

 

Besonders ehrgeizig zeigen sich die 4.000 Einwohner der dänischen Insel Samsö. 21 Windturbinen, die sich mit rund 39 Mio. Dollar zu Buche schlugen, haben die Insel 2007 kohlenstoffneutral gemacht. Das gelang ohne Steuerermäßigungen oder andere Benefits für die Bewohner. Der einzige Grund für das Handeln war der Stolz der Einwohner. Derzeit wird auf der Insel um zehn Prozent mehr Strom produziert als gebraucht wird.

 

Eilige und teure Projekte

Die insgesamt 20 Malediven-Atolle mit insgesamt 1.087 Inseln ragen nur wenige Meter aus dem Indischen Ozean. Ein Anstieg des Meeresspiegels hätte für die rund 400.000 Einwohner fatale Folgen, daher will der charismatische Präsident Mohammed Nasheed das Land bis 2020 kohlenstoff-neutral machen. Eingespart werden müssen 792.000 Tonnen CO2. Das schlägt sich mit Kosten von 1,1 Mrd. Dollar nieder, die aus den Einkünften des Tourismus kommen sollen. (Malediven wollen in einer Dekade CO2-neutral sein)

 

Die weltweit teuerste "grüne Stadt" heißt Masdar City und liegt im arabischen Emirat Abu Dhabi. 22 Mrd. Dollar wird dieses Vorzeigeprojekt in Sachen erneuerbare Energien kosten. Energie-Herz der Stadt wird ein gewaltiges Solarkraftwerk sein. Geplant ist zudem auch ein erweitertes Photovoltaik-System, bei dem Parabol-Spiegel das Sonnenlicht auf einen zentralen Solarturm fokussieren. 3,5 Mio. Tonnen CO2 sollen dann in der 90.000 Einwohnerstadt in einer der ölreichsten Regionen der Erde eingespart werden.

 

Unterschiedlicher Ansatz

Zum 200. Geburtstag des 51.000 Quadratkilometer großen mittelamerikanischen Staates Costa Rica im Jahr 2021 will man sich kohlenstoffneutral geben. Die 4,25 Mio. Einwohner werden bereits jetzt zu 90 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Ressourcen - vor allem aus Wasserkraft, Wind und Geothermie - versorgt. Nun soll noch Sonnenstrom hinzukommen. Zehn Mrd. Euro wird die Umstellung kosten. Inkludiert darin sind auch elektrische Eisenbahnen und Busse.

 

Die Siedlung BedZED in London, gehört mit seinen 220 Bewohnern zu den ersten CO2-neutralen Siedlungen. Sämtliche der 100 Heime und 15 Apartments wurden aus lokalen Materialien hergestellt. Bis 2011 will die Gemeinde Dockside Green auf der Vancouver Island im kanadischen British Columbia kohlenstoffneutral werden. Jährlich sollen 52.500 Tonnen CO2 eingespart werden. Zu den Features gehören vom US Green Building Council zertifizierte Gebäude sowie ein spezielles Abwassersystem, bei dem geklärtes Abwasser zur Toilettenspülung verwendet wird.

 

Das ambitionierteste Energievorzeigeprojekt Australiens ist Moreland nahe der Metropole Melbourne. Bis 2030 soll der 150.000-Einwohner-Stadtteil kohlenstoffneutral werden. Statt auf Hightech setzt man hier vor allem auf Erziehungsmaßnahmen und öffentliche Veranstaltungen, die Energie- und Umweltprojekte zum Ziel haben.

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