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:: Photovoltaik: Auch 2011 großartige Fortschritte
+ 31.12.2011 + Im zu Ende gehenden Jahr 2011 machte die Stromerzeugung aus Photovoltaik wieder einen sehr großen Schritt nach vorne.
Nachdem 2010 mit einem Zubau von 7,4 Gigawatt (= 7.400.000 Kilowatt) ein unglaublicher Sprung geschafft wurde, wird die deutsche Solarwirtschaft dieses Jahr voraussichtlich auch wieder 6 GW zubauen.
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Deutsche Solarstromerfolgsgeschichte in Millionen Kilowattstunden (Gigawattstunden = GWh) und Zubauzahlen (siehe Grafik 1 linker Container)
Quellen: AG Energiebilanzen | Bruttostromerzeugung in Deutschland von 1990 bis 2010 nach Energieträgern
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Jetzt liegt der Beitrag der Photovoltaik zur Deckung unseres Strombedarfs nicht mehr im Promillebereich sondern schon bei fast 4 Prozent unseres Nettostromverbrauchs.
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In unserem Land werden über 1 Million Anlagen betrieben. In den letzten Jahren haben dafür die Betreiber – also kleine und große Betriebe sowie hunderttausende BürgerInnen - über 60 Milliarden Euro investiert. Wir Bürger haben gemeinsam viel mehr in neue Kraftwerke gesteckt als die vier Stromriesen Eon, RWE/LEW, EnbW und Vattenfall zusammen.
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Auch macht die deutsche PV-Branche allen Unkenrufen zum Trotz Rekordumsätze. Zwar sind einige Modulhersteller in Schwierigkeiten (leider auch das avantgardistische Unternehmen solon), zwar haben einige Händler wegen des Preisverfalls auf ihre Lagerbestände Millionensummen abschreiben müssen aber insgesamt wird die Branche auch dieses Jahr gute Umsätze machen und Geld verdienen. Zur Branche gehören: Maschinenbauer zur Herstellung von PV-ProdukÂtionsanlagen, Produzenten von Rohstoffen wie Silizium, Solarzellen- und Modulhersteller, Wechselrichterproduzenten, Hersteller von Gestellen, Händler, Solarteure, Wissenschaftler.
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Wir können in Deutschland auch stolz sein, dass solartechnologisch führende Unternehmen wie Centrotherm, Bosch, SMA, KACO new energy, Solarworld, Q-Cells … in unserem Land erfolgreich sind.
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Erfolgszahlen der Solarbranche (siehe Grafik 2 linker Container)
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Im Bereich Photovoltaik verteilen sich die Arbeitsplätze auf die einzelnen Teile der Wertschöpfungskette wie folgt (Schätzungen vom Bundesverband Solarwirtschaft): Handwerk: 50 Prozent; Großhandel: 7 Prozent; Industrie und Zulieferer: 43 Prozent.
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Aber die Chinesen?
Seit Beginn der Solarerfolgsgeschichte zu Beginn dieses Jahrhunderts stieg jedes Jahr die Summe der in Deutschland hergestellten Solarmodule. Im Jahr 2010 waren es gut 3 GW. Der deutsche Markt wie auch der Weltmarkt wuchsen schneller und zugleich haben China wie auch Taiwan die Photovoltaik zu einer strategisch wichtigen Branche ihrer Volkswirtschaft erkoren. Und dafür auch viel staatliches Geld eingesetzt.
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Da infolge sowohl des technischen Fortschritts wie auch der Kostensenkung durch Vergrößerung der Stückzahlen („economics of scale“) die Preise für Solaranlagen rapide fallen, werden jetzt auch in Entwicklungs- wie in Schwellenländern immer mehr PV-Anlagen installiert. Heute kann in China oder Indien oder auch Afrika aus neuen PV-Anlagen der Strom für unter 20 Cent/kWh geliefert werden. Und ist damit bald konkurrenzfähig zu Strom aus neuen Kohle- oder Atomkraftwerken. Rechnet man die Folgekosten mit ein, ist heute dieser Solarstrom schon preiswerter als der Atom- und der Kohlestrom.
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In den nächsten fünf Jahren wird überall der Solarstrom billiger als der aus vergleichbaren Atom- und Kohlekraftwerken werden. Die Elektrifizierung Afrikas wird nicht, wie noch vor einem Jahr von Frankreichs Areva und Sarkozy propagiert, durch Atomkraft sondern durch Solar- und Windkraft erfolgen.
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Und die Strompreise?
In den letzten fünf Jahren wurde der Preis für neue Solaranlagen mehr als halbiert. Kostete im Sommer 2006 jedes installierte Kilowatt PV noch fast 5.000 Euro, so lag im Sommer 2011 dieser Preis bei etwa 2.200 Euro. Jetzt zum Jahreswechsel bei 1.800 bis 2.000 Euro. Dementsprechend konnten auch für neue Anlagen die Vergütungen pro Kilowattstunde Solarstrom etwa halbiert werden. Von 2006 im Schnitt 50 Cent auf 2011 rund 25 Cent. Und ab 1.1.2012 sinken sie wieder um 15 % auf durchschnittlich 21 ct/kWh. Kleine Anlagen bekommen mehr und große Anlagen weniger.
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Solarstrom ist noch teuer und senkt aber bereits über den Merit-Order-Effekt die Börsenstrompreise. Und die sind für den Einkauf vieler Stromunternehmen preisbestimmend.
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Merit-Order-Effekt
Ein wichtiger Strompreis an der Börse wird berechnet indem die Kraftwerke nach ihren Stromerzeugungskosten aufgereiht werden. Und das bei der jeweiligen Nachfrage gerade noch benötigte teuerste Kraftwerk bestimmt den Strompreis für sogar alle Kraftwerke. Meistens sind in den Mittagsstunden der Verbrauch und dadurch auch die Preise am höchsten – und gerade in dieser Zeit produzieren die Solaranlagen am meisten Strom und verderben so den teuren Spitzenlastkraftwerken das Geschäft. Sie drücken dadurch sogar die Preise für alle Kraftwerke. Bei der Strompreisberechnung nach der Merit-Order werden übrigens die Strompreise der Kraftwerke, die nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz arbeiten, nicht angesetzt, da sie ja wegen des Einspeisevorrangs ohnehin einspeisen dürfen.
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Solarstrom kostet uns Endkunden über die EEG-Umlage zusätzlich rund 3,5 Cent je verbrauchter Kilowattstunde. Aber zugleich senkt der Solarstrom schon die Strombörsenpreise und somit den deutschen Strompreis. In kommenden Jahren immer mehr.
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Das ist der Grund, warum die Konzerne RWE/LEW & Co den Solarstrom, den sie früher als Peanuts abgetan haben, jetzt hassen und voraussichtlich im neuen Jahr versuchen werden, den PV-Ausbau durch Gesetzesänderungen abzuwürgen. Die CDU Abgeordneten Thomas Bareiß, Michael Fuchs, Volker Kauder und Joachim Pfeiffer wetzen schon die Messer. Ebenfalls der FDP-Politiker Philipp Rösler. Wir können und müssen in den kommenden Wochen offensiv den Nutzen der Solarenergie vertreten.
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Die vierte Revolution: 4 – 23 – 47 – 100 Prozent
1993 sagten die Stromkonzerne voraus, dass wir auch auf lange Sicht nicht mehr als 4 % unseres Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugen könnten. Heute sind es aber schon 23 Prozent unseres Nettoverbrauchs. Im Jahr 2020 können es nach BWE-Prognose bereits 47 % sein. Und ab 2030 nähern wir uns dann den 100 % EE-Strom.
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Mit überfälligen Verbesserungen beim Energiesparen und der Energieeffizienz wie weiterem Ausbau der Erneuerbaren Energien können wir zügig die klimaschädlichen fossilen wie auch die umweltverseuchende nukleare Energie ablösen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss begleitet werden durch intelligentes Verbrauchsmanagement („Lastmanagement“), Umbau des Stromnetzes und Schaffung vielfältiger und dabei bevorzugt dezentraler Energie- und Stromspeicher. Wir brauchen aber auch große Pumpspeicherkraftwerke.
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FORUM Aufgaben in 2012
Bei der für Februar anstehenden FORUM-Jahreshauptversammlung werden wir über unsere Hauptaufgaben 2012 sprechen und sie miteinander vereinbaren. Als Vorstand schlagen wir voraussichtlich vor:
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Unsere gemeinnützige Bürgerinitiative FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. stellt sich im Jahr 2012 vier Hauptaufgaben:
- Streiten für: Solarstrom schont die Umwelt und wird immer preiswerter. Der Ausbau darf nicht abgewürgt werden!
- Voranbringen: Wir können und müssen in Süddeutschland Tausende Windkraftwerke bauen. Dabei sollen möglichst viele als Bürgeranlagen entstehen. Dazu werden unsere Partner voraussichtlich Anteile an Kommanditgesellschaften (KG) und Genossenschaften anbieten.
- Laut sagen: Atomkraftwerke können und müssen schneller abgeschaltet werden. Die gefährlichsten zuerst! Welche Parteien und Bundestagsabgeordnete stehen hierfür an unserer Seite?
- Diskutieren und anschieben: Für eine weniger gefährliche Dauerlagerung des tödlich strahlenden Atommülls müssen wir den best geeigneten Ort für ein unterirdisches Endlager in Deutschland suchen und dann den Bau des Endlagers voranbringen.
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