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:: RWE und Gazprom – Partner der Zukunft mit Strategie der Vergangenheit

+ 17.07.2011 + Anstatt auf Erneuerbare Energien zu setzen, will RWE künftig gemeinsam mit Gazprom Kohle- und Erdgaskraftwerke bauen.

RWE will sich ausgerechnet in die Abhängigkeit des Konzernes begeben, der auf Betreiben Putins die Ausweitung der  Energiemacht Russlands organisiert. Es zeugt von großer Instinktlosigkeit, dass mitten auf dem Höhepunkt der Debatte um die Quadriga Preisverleihung an Präsident Putin, RWE die machtpolitischen Ausweitungsstrategien von Gazprom unterstützt. Der RWE-Vorstand zeigt zudem, dass er nicht fähig ist, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Wenn RWE so weiter macht, ist es mit der Eigenständigkeit bald vorbei. In der Vergangenheit hat die Umwelt unter der RWE-Unternehmenspolitik leiden müssen. Jetzt sind es zusätzlich die Aktionäre. Letztere haben  allerdings auch selbst schuld, da sie dem Treiben tatenlos zuschauen.

 

Ganz nebenbei dürften damit die Träum von der Nabucco-Erdgasleitung abgeräumt sein. Gazprom versucht seit Jahren, diese Erdgasleitung zu verhindern, um Wettbewerb im Gasmarkt zu verhindern. Ich habe seit Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass Nabucco, genauso wie der Bau der Ostseepipeline eine falsche Strategie ist. Die Länder der Europäischen Union sowie die EU-Kommission sollten endlich erkennen, dass die gefährliche Abhängigkeit vom russischen Erdgas solange erhalten bleibt, wie man nicht auf Erdgaseinsparung und Alternativen zum Erdgas setzt.

 

Wiederholt hat Gazprom den Erdgashahn für Weißrussland kurzerhand zugedreht. Es ist allerdings auch zu befürchten, dass jetzt in einigen Ländern die nächste Blase aufgetan wird, die Shale-Gas-Blase. Bis zu deren Platzen werden dann wieder wertvolle Jahre für Energieeffizienz und grünes Gas  verloren gehen. Derweil werden die Mittel für Biogas gekürzt (siehe EEG-Novelle) und die Mittel für Energieeinsparung in Kohlesubventionen umgewandelt (s.o.).

 

Auch die Versuche von Kanzlerin Merkel, die Diversifizierung von Erdgas-bezugsländern ausgerechnet in Nigeria voranzubringen, ist mehr als verantwortungslos. Wir sollten uns alle erinnern an den Mord der nigerianischen Regierung an Ken Saro Wiwa, der sich als Umweltaktivist gegen die Verseuchung seines Landes durch die Erdöl- und Erdgaskonzerne engagiert hat.

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