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:: Reaktorkatastrophen in Japan demonstrieren Unbeherrschbarkeit der Atomenergie

+ 20.03.2011 + Die EWS arbeitet seit vielen Jahren als Voraussetzung für den Umbau der Energiewirtschaft konsequent an der Dezentralisierung und Demokratisierung der Energieversorgung. Eine Meinung von Sebastian Sladek

"Seit über zwanzig Jahren unterstützen die Elektrizitätswerke Schönau  die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und  wissen daher, welch unvorstellbares Leid die Folgen einer solchen Katastrophe für die Menschen mit sich bringt: Unser Mitgefühl gilt jetzt den Menschen in Japan, die durch die Reaktorkatastrophen ihre Heimat auf unbestimmte Zeit verlassen müssen, den Technikern und Arbeitern, die unter Einsatz ihrer Gesundheit und womöglich ihres Lebens versuchen, das Schlimmstmögliche zu verhindern und natürlich der japanischen Bevölkerung, die durch die Folgen von Erdbeben bereits schwer getroffen ist und nun auch noch eine nukleare Verstrahlung fürchten muss.

 

Seit langem schon weisen  zahlreiche  Studien gravierende  Sicherheitsmängel bei deutschen Atomkraftwerken nach. Dennoch beschloss die Bundesregierung im Herbst 2010 in Absprache mit den Energiekonzernen die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, die deutschen Atomkraftwerke seien sicher.

 

Nun hat sich die Lage – so die Regierungsmeinung - geändert: Die Atomkraftwerke müssten auf ihre Sicherheit überprüft werden, daher wolle man ein dreimonatiges Moratorium machen und die sieben ältesten Reaktoren solange vom Netz nehmen.

 

„Was bitte schön,“ so Sebastian Sladek, Geschäftsführer der Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH, „soll denn eine solche Sicherheitsüberprüfung ergeben, was nicht schon längst bekannt ist?

 

Auch deutsche Reaktoren sind nicht ausreichend gegen Erdbeben gesichert, ebenso wenig wie gegen Flugzeugabstürze und Terroristenangriffe. Und am allerwenigsten ist menschliches Versagen auszuschließen, das jederzeit und überall eintreten kann.

 

Daher kann es jetzt nur eine Konsequenz geben: Die Laufzeitverlängerungen rückgängig machen, die ältesten und damit störanfälligsten Reaktoren so schnell wie möglich dauerhaft vom Netz nehmen, und die Rahmenbedingungen schaffen, Erneuerbare Energien und Kraftwärmekopplung schneller als bisher von der Regierung geplant auszubauen.“

 

Die EWS arbeitet seit vielen Jahren als Voraussetzung für den Umbau der Energiewirtschaft konsequent an der Dezentralisierung und Demokratisierung der Energieversorgung. An den fünf Stromnetzen der EWS sind die Bürger beteiligt, ebenso wie an Kraftwerksprojekten und der EWS Vertriebsgesellschaft,  die an mehr als 100.000 Kunden in ganz Deutschland konsequent nur sauberen Strom verkauft.

 

Bürgerbeteiligung ist für die aus einer Bürgerinitiative nach Tschernobyl entstandene EWS wichtiger Bestandteil ihrer Unternehmensphilosophie: „Wenn die Bürger miteingebunden und gut informiert sind, wenn sie mitentscheiden und auch mitverdienen können“, so Sebastian Sladek, „ kann Notwendiges leichter umgesetzt werden. Die  Regierung muss dann nur noch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, das aber schnell und konsequent“.

 

So sieht die EWS es als Gebot der Stunde, einen glaubwürdigen und schnellen Atomausstieg vorzunehmen, ein ehrgeiziges Kraft-Wärme-Kopplungs-Programm aufzulegen  und Hemmnisse beim Ausbau der regenerativen Energien abzubauen. Je konsequenter dezentrale Strukturen realisiert werden,  desto geringer wird  auch der notwendige Netzausbau anfallen."

 

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