|
:: Rohstoffverbrauch soll auf ein Drittel sinken
+ 28.05.2011 + Die Industrieländer müssen ihren Umgang mit Ressourcen radikal ändern, um einer weltweiten Krise bis 2050 zu entgehen.
Das geht aus zwei wissenschaftlichen Berichten für die EU-Kommission und die UN-Umweltbehörde UNEP hervor, die am Donnerstag (26.5.) in Brüssel vorgelegt wurden.
Der erste Bericht befasst sich mit Metallrecycling. Danach wird ein Großteil der Metalle, darunter wichtige High-Tech-Metalle, nach Gebrauch zu 99 Prozent weggeworfen statt recycelt. Nur bei 18 Metallen liege die Recyclingquote über 50 Prozent, schreiben die Autoren, darunter Matthias Buchert vom Öko-Institut in Darmstadt. Spezialmetalle und Seltene Erden für High-Tech-Anwendungen könnten bald fehlen, wenn diese Praxis nicht radikal geändert werde.
Dazu müssten die Recyclingquoten durch bessere Sammel- und Recyclingsysteme vor allem in den Entwicklungsländern stark erhöht werden. Das könne aber gleichzeitig umweltfreundliche Arbeitsplätze schaffen und spare in großem Umfang CO2-Emissionen ein. Metalle zu recyceln ist laut der Studie zwei- bis zehnmal energiesparender als Roherze zu schmelzen.
Der zweite Bericht untermauert die Notwendigkeit einer drastischen Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum. Bei einer Business-as-usual-Entwicklung werde sich der Verbrauch von Mineralien, Erzen, fossilen Brennstoffen und Biomasse bis 2050 verdreifachen. Das sei unhaltbar, könne aber durch eine höhere Ressourceneffizienz aufgefangen werden. In der Studie werden dazu drei Szenarien vorgestellt.
Darunter verlangt das weitgehendste von den Industrieländern, ihren Ressourcenverbrauch um zwei Drittel zu reduzieren, während andere Länder ihn nicht erhöhen sollen. Insgesamt soll der weltweite Ressourcenverbrauch dauerhaft auf dem Niveau des Jahres 2000 bleiben. Der von der Leiterin des Wiener Instituts für Soziale Ökologie Marina Fischer-Kowalski verfasste Bericht war bereits am 18. Mai vor der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) vorgestellt worden.
Die beiden Berichte wurden vom Ausschuss für Ressourcenbewirtschaftung (International Resource Panel) beim UNEP unter Leitung von Ernst Ulrich von Weizsäcker und Ashok Khosla, Präsident der Weltnaturschutzunion IUCN, erarbeitet. Im Rahmen der am heutigen Freitag zu Ende gehenden "Green Week" wurden die Studien in Brüssel vorgestellt.
Sie sollen den "Fahrplan hin zu einem ressourceneffizienten Europa" vorbereiten, den die Kommission nach Angaben von Umweltkommissar Janez Potočnik in Kürze vorlegen will. Potočnik sagte in Brüssel, für die notwendige Umstellung bei der Ressourcennutzung seien "wichtige Entscheidungen in Bereichen wie Steuerreform und die Beseitigung ineffizienter Subventionen erforderlich". Darüber müsse jetzt ein "wirksamer Dialog" mit den Mitgliedstaaten stattfinden.
UNEP-Chef Achim Steiner sagte, Europa spiele eine Schlüsselrolle bei den gemeinsamen Anstrengungen, das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln und einen weltweit fairen und gerechten Zugang aller Menschen zu den Ressourcen zu gewährleisten.
|



















