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:: Sonnenbeben erreicht die Erde

+ 18.02.2011 + Wenn Ihnen am heutigen Morgen einiges komisch vorkommt, gibt es eine gute Erklärung: Sonneneruption.

Eine gigantische Fackel aus Gas und Partikeln rauschte in Richtung Erde - und wird in Mitteleuropa ihre Wirkung am frühen Freitag entfalten. In China hat sie bereits Kurzwellenfrequenzen beeinträchtigt, in den nördlichsten und südlichsten Regionen der Welt sorgt sie für das berühmte Polarleuchten. Die Sonne hatte am Mittwoch Unmengen an solaren Partikel in den Weltraum geschleudert, nach 150 Millionen Kilometer stoßen diese nun auf die Erde. Gott zum Gruß werden sie hier allerdings durch das Magnetfeld aufgehalten.

 

Allerdings warnten Wissenschaftler im Vorfeld, dass technische Systeme im Erdorbit und auf der Oberfläche beeinträchtigt werden könnten. Kein Handy-Empfang an diesem Morgen kann also durchaus auf das Konto der Sonneneruption vom Mittwoch gehen. Vorsicht allerdings bei einem kundigen Chef: Laut Informationen der "British Geological Survey" (BGS) werden die koronalen Massenauswürfe sich nicht ganz so stark auswirken, wie zunächst vermutet.

 

Ausgangspunkt des Phänomens ist eine Sonneneruption der Kategorie x-Flares (der Höchsten), die von der NASA am Mittwoch mit ihrem Satelliten Solar Dynamics Observatory beobachtet wurde. Es ist die größte Sonneneruption seit vier Jahren, die Ausbruchsstelle der beschriebenen Eruptionen ereignete sich am Sonnenflecken 1158. Bei diesen auch als "Sonnenstürme" bezeichneten Phänomenen werden gigantische Energie-Mengen freigesetzt, nun erreichen Sie die Erde.

 

Bei diesen Sonnenbeben - von der Wissenschaftl als "koronaler Massenauswurf" (KMA) bezeichnet - stößt die Sonne geladene Partikel milliardenfach aus den Sonnenflecken aus. Eruptionen dieser Art könnten zum Ausfall des Radioempfangs und zu lang anhaltenden Strahlenstürmen führen, erklärte die Nasa in Washington. Besonders gefährdet seien Telekommunikationssatelliten oder die 20.000 Kilometer von der Erde entfernt im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem die moderne Luft- und Schifffahrt weitgehend abhängig ist. 1973 hatte eine Sonneneruption zum Stromausfall in der kanadischen Provinz Quebec geführt - sechs Millionen Menschen saßen damals im Dunkeln.

 

Wenn die Flares, wie die hochenergetischen Teilchenstürme in der Wissenschaftssprache genannt werden, die Erde erreichen, dellen sie vor allem die Magnetosphäre des Planeten ein. Wer tief im Süden oder hoch im Norden lebt, kann auf Polarlichter hoffen. Das passiert, weil die Plasmateilchen, eingefangen vom Erdmagnetfeld, die Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle der Luft zum Leuchten anregen.

 

Vermutlich wird es in den kommenden Monaten häufiger zu solchen Ausbrüchen unseres Zentralgestirns kommen: Etwa alle elf Jahre durchläuft unsere Sonne einen sogenannten Sonnenfleckenzyklus.  Auf eine Phase relativer Ruhe folgt eine Zeit großer Aktivität - dann geht es wieder von vorn los.

 

Zuletzt war die Sonnenaktivität eher gering oder "ruhig" - was den Klimawandel entschleunigte. Die Sonne schickte einfach weniger Energie aus als in heftigen Zeiten. Nun aber könnte sich das fatal umkehren: Selbst ambitionierterer Klimaschutz könnte in den kommenden Jahren keinerlei Wirkung zeigen obwohl er wirkt. Nur dass die Sonne wieder mehr Energie auf die Erdoberfläche sendet und so die Erderwärmung anheizt.

Quelle:

Mit freundlicher Genehmigung

KLIMARETTER.INFO | Nick Reimer 2011

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