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Eislandschaft in der Arktis. © Alfred-Wegener-Institut

Veränderungen im Süßwassergehalt des Arktischen Ozeans in den Jahren 2006-2008 im Vergleich zu 1992-1999. Negative Werte der Salinität (Salzgehalt) sind in den Farben Gelb, Blau und Grün dargestellt und bedeuten eine Abnahmen. © Benjamin Rabe, Alfred-Wegener-Institut
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:: Süßwassergehalt im Arktischen Ozean gestiegen

+ 26.03.2011 + Plus 20 Prozent seit 1990 - Auswirkungen auf globale Ozeanzirkulation.

Im oberen Arktischen Ozean ist der Süßwasseranteil stark gestiegen. In den letzten 20 Jahren hat der Süßwassergehalt um 20 Prozent zugenommen. Der Anstieg entspricht etwa 8.400 Kubikkilometer, ermittelten Forscher des Alfred-Wegener-Instituts. Das ist etwas in der Größenordnung wie jene Menge Süßwasser, das jährlich aus dem arktischen Ozean in flüssiger oder gefrorener Form in andere Meere fließt. Der Gehalt an Süßwasser an der Oberfläche beeinflusst, ob Wärme des Wassers an die Atmosphäre oder an Eis abgegeben wird.

 

"Das Süßwasser wirkt wie ein Deckel auf dem Arktischen Ozean", sagt Benjamin Rabe vom Alfred-Wegener-Institut im Interview mit pressetext. "Das verhindert, dass sich das Wasser vertikal durchmischen kann." Das Süßwasser bleibt oben, das salzigere Wasser unten. Die Versüßung des Wassers wirkt sich auf die globale Ozeanzirkulation aus, aber die genauen Folgen sind nicht absehbar.

 

Globalen Folgen

Die Forscher erwarten, dass zusätzliche Süßwassermengen im oberflächennahen Arktischen Ozean in den kommenden Jahren in den Nordatlantik ausströmen wird. Die Menge des Süßwassers, das aus der Arktis kommt, beeinflusst die Tiefenwasserbildung in der Grönlandsee und der Labradorsee. Das kann globale Folgen haben. Wie diese aussehen werden, könne man zwar im Computer simulieren, aber nicht voraussehen, sagt Rabe.

 

Sicher ist, wenn sich im Arktischen Ozean Süßwasser ansammelt, ändert sich die Wasserhöhe. Dadurch könnten sich Meeresströmungen innerhalb der Arktis ändern. Ob das etwa Auswirkungen auf den Golfstrom hat, kann die Wissenschaft nicht voraussehen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass man bei dem Thema "am Ball bleiben muss", sagt Rabe.

 

Um an die Ergebnisse zu kommen, haben die Forscher Sonden von Schiffen aus eingesetzt. Zusätzlich gingen Messwerte von U-Booten in die Analysen ein. Der Großteil der Daten stammt aus Expeditionen während des Internationalen Polarjahres 2007 - 2008. Der Wissenschaftler Rabe wird auch im kommenden Sommer auf dem Forschungsschiff Polarstern in die zentrale Arktis fahren.

 

Der Titel der Originalveröffentlichung von Benjamin Rabe, Michael Karcher, Ursula Schauer, John M. Toole, Richard A. Krishfield, Sergey Pisarev, Frank Kauker, Rüdiger Gerdes und Takashi Kikuchi lautet: „An assesment of Arctic Ocean freshwater content changes from the 1990s to the 2006-2008 period“ und ist in der Zeitschrift Deep-Sea Research I 58 (2011) 173-185 erschienen (doi:10.1016/j.dsr.2010.12.002).

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