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:: UNHCR-Chef fordert neue Maßnahmen für klimabedingte Vertreibungen
+ 13.06.2011 + Auf der Nansen-Konferenz in Oslo warnen Experten vor den Folgen des Klimawandels.
"Die Welt muss sich dringend neue Strategien für den Umgang mit Naturkatastrophen und naturbedingten Vertreibungen einfallen lassen", sagte UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres.
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Guterres machte diesen Aufruf im Rahmen der Nansen Konferenz über Klimawandel und Vertreibung im 21. Jahrhundert in Oslo, wo er das Thema zu "der entscheidenden Herausforderung unserer Zeit" erklärte. Auch wies er darauf hin, dass der internationalen Gemeinschaft bis jetzt der Wille gefehlt habe, politische Maßnahmen zu setzen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren.
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Dieses zweitätige Treffen Anfang Juni ist das erste globale Event, das namhafte Experten zusammenführt, um über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Lebensraum von Menschen zu diskutieren. Auf die Katastrophen in Japan, auf den Philippinen und in Pakistan verweisend, wies der Hochkommissar darauf hin, dass es genügend Beweise dafür gäbe, dass Naturkatastrophen sowohl im Hinblick auf ihre Zahl als auch Intensität zunehmen.
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"Gleichzeitig wird klar, dass Naturkatastrophen und der Klimawandel nicht getrennt von anderen globalen Megatrends gesehen werden können, die die Zukunft dieses Planeten und seiner Bewohner bestimmen", führte Guterres weiter aus.
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Diese Trends - Bevölkerungswachstum, Urbanisierung sowie eine wachsende Unsicherheit bei der Versorgung mit Wasser, Nahrung und Energie - werden zunehmend interagieren und so Konflikte über diese raren Ressourcen schüren. "Ein Ergebnis dieses Trends", so Guterres, "ist eine steigende Anzahl von Menschen, die von ihrer Gemeinschaft, ihrem Land oder gar Kontinent vertrieben werden". Darüber hinaus warnte der Hochkommissar vor schleichenden Desastern wie Dürren oder Desertifizierung, die darin gipfeln können, dass Menschen ihr Überleben nicht mehr gesichert sehen und so ihre Heimat verlassen müssen.
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Diese Naturkatastrophen könnten zu Massenbewegungen führen, die Flüchtlingsströmen gleichen. Der Großteil dieser Bewegungen werde jedoch innerhalb nationaler Grenzen stattfinden.
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"Die primäre Verantwortung liegt daher bei den betroffenen Staaten. Ich ermutige diese Staaten sicher zu stellen, dass ihre Maßnahmen vollständig mit den Richtlinien über interne Vertreibung übereinstimmen!", sagte Guterres und wies auf die Internationale Vereinbarung über den Schutz von Binnenflüchtlingen (Internally Displaced People, kurz IDPs) hin.
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Er rief auch diejenigen Staaten, welche in erster Linie für den Klimawandel verantwortlich sind, dazu auf, ein nachhaltiges Programm zur Unterstützung der Staaten zu entwickeln, die vom Klimawandel am meisten betroffen sind. Im Zentrum sollten dabei die Fähigkeit der Staaten und seiner Bewohner stehen, sich den geänderten Umständen anzupassen. Weiters sollten nicht nur in Notfällen Hilfsmittel bereitgestellt, sondern in die dauerhafte Stärkung nationaler und lokaler Kapazitäten investiert werden.
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Jedoch warnte Guterres davor, dass nicht alle Vertreibungen innerhalb von Landesgrenzen stattfinden werden, sondern auch über Grenzen hinweg. Auch könnten die Betroffenen unter Umständen nicht mehr heimkehren. Viele dieser Vertriebenen würden nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen.
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Aus diesem Grund schlug der Hochkommissar die Entwicklung von globalen Rahmenbedingungen für Situationen vor, in denen Menschen aufgrund von Klimawandel und Naturkatastrophen über Staatsgrenzen hinweg vertrieben werden.
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Dieser solle in erster Linie den Schutz dieser Vertriebenen garantieren. Jedoch sollten auch existierende Vereinbarungen in die Problemlösung mit eingebunden werden. Darüber hinaus rief Guterres dazu auf, die Bewohner kleiner Inselstaaten verstärkt zu unterstützen, deren gesamte Lebensgrundlage und eigentliche Existenz durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht werden.
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Die Nansen-Konferenz, welche von 6. bis 7. Juni stattfand, wurde vom norwegischen Ministerium für Umwelt und auswärtige Angelegenheiten organisiert, um dem 150. Geburtstag von Fridtjof Nansen zu gedenken, dem ersten UN-Flüchtlingshochkommissar.
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