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:: Windenergienutzung als Mannschaftssport

+ 22.09.2012 + Knapp 500 Bürgerinnen und Bürger organisieren in der Energiegenossenschaft Starkenburg eG die regionale Energiewende.

Gemäß unserem Motto: „Wer draufschaut, der soll auch den Nutzen haben“, wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern der umliegenden Gemeinden als erstes die Möglichkeit eröffnen, über eine finanzielle Beteiligung von diesem Windrad zu profitieren.

 

Sechs große Photovoltaikanlagen mit einer Spitzenleistung von 476 Kilowatt und ein Bürgerwindrad mit einer Leistung von 2.000 Kilowatt wurden in kurzer Zeit errichtet. Das Windrad allein versorgt jährlich mehr als 1.250 Haushalte. Das Interesse der Bürger an einer Beteiligung ist so groß, dass die Genossenschaft bisher alle Projekte aus Eigenkapital decken konnte.

 

Windenergienutzung als Mannschaftssport

„Windkraft sehen wir als Mannschaftssport“, beschreibt Micha Jost, einer der drei Vorstandsmitglieder der regionalen Energiegenossenschaft, das Kerngeschäft der Starkenburger. „Zur erfolgreichen Projektentwicklung bedarf es als Genossenschaft regionaler Partner.“

 

Bei der Direktvermarktung des genossenschaftlichen Windstroms vertrauen die Starkenburger den Stadtwerken Viernheim. Die Energiegenossenschaft selbst wurde Ende 2010 von 13 Bürgern mit sehr unterschiedlichem Fachwissen, das von der Verwaltung über Steuerrecht bis hin zur Projektierung von Windenergieanlagen reicht, gegründet. Die Akzeptanz bei den Bürgern, das Engagement der Mitglieder und die Professionalität der beteiligten Akteure sind wichtige Bausteine für den Erfolg.

 

„Wir arbeiten mit allen Akteuren vor Ort eng zusammen, legen allerdings großen Wert auf unsere Unabhängigkeit“, betont Jost. „Uns ist wichtig, dass im Vorstand keine Politiker oder Firmenvertreter sitzen.“

 

Ein dichtes Netzwerk in der Region ist trotzdem sehr hilfreich. Die Starkenburger kooperieren eng mit der Energiegenossenschaft Odenwald eG, den regionalen Energieversorgern und unterschiedlichen Kommunen.

 

„Gerade Städte und Gemeinden haben viele Möglichkeiten, die Energiewende aktiv zu gestalten und kommunale Flächen und Dächer sind bestens geeignet für energiegenossenschaftliche Anlagen“, findet Micha Jost. „In den Rathäusern erkennt man zusehends, dass nicht nur hohe Pachten für Standorte zählen, sondern über eine genossenschaftliche Bürgerbeteiligung die Akzeptanz für Windenergieanlagen verbessert werden kann“, beschreibt Jost die Situation vor Ort.

 

„Die Steigerung der regionalen Wertschöpfung ist ein großer Gewinn für alle Menschen hier. Wo immer es möglich ist, versuchen wir ortsansässige Fachfirmen zu beauftragen. Pachteinnahmen und Gewinne aus dem Betrieb der Anlagen bleiben zudem in der Region. Vor allem beim Betrieb spielt die Musik“, erläutert er.

 

„Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen viele“

In Starkenburg wird deutlich, dass die einfache Grundidee Friedrich Wilhelm Raiffeisens, demokratisch und gemeinschaftlich in die kommunale Infrastruktur zu investieren, sehr gut zu dezentralen Erneuerbare-Energie-Projekten passt. Dabei achten die Mitglieder auch auf die Ausgewogenheit: „Wir hatten schon Anfragen von sehr finanzstarken Investoren, die haben wir jedoch abgelehnt“, erklärt Micha Jost.

 

„Das passt nicht zu unserer Philosophie, nach der sich diejenigen beteiligen sollen, die in der Umgebung der Anlagen leben. Wer drauf schaut, soll auch den Nutzen haben.“ Die Genossenschaft kann sich leisten, solche Beteiligungen auszuschlagen. Bisher werden alle Projekte über Eigenkapital und Nachrangdarlehen finanziert. Der Einstieg liegt bei zwei Geschäftsanteilen zu je 100 Euro und einem Nachrangdarlehen von mindestens 1.800 Euro.

 

„Das Darlehen ist immer einem bestimmten Projekt zugeordnet, das stärkt zusätzlich die Identifikation mit den Anlagen“, so Jost. Ein Nachrangdarlehen ist ein verzinster Kredit des Mitglieds an die Genossenschaft, der bei einer Insolvenz erst nach dem aufgenommenen Fremdkapital, etwa von Banken, bedient wird. Das ist jedoch in den seltensten Fällen zu befürchten: die Genossenschaft zählt zu den insolvenzsichersten Unternehmensformen. Die unabhängige und kontinuierliche Kontrolle durch einen Prüfverband sorgt für eine zusätzliche strukturelle Sicherheit.

 

„Interessant ist, dass Bürger aus ganz unterschiedlichen Gründen bei uns Mitglied werden“, stellt Jost fest. „Für die Einen ist das genossenschaftliche Engagement ein Beitrag zur persönlichen Energiewende, oft motiviert durch die Katastrophe von Fukushima. Andere sind angetan von der Möglichkeit, sich an ihrer eigenen Energieversorgung zu beteiligen und die Entwicklung ihrer Kommune mitgestalten zu können.

 

Es gibt aber auch ganz pragmatische Gründe: Die Erneuerbaren Energien stellen eine solide und zukunftsträchtige Geldanlage dar. In Zeiten der Finanzkrise suchen die Menschen nach finanzieller Sicherheit, am besten direkt vor Ort.“ Besonders freut sich Jost über Mitglieder, die sich aktiv einbringen, Projekte mit entwickeln und eigene Ideen umsetzen wollen.

 

Mehrwert(potenzial) für die ganze Region

Für die Zukunft plant die Energiegenossenschaft weitere Windkraft-Projekte, denn viele Bürger stehen bereits auf der Warteliste. Und mit knapp 1,4 Mio. Menschen hat die Region Starkenburg noch viel Potenzial.

 

„In Südhessen gibt es noch einiges an Nachholbedarf was die Nutzung von Windenergie angeht. Bei Planung und Betrieb sollten die Bürger stets umfassend beteiligt werden“, beschreibt der diplomierte Agraringenieur Jost die weiteren Aktivitäten. Nächste Herausforderung der Starkenburger ist der Übergang von reinem Ehrenamt zur Schaffung von Arbeitsplätzen innerhalb der Genossenschaft. Der wachsende Arbeitsaufwand neben dem eigentlichen Broterwerb macht dies notwendig.

 

Die Energiegenossenschaft Starkenburg zeigt sich jedoch zuversichtlich, die kommenden Herausforderungen zu meistern. „Die besten Zeiten liegen noch vor uns“, resümiert Micha Jost.

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