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Massiver Bürgerprotest in Berlin © naturland.de

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:: Zehntausende demonstrieren für Öko-Landbau

+ 22.01.2011 + Massiver Bürgerprotest gegen krankes System der Landwirtschaft.

Agrarindustrie, Atomkraft, Stuttgart 21. Immer mehr Menschen haben es satt. Heute gingen Zehntausende in Berlin auf die Straße. Gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft - für den Öko-Landbau!

 

Unter dem Motto "Wir haben es satt"

demonstrierten heute in Berlin mehrere zehntausend Menschen für den Öko-Landbau und zeigten damit die Vielfalt des Widerstandes gegen eine verfehlte Agrarpolitik. Ein "Weiter so" von Kanzlerin Angela Merkel und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner führt in die Sackgasse und ist nicht zukunftsfähig, so die einhellige Meinung aller Teilnehmer.

 

Agro-Gentechnik, Monokulturen, Pestizide, energieintensive, leichtlösliche Stickstoffdünger und eine tierschutzwidrige, nicht flächengebundene Tierhaltung zerstört die Böden, belastet Gewässer und Klima, führt zum Artensterben und ist nicht nachhaltig.

 

"Dieser Raubbau an den Lebensgrundlagen ist unverantwortlich und verschärft weltweit die Situation in der Ernährungssicherung", erklärte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender am Samstag auf der Grünen Woche. "Wir haben diese bodenlose Agrarpolitik satt und freuen uns über die starke Unterstützung aller Bürger, die heute einen Systemwechsel in der gesamten Lebensmittelwirtschaft forderten".

 

Bauern, Hersteller, Handel und Verbraucher haben es satt

Politiker aus dem Bund und den Ländern nutzen jede Konferenz und jedes Podium, gerade auch auf der Grünen Woche, um ihr angebliches Engagement für eine nachhaltige Landwirtschaft zu zeigen. Diese Worthülsen werden durch ihre Entscheidungen entlarvt. Schleswig Holstein steigt aus der Öko-Förderung aus, Baden-Württemberg kürzt das Umweltprogramm, Aigner öffnet das Bundesprogramm Öko-Landbau für andere Landwirtschaftsformen und schwächt damit Forschung und Information für Öko-Bauern und Hersteller.

 

Nach der aktuellen Studie von Prof. Dr. Ulrich Köpke, Universität Bonn, wurde über die Summe aller Bundesländer in den Jahren von 2004 bis 2009 die Umstellungsförderung auf Öko-Landbau um 11 Prozent gekürzt. Im gleichen Zeitraum stieg die Nachfrage nach Öko-Produkten kontinuierlich an.

 

Öko-Landbau muss die Welt ernähren!

Jedes Jahr verschwindet unbemerkt von allen Ministerkonferenzen und Messen weltweit in etwa das Äquivalent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von Deutschland (17 Millionen Hektar) allein durch Bodenerosion. Misswirtschaft, Agro-Gentechnik mit Pestizideinsätzen und Monokulturen sowie Übernutzung der Böden ohne bodenerhaltende Maßnahmen führen zu den dramatischen Bodenverlusten. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung jährlich um mindestens 85 Millionen Menschen.

 

Nur die ökologisch orientierte Landwirtschaft macht Böden fruchtbarer, baut Humus auf und sorgt für Vielfalt in den Böden. Diese lebendigen Böden wirken dem Verlust wertvoller Ackerflächen entgegen und sind die Grundlage für Klima-, Wasser- und Artenschutz.

 

Kombiniert mit einer Änderung des Verbraucherverhaltens (weniger Fleischkonsum) in den Industrieländern, besseren Bildungs-/Infrastrukturmaßnahmen und verbesserten politischen Rahmenbedingungen in den Entwicklungsländern sowie einer Abschaffung aller Exportsubventionen ist der Öko-Landbau ein Schlüssel zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung.

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