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Franz Alt "Agrarwende jetzt - Gesunde Lebensmittel für alle"
Goldmann Taschenbuch
ISBN: 3442151651 - 8.-- Euro
BSE-Rindfleisch, Schweinemastskandal, Dioxin-Hühner - was kann man heute noch gefahrlos essen? Franz Alt zeigt, welche Chancen der konsequente Abschied vom maroden agrarindustrieleln System birgt und wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen kann.
Die Vision: 100 Prozent Ökolandbau bis 2030
Renate Künast in ihrer Regierungserklärung zur neuen Verbraucherschutz- und Landwirtschaftspolitik am 8. Februar 2001: "Der BSE-Skandal markiert das Ende der Landwirtschaftspolitik alten Typs. Wir stehen - und zwar alle, die wir hier versammelt sind - vor einem Scherbenhaufen."
Karl Ludwig Schweisfurth, ehemals Eigner der Herta-Wurstfabriken, heute einer der Pioniere unter den Ökometzgern und -bauern, auf einer Podiumsdiskussion des deutschen Fleischverbandes im Mai 2001: "Ich bin der Einzige in der Branche, der zurzeit Geld verdient. Wer nicht ökologisiert, ist ökonomisch und erst recht moralisch am Ende."
Weltfremde Spinnerei oder realistisches Szenario?
Die komplette Umstellung der Agrarproduktion auf Ökolandbau ist möglich, belegt Franz Alt, Fernsehmoderator, Autor und Zeitkritiker in seinem neuen Buch "Agrarwende jetzt". Engagiert geht er gegen überholte Mythen an:
1. Mythos: Ökolebensmittel sind zu teuer in der Produktion
"Schneller reich durch Öko", behaupten dagegen Wissenschaftler der Washington State University. Sie gründeten drei Musterplantagen - eine konventionelle, eine ökologische und eine Mischform von integriertem Anbau mit reduziertem Kunstdüngereinsatz. Ergebnis nach fünf Jahren: Der Ökoobstgarten hatte nicht nur die beste Bodenqualität und die süßesten Äpfel, sondern er lieferte bei geringem Energieeinsatz den gleichen Ertrag. Unter dem Strich war der Gewinn für die Öko-Produzenten höher.
2. Mythos: Ökolebensmittel sind zu teuer für den Verbraucher
In vielen Supermärkten kostet ein Kilogramm Katzenfutter etwa doppelt soviel wie das Schweinekotelett für die Katzenfreundin. Das Problem ist nicht, dass Ökolebensmittel zu teuer, sondern dass die Waren aus konventioneller Produktion zu billig sind. Volkswirtschaftlich erkaufen wir uns die billigen Nahrungsmittel über Subventionen und hohe Umweltkosten sehr teuer.
3. Mythos: Ökolandwirtschaft kann nicht alle ernähren
Die konventionelle, subventionierte Landwirtschaft produziert heute pro Hektar ein Drittel mehr als der ökologische Landbau. Dieses Drittel entspricht exakt den Überschüssen, die hoch subventioniert in der EU vernichtet werden. Obendrein gibt es für brach liegende Äcker eine "Flächenstilllegungsprämie".
4. Mythos: Gegen Hunger helfen nur Agrarchemie und Gentechnik
Etwa 80% aller unterernährten Kinder leben in Ländern mit Nahrungsmittelüberschüssen - diese werden häufig als Tierfutter in Industrienationen exportiert. Zum Erzeugen eines Kilogramms Rindfleisch sind neun Kilogramm Getreide nötig.
Franz Alt: Die Landwirtschaft produziert Überschüsse, ist an der Umweltzerstörung beteiligt, stolpert von einem Skandal zum anderen, stellt immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung und verliert an Akzeptanz in der Bevölkerung.
In den letzten 40 Jahren haben Landwirte in Westeuropa ihren Pestizideinsatz verfünffacht. Sie mussten rationalisieren und mechanisieren, vergrößern und erweitern oder - aufgeben. Über 50 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands wird landwirtschaftlich bewirtschaftet. Aber die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist seit 1949 um über 65 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Arbeitskräfte um über 75 Prozent und die Zahl der Vollerwerbslandwirte um etwa 90 Prozent. Der Einkommensabstand zwischen Landwirten und der übrigen Bevölkerung ist stetig gewachsen. Die alte Landwirtschaft ist am Ende."
Die Vision: 100 Prozent Ökolandbau bis 2030
Renate Künast in ihrer Regierungserklärung zur neuen Verbraucherschutz- und Landwirtschaftspolitik am 8. Februar 2001: "Der BSE-Skandal markiert das Ende der Landwirtschaftspolitik alten Typs. Wir stehen - und zwar alle, die wir hier versammelt sind - vor einem Scherbenhaufen."
Karl Ludwig Schweisfurth, ehemals Eigner der Herta-Wurstfabriken, heute einer der Pioniere unter den Ökometzgern und -bauern, auf einer Podiumsdiskussion des deutschen Fleischverbandes im Mai 2001: "Ich bin der Einzige in der Branche, der zurzeit Geld verdient. Wer nicht ökologisiert, ist ökonomisch und erst recht moralisch am Ende."
Weltfremde Spinnerei oder realistisches Szenario?
Die komplette Umstellung der Agrarproduktion auf Ökolandbau ist möglich, belegt Franz Alt, Fernsehmoderator, Autor und Zeitkritiker in seinem neuen Buch "Agrarwende jetzt". Engagiert geht er gegen überholte Mythen an:
1. Mythos: Ökolebensmittel sind zu teuer in der Produktion
"Schneller reich durch Öko", behaupten dagegen Wissenschaftler der Washington State University. Sie gründeten drei Musterplantagen - eine konventionelle, eine ökologische und eine Mischform von integriertem Anbau mit reduziertem Kunstdüngereinsatz. Ergebnis nach fünf Jahren: Der Ökoobstgarten hatte nicht nur die beste Bodenqualität und die süßesten Äpfel, sondern er lieferte bei geringem Energieeinsatz den gleichen Ertrag. Unter dem Strich war der Gewinn für die Öko-Produzenten höher.
2. Mythos: Ökolebensmittel sind zu teuer für den Verbraucher
In vielen Supermärkten kostet ein Kilogramm Katzenfutter etwa doppelt soviel wie das Schweinekotelett für die Katzenfreundin. Das Problem ist nicht, dass Ökolebensmittel zu teuer, sondern dass die Waren aus konventioneller Produktion zu billig sind. Volkswirtschaftlich erkaufen wir uns die billigen Nahrungsmittel über Subventionen und hohe Umweltkosten sehr teuer.
3. Mythos: Ökolandwirtschaft kann nicht alle ernähren
Die konventionelle, subventionierte Landwirtschaft produziert heute pro Hektar ein Drittel mehr als der ökologische Landbau. Dieses Drittel entspricht exakt den Überschüssen, die hoch subventioniert in der EU vernichtet werden. Obendrein gibt es für brach liegende Äcker eine "Flächenstilllegungsprämie".
4. Mythos: Gegen Hunger helfen nur Agrarchemie und Gentechnik
Etwa 80% aller unterernährten Kinder leben in Ländern mit Nahrungsmittelüberschüssen - diese werden häufig als Tierfutter in Industrienationen exportiert. Zum Erzeugen eines Kilogramms Rindfleisch sind neun Kilogramm Getreide nötig.
Franz Alt: Die Landwirtschaft produziert Überschüsse, ist an der Umweltzerstörung beteiligt, stolpert von einem Skandal zum anderen, stellt immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung und verliert an Akzeptanz in der Bevölkerung.
In den letzten 40 Jahren haben Landwirte in Westeuropa ihren Pestizideinsatz verfünffacht. Sie mussten rationalisieren und mechanisieren, vergrößern und erweitern oder - aufgeben. Über 50 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands wird landwirtschaftlich bewirtschaftet. Aber die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist seit 1949 um über 65 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Arbeitskräfte um über 75 Prozent und die Zahl der Vollerwerbslandwirte um etwa 90 Prozent. Der Einkommensabstand zwischen Landwirten und der übrigen Bevölkerung ist stetig gewachsen. Die alte Landwirtschaft ist am Ende."
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