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:: Das Ende des großen Fressens
Fragt man ein Kind, was es gerne zum Mittagessen bekäme, würde es vielleicht spontan die Menüfolge „Pizza, Pommes mit Mayo, Schokopudding und Cola“ vorschlagen. Und recht hat der kleine „Wonneproppen“, denn er folgt nur seinem innersten Urtrieb. Zucker, Fett und Salz sind überlebenswichtige Kombinationen – aber wir leben schon lange nicht mehr in Höhlen. Eine Rezension von Thomas Wardenbach.
Das Buch „Das Ende des großen Fressens“ des Amerikaners David Kessler erklärt, wie die Nahrungsmittelindustrie uns zu übermäßigem Essen verleiten kann. Das beleuchten bereits einige vergleichbare Bücher. Kessler verrät jedoch in seinem Buch, wie wir der großen Verlockung widerstehen können. Es geht dabei nicht um Diätvorschläge, also wiederum um die Zubereitung von Nahrung und ihrem Verzehr, sondern um die Selbstkontrolle über das eigene Essverhalten – eben um das „Nichtessen“!
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In zahlreichen Interviews entlockte Kessler Experten aus der Nahrungsmittelindustrie die Zutatengeheimnisse und Verkaufstricks. Er befragte zusätzlich Neurobiologen und Psychologen, um herauszufinden, was die „Droge Nahrung“ mit uns anstellt. Die fortwährende Verfügbarkeit von geschmacksoptimierten Produkten verändert unser Gehirn. Die Folge ist, dass wir ständig auf der Suche nach noch stärkeren Reizen sind. Der Verlust des bewussten „Nein-Sagens“ bezeichnet Kessler als „konditioniertes Hyper-Essen“.
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„Konditioniertes Hyper-Essen“ läuft auf ähnliche Weise ab wie andere Reiz-Reaktions-Störungen, an denen Belohnungen beteiligt sind, zum Beispiel Spielsucht, Alkohol- und Drogensucht. Hochgradig belohnendes Essen wird dabei zum Verstärker, weil der Konsument gelernt hat, dass er sich danach besser fühlt, so dass er immer wieder gerne zurückkehrt und alles Nötige tut, damit es ihm erneut besser geht.
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"Planvolles Essen in angemessenem Rahmen funktioniert nur, wenn Sie wissen, wie Sie auf Nahrung reagieren und stets bewusst registrieren, was sie essen“, weist Kessler einen Weg aus diesem Teufelskreis von „Reiz-Verlangen-Belohnung-Gewohnheit“. Und: „Durch ein über den Tag strukturiertes Essverhalten mit passenden Portionsgrößen und einer klugen Auswahl von Lebensmitteln, die sättigen und schmecken, kann ein schrittweise Entwöhnung von der Nahrungsmittelsucht gelingen.“
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Das Dank einer sehr guten Übersetzung von Imke Brodersen flüssig zu lesende Buch bietet allumfassende Fakten und kann vielleicht auch denjenigen helfen, die zukünftig viel weniger Zucker, Fett und Salz konsumieren wollen. In unserer Überflussgesellschaft mit einem überall verfügbarem Angebot an Billiglebensmitteln bedarf es einem starken Willen. Für den kleinen „Nimmersatt“ würde das bedeuten, dass er zum Mittagessen eine Möhre in die Hand bekäme. Vielleicht würden dann Tränen vergossen – aber wer schlank werden und bleiben will, der muss wohl auch im Kopf leiden!
Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
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