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:: Evolution 2.0: Macht und Ohnmacht des Homo sapiens
Eine Hiobsbotschaft jagt die andere. Wird aber die Zukunft des Menschen wirklich so düster aussehen, wie uns das immer mehr Wissenschaftler und Politiker weismachen wollen? Diese Frage untersucht Peter Wohlleben in seinem Buch „Evolution 2.0“. Eine Buchrezension von Thomas Wardenbach
Peter Wohlleben unternimmt den Versuch, die Möglichkeiten auszuloten, die allein in der Macht des Homo sapiens liegen, um ein würdevolles Bestehen der Menschheit zu sichern. Sein Ergebnis ist ernüchternd, denn so groß ist der Spielraum des Menschen nicht, wie viele meinen. Trotzdem müssen wir uns keine Sorgen machen, denn die Natur verfügt über einen schier unzerstörbaren Selbsterhaltungsmechanismus, so der Autor.
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Wohlleben schaut zunächst zurück in die Vergangenheit. In der Entwicklungsgeschichte der Menschheit begibt sich der Leser auch in das 11. bis 14. Jahrhundert. Zu jener Zeit war Grönland eben „Grünland“. Es herrschte eine Warmzeit und die Bevölkerung fand eine eisfreie Landschaft und eine artenreiche Vegetation vor.
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Ein Argument gegen hysterisch geführte Klimawandeldebatten? Keinesfalls, aber Wohlleben macht nicht nur an diesem Beispiel klar, dass sich unsere Art auch heute noch keineswegs von natürlichen Kreisläufen abgekoppelt hat und stabile Zustände in der Natur definitiv nicht existieren.
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Wohlleben versucht Argumentationsgrundlagen dafür zu liefern, dass sich der Mensch immer wieder auf wechselhafte Umwelt- und Lebensbedingungen einstellen muss. Er vergleicht unserer Entwicklung mit der „Achterbahn namens Evolution“. Die bevorstehende Talfahrt mit einer Katastrophe zu verwechseln, so die These des Autors, „wäre genauso ein Trugschluss wie die Annahme, wir könnten mit unserem freien Willen die Richtung der Evolution bestimmen.“
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Die eigentliche Gefährdung sieht er nicht im steigenden CO2-Gehalt der Atmosphäre. Bestürzend sind hingegen die rasend wachsende Erdbevölkerung und der zugleich weltweit zunehmenden Konsumhunger.
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Sein Fazit: Wenn die „Krone der Schöpfung“ wirklich etwas steuern kann, dann ist es die Geburtenrate!
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Peter Wohlleben, Förster und Autor („Naturschutz ohne Natur“) aus der Eifel kennt sich gut aus in der Natur. Sein neuestes Buch „Evolution 2.0“ ist aus der Sicht eines Ehemanns und Vaters „in den besten Jahren“ geschrieben worden, der sich zurecht Gedanken macht über die Zukunft seiner Kinder und Enkel und folgender Generationen.
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Was gut gemeint ist, das gelingt leider nicht immer. Wohlleben schreibt leicht verständlich und die Fakten sind solide recherchiert. Jedoch vermag er in dem 187-Seiten umfassenden Buch nicht, die Last der Gesamtproblematik zu stemmen. Er scheitert an der Komplexität und wird dem Thema nicht gerecht, was kein Vorwurf sein soll.
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Dennoch ist das Buch lesenswert, weil es ganz deutlich die Ohnmacht des Menschen aufzeigt ohne dabei nicht auch einen optimistischen Blick in die Zukunft zu wagen, in welcher die Macht des Menschen klein aber dennoch bedeutungsvoll erscheint.
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Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
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