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:: Lebensperspektiven in den Alpen
Eigentlich, so könnte man als Naturliebhaber meinen, ist es gut, wenn sich der Mensch weit in die Alpentäler zurückzieht und die Berge der Wildnis überlassen werden. Die Zukunft der Alpen liegt jedoch ganz entscheidend in den Händen der Menschen vor Ort, so mahnt Werner Bätzing, Professor für Kulturgeographie und einer der anerkanntesten Alpenexperten. Eine Buchrezension von Thomas Wardenbach
Bätzings 30 Jahre umspannenden Arbeit und seinem Engagement ist es zu verdanken, dass den Problemen von Bergbewohnern größere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Verlassen immer mehr Menschen entlegene Bergdörfer, so kommt die Landwirtschaft zum erliegen. Almweiden verbuschen und der Wald breitet sich unkontrolliert aus, die Biodiversität nimmt wahrscheinlich ab. Wirtschaftsgebäude, Siedlungen und Dörfer verfallen und der Erhalt von Saumpfaden und Wanderwegen wird immer aufwendiger, teurer oder sogar unmöglich. Mit den Bergdörfern stirbt die Kulturlandschaft und wenn überhaupt vorhanden, kommt danach der Tourismus zum erliegen. Auch die Gipfelregionen sind betroffen, weil die Wandererströme ausbleiben müssen Berghütten aufgegeben werden.
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Es sind jene „Orte guten Lebens“, die es Werner Bätzing in seinem gleichnamigen Buch ganz besonders angetan haben, die weder von Massentourismus noch von der „Heidi-Idylle“ existieren. So engagiert er sich verstärkt in den Cottischen Alpen. Dass er nicht vom Schreibtisch aus schreibt, sondern die Probleme und Sorgen dortiger Älplerinnen und Älpler genau kennt und berücksichtigt, das zeichnet alle seine Beiträge aus.
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Der jetzt erschienene Sammelband mit Bätzings bedeutendsten Artikel aus Fachzeitschriften und Büchern zeigt, dass auch seine Beiträge älteren Datums nichts an Aktualität verloren haben. In der Diskussion um Lösungswege für eine soziale, ökologisch und ökonomisch gesunde Entwicklung sind sie wichtiger denn je. Die Probleme sind eben nicht neu, aber die Geschwindigkeit der meist ungünstigen Veränderungen scheint zuzunehmen. Die Schnelligkeit der Wiedereroberung durch die Natur ist beeindruckend und die negativen Folgen der Klimaveränderungen im hochsensiblen Ökosystem Alpen sind vielerorts deutlich nachweisbar.
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Weltuntergangsgejammer hilft aber keinem, wenn Existenzen und ganze Landschaften bedroht sind. Deshalb werden zukunftsweisende Projekte geschildert, die den Menschen, die sich auf ein beschwerliches und hartes Leben in den Bergen eingelassen haben, Perspektiven, Mut und Kraft geben können.
Beratung und Pressebüro für
Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
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