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:: Vom Land der guten Arbeit
Christine Ax erklärt in ihrem Buch „Die Könnensgesellschaft“, wie es gelingen kann, eine wahre Herkulesaufgabe zu stemmen: Die Bewältigung der gegenwärtigen ökonomischen und gesellschaftlichen Probleme. Durch mehr Persönlichkeitsbildung und Ausschöpfung der individuellen Talente eines Jeden sollen die Deutschen mehr Freude an der Arbeit haben und die wachsenden sozialen Unterschiede ausgeglichen werden. Eine Buchrezension von Thomas Wardenbach.
Die Ursache von schlecht bezahlten Jobs und Arbeitslosigkeit ist hierzulande nicht die unzureichende Bildung, sondern dass die Persönlichkeit eines Jeden nicht genügend Entfaltungschancen hat. Größte Bedeutung für eine neue Gesellschaftsform tragen musische, handwerkliche und körperliche Fähigkeiten, so Christine Ax. Interessen und Hobbys werden in der „schönen neuen Welt“ der Philosophin und Ökonomin nicht mehr ausschließlich konsumiert, sondern zum eigentlichen Lebensinhalt.
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Die „Könnensgesellschaft“ ist der Ausweg aus der modernen industriellen Gesellschaftsform, in der sich viele Berufstätige unterfordert fühlen oder unattraktive Arbeiten machen müssen. Die Wirtschaft, so Ax, muss der Arbeit ihre Würde und dem Arbeitenden die Freiheit wiedergeben. Die für „gute Arbeit“ benötigten Tugenden und ganzheitlichen Ansätze findet die Autorin im Handwerk wieder. Wenn es nur noch „gute Arbeit“ gibt, finden wir alle die Quelle des Glücks und sind gleichzeitig umgeben von „guten Produkten und Dienstleistungen“, so die Quintessenz.
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Der Schlüssel zur Umsetzung der „Könnensgesellschaft“ ist für Ax – und das verwundert nicht – das bedingungslose Grundeinkommen. Das ist nun wahrlich keine neue Idee, aber kann dies der Königsweg aus der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise sein, wo offensichtlich wird, wie sehr die Realwirtschaft Spekulationen ausgeliefert ist?
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Christine Ax meint: Jobs, die schlecht bezahlt werden, könnten einfach nicht gemacht werden. Durch ein rückläufiges Angebot an verfügbaren Arbeitskräften würden die Löhne zwangsläufig steigen! Da würden sich andere Wirtschaftsmächte wahrlich die Hände reiben, wenn uns das gelinge! Schon lange werden viele („gute und schlechte“) Konsumgüter zum größten Teil in Osteuropa und Asien produziert. Nicht, weil es hierzulande keinem „Spaß macht“, beispielsweise Mobiltelefone zusammenzubauen, sondern weil – aber das muss man wirklich niemandem erklären!
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Die Autorin malt ein Gesellschaftsbild in schwarz und weiß, in dem Arbeit nur gut oder schlecht ist. Sie verkennt, dass in der Realität das meiste grau ist. Ihre Visionen sind schöne theoretische intellektuelle Träumereien, denn das Buch bietet realitätsferne, isolierte Lösungsansätze zum Umbau unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in denen der EU-Wirtschaftsraum und internationale Entwicklungen völlig außer acht gelassen werden.
Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
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