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:: Wirtschaft plündert Staat
Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist das Ende des Märchens vom Freihandel. Doch wer sind eigentlich die Gewinner und wer die Verlierer? Der US-Amerikaner James K. Galbraith schildert in seinem Buch „Der geplünderte Staat“, dass nicht wenige Gründe gegen den freien Markt sprechen. Buchrezension von Thomas Wardenbach
Die international operierenden Großkonzerne der USA können ohne Staatshilfen gar nicht existieren, erklärt der texanische Wirtschaftsprofessor James K. Galbraith. Verlieren die Konzerne dabei die Kontrolle über den Staat, der sie am Leben hält, so versagt das auf Scheinmärkte basierende neoliberale Wirtschaftssystem.
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Galbraith prangert die allgemeine Maßlosigkeit und Gier derer an, die schon alles besitzen und plädiert für mehr Genügsamkeit und einer damit verbundenen Renaissance der Lebensqualität. Er fordert ein kollektives internationales Sicherheitssystem und baut im eigenen Land erneut auf Wachstum: Vollbeschäftigung, Erneuerung der Infrastrukturen und Technologien im Kampf gegen den Klimawandel. Dabei ist Barack Obama Galbraiths Hoffnungsträger. Galbraith hält es jedoch für höchst fragwürdig, ob die Kraft Obamas ausreicht, um Staatsplünderern das Geschäft zu erschweren oder gar die Weltwirtschaft nach neu organisierten US-Wirtschaftsmaßstäben zu revolutionieren.
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Galbraiths Prinzip baut auf die Hoffnung, dass andere Nationen den USA entgegen kämen, um gemeinsam die Welt zu retten. Ist Galbraith ein naiver Träumer? Er räumt ein, dass er nicht einschätzen kann, ob die Europäer und Asiaten solch einer Initiative folgen oder als Steilvorlage zum Ausbau ihrer eigenen Wirtschaftsmacht eiskalt ausnutzen würden.
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Dass Dank einer guten Übersetzung auch für Wirtschaftslaien leicht verständliche Buch hat ein großes Manko: Konkrete praxisnahe Lösungen, wie ein gerechtes, krisensicheres und umweltschonendes Wirtschaftssystem aussehen kann, bietet es nicht. Und bei der Betrachtung des Buchcovers fragt man sich, ob die siebenstrahlige Krone der Amerikanischen Freiheitsstatue am Horizont gerade aufgeht oder versinkt. Nicht nur deshalb ist das Buch allenfalls für USA-Kenner interessant.
Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
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