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:: Zur Lage der Welt 2010: Einfach besser leben
Immer mehr, immer schneller – unser vom Konsum dominierter Lebensstil hat die Erde bis an den Rand des Abgrunds gebracht. Doch unser vermeintlich reiches Leben ist teuer erkauft: bezahlen müssen es die Ärmsten der Armen und die kommenden Generationen.
Letztendlich dient die Kultur dazu, den Menschen die Entfaltung ihres Potentials zu ermöglichen, und nicht dazu, eine Mauer zu bilden, die sie am Vorwärtskommen hindert. Eine Kultur, die es den Menschen nicht erlaubt zu wachsen, ist eine tote Kultur. Eine tote Kultur gehört ins Museum und nicht in die menschliche Gesellschaft. (Muhammad Yunus, Vorwort)
Inzwischen hat bei einer Gruppe von Verbraucher(inne)n ein Bewusstseinswandel eingesetzt; sie wollen ein gutes Leben mit einem guten Gewissen verbinden – und wurden vom Markt als Zielgruppe der LOHAS entdeckt.
- Aber ist es überhaupt möglich, allein mit “besserem” Konsum die Welt zu retten?
- Ist dieser neue Lebensstil nur ein vorübergehender Modetrend?
- Ist nicht vielmehr ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wertewandel notwendig, um von der Wegwerfkultur zu einer Kultur der Nachhaltigkeit zu kommen?
Der Bericht zur Lage der Welt 2010 beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit als neuem Lebensstil. Das renommierte Worldwatch Institute gibt den Band seit 1984 heraus; er erscheint am 10. März in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch zum ersten Mal im oekom verlag. Unter dem Titel Einfach besser leben gehen die Expert(inn)en der Frage nach, wie ein nachhaltiger Lebens- und Wertewandel aussehen könnte.
Die Konsumgesellschaft westlicher Prägung hat in den letzten Jahrzehnten zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung geführt und wird von immer mehr Gesellschaften weltweit für erstrebens- und nachahmenswert gehalten. Doch zunehmende Umweltschäden und die internationale Finanzkrise offenbaren die Schattenseiten dieser Entwicklung; das einseitige Streben nach Überfluss plündert die Ressourcen der Erde und beutet die Arbeitskraft der armen Länder aus.
Der Bericht zur Lage der Welt 2010 ist ein Aufruf an die Zivilgesellschaft, diese ungerechte Schieflage zu beenden und von einem verschwenderischen Lebensstil zu einem ökologisch verantwortlichen Wohlstandsmodell zu kommen. Die Beiträge behandeln Wirtschaftsthemen mit Blick auf ein neues soziales Unternehmertum ebenso wie Fragen der Bildung.
Die Autor(inn)en widmen sich dem Städtebau der Zukunft, der Rolle der Medien, sie stellen neue soziale Bewegungen vor und beleuchten unsere individuellen Handlungsspielräume in den Bereichen Mobilität, Ernährung und Wohnen. Viele ermutigende, optimistische Beispiele kultureller Pioniere zeigen, was jede(r) Einzelne beitragen kann und wie neue Lebensstile bereits heute in vielen Teilen der Welt umgesetzt werden; vom Firmenleiter über die Grundschullehrerin bis zum buddhistischen Mönch – ein umfassender kultureller Umbruch zu mehr Nachhaltigkeit ist möglich. Dabei muss Veränderung nicht nur Verzicht bedeuten; einfach besser leben kann auch zu mehr Lebensqualität führen, denn weniger ist oftmals mehr.
Das Worldwatch Institute ist eine der wichtigsten unabhängigen, interdisziplinären Forschungseinrichtungen für Umweltfragen und Probleme der Sozialpolitik. Mit dem Bericht „The State of the World“ informiert es seit über 25 Jahren regelmäßig über Entwicklungen und Probleme der Welt.
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