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:: Alternativer Nobelpreis 2006

Der "Alternative Nobelpreis 2006" wurde im Dezember 2006 im schwedischen Parlament an den Brasilianer Chico Whitaker, den Amerikaner Daniel Ellsberg, an die Inderin Ruth Manorama und an den Kolumbianer Fernando Rendón verliehen.
Mit dem Right Livelihood Award, so wird der "Alternative Nobelpreis" offiziell genannt, sollen Menschen geehrt werden, die sich für Umwelt, Frieden, Menschenrechte, Gesundheit, Kultur und Bildung einsetzen.

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Chico Whitaker erhält den diesjährigen Ehrenpreis des Right Livelihood Awards für sein lebenslanges Engagement für Demokratie in Brasilien. Als katholischer Aktivist gegen Korruption und für eine demokratische Gesellschaft in Brasilien war er gezwungen viele Jahre im französischen Exil zu verbringen.

Er ist eine der Schlüsselfiguren des Weltsozialforums, das 2001 zum ersten Mal in Porto Alegro (Brasilien) stattfand und seitdem jährlich mit hunderttausenden Teilnehmenden in verschiedenen Ländern zeitgleich mit dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos stattfindet und weltweit die Kritiker der Globalisierung und eines freien Welthandels zusammenbringt, um zu demonstrieren “Eine andere Welt ist möglich!“

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Zu den vier diesjährigen Preisträgern gehört der us-amerikanische Bürgerrechtler und Friedensaktivist Daniel Ellsberg. Daniel Ellsberg geriet in den 70er Jahren in die Schlagzeilen, als er inhaftiert wurde: Er hatte geheime Pentagon Papiere an die New York Times weitergeben, die diese veröffentlichte und damit zum Ende des Vietnamkrieges beitrug.

Ellsberg hatte als ehemaliger Angehöriger des State Departments Zugang zu den brisanten Papieren und konnte angesichts des zunehmenden Protestes gegen den Vietnam Krieg sein Gewissen nicht länger beruhigen und setzte mit der Veröffentlichung der Pentagon Papiere nicht nur seine Karriere aufs Spiel, sondern auch seine persönliche Freiheit und Unversehrtheit.

Er ist ein „Whistleblower“, der in jüngsten Veröffentlichungen vor geheimen Plänen der amerikanischen Administration für einen Krieges gegen den Iran warnt und interne Kritiker dazu aufruft, einen solchen zu verhindern, indem sie – wie er damals – geheime Kriegspläne an das Licht der Öffentlichkeit bringen.

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Ausgezeichent wurde ebenfalls Ruth Manorama (India), die für ihr jahrzehntelanges Engagement für Frauen der „unberührbaren“ Dalit-Kaste gewürdigt wird. Seit mehr als 30 Jahren setzt sich die 54-Jährige für Frauenrechte und die Existenzrechte der Slumbewohner in ihrer Heimat ein. In Indien ist die Diskriminierung der Dalits verboten, Menschenrechtler weisen aber darauf hin, dass die entsprechenden Gesetze immer noch nur unzureichend umgesetzt werden.

„Brot für die Welt“ arbeitet mit Ruth Manorama seit der Gründung ihrer Hilfs- und Menschenrechtsorganisation 1985 intensiv zusammen. Vor allem die Dalit-Frauen in den Slums bekommen Hilfe. Sie werden darin unterstützt, ihre Rechte einzufordern und sich gegen Gewalt und Diskriminierung zu wehren. Auch das Recht auf Wohnung und der Schutz vor Vertreibung aus den Slums spielt in der Zusammenarbeit eine große Rolle.

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Das Festival Internacional de Poesia de Medellín (Kolumbien) erhält den Alternativen Nobelpreis “…dafür, dass es gezeigt hat, wie Kreativität, Schönheit, Gemeinschaftssinn und die Freiheit des Wortes tief verwurzelte Angst und Gewalt überwinden können.”

Das Internationale Poesiefestival von Medellín (Kolumbien) entstand 1991, zu einer Zeit, da Medellín mit 70 Morden an einem normalen Wochenende die wohl gewalttätigste Stadt der Welt war. Durch Poesielesungen in den Straßen schaffte es eine Gruppe von Dichtern, dass die Menschen ihre eigene Angst überwanden und die Stadt nicht mehr den bewaffneten Gruppen überließen. Heute ist das Festival zu einem der weltweit bedeutendsten Poesiefestivals geworden.

Das Internationale Poesiefestival von Medellín begann als Protest gegen die politische Gewalt und den Hass, der Kolumbien und vor allem Medellín überzog. In den 90er Jahren wurde Medellín von Angst, politischem Terror und Kämpfen zwischen rivalisierenden kriminellen Banden beherrscht. Nach 18 Uhr war die Innenstadt aufgrund einer von den Paramilitärs verhängten Ausgangssperre meist wie ausgestorben.

Das Motto des Festivals ist “Por una paz más activa que todas las guerras.” – “Für einen Frieden, der aktiver ist als alle Kriege.”

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Der Alternative Nobelpreis gilt international als wichtigste Auszeichnung für nachhaltiges Denken und Handeln. Die Probleme mögen zunehmen – doch auch die kreativen Kräfte des Wandels wachsen. Und aus der Sicht der Pioniere ist jeder aufgerufen, nach weiteren zu suchen: Die Zukunft ist offen und voller Möglichkeiten.


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