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:: Australien bereitet nationale Klimawende vor
Australien sucht Anschluss an die internationale Klimapolitik.
Die seit Ende letzten Jahres amtierende Regierung Rudd lässt sich das Milliarden kosten, zuletzt annoncierte sie eine globale Initiative zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS). Soll der Schwenk zur CO2-armen Wirtschaft gelingen, müssen die Emissionen Down Under bis 2050 um 90 Prozent runter. Wissenschaftler halten das für machbar und bezahlbar.
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„Australien kann sich innerhalb der nächsten vierzig Jahre zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft wandeln, ohne dass der materielle Lebensstandard darunter leidet“, erklärte Ende September der australische Ökonom Ross Garnaut. Der Wissenschaftler hatte in einer umfassenden Studie den Rahmen für die künftige Klimapolitik des Landes abgesteckt und erstmals die Kosten bilanziert, die dem Kontinent durch den Klimawandel entstehen. Die amtierende Regierung hatte den Bericht noch von der Oppositionsbank aus beauftragt.
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Garnaut nennt in seinem Bericht konkrete Klimaschutzmaßnahmen für sämtliche Sektoren. Kernstück der Vorschläge ist die Einführung eines Emissionshandelssystems, das nach dem Willen Garnauts 2010 in Betrieb gehen soll. Der Autor schreckt aber auch vor ungewöhnlicher klingenden Vorschlägen nicht zurück. Unter anderem wird angeregt, den Konsum von Schaf- und Rinderfleisch zurückzufahren und die Lücke mit Kängurufleisch zu füllen. Allein dadurch ließen sich jährlich 16 Millionen Tonnen CO2 vermeiden.
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Garnaut machte sich bei der Vorstellung des Berichts für einen ambitionierten Kyoto-Nachfolger stark und forderte die Regierung auf, sich mit ganzer Kraft dafür einzusetzen. Je nachdem, wie schlagkräftig das Nachfolgeprotokoll sei, müsste Australien seine Emissionen bis zum Jahr 2050 zwischen 80 und 90 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 senken. Die anfallenden Kosten, um die Emissionen in einem ersten Schritt bis 2020 um 25 bis 35 Prozent zu senken, liegen laut Garnaut bei 0,1 bis 0,2 Prozent der australischen Wirtschaftkraft.
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Wenige Tage vor dieser Veröffentlichung gab die Regierung bekannt, dass sie in den nächsten Jahren bis zu 56 Millionen Euro jährlich aufbringen will, um die Erforschung und Nutzung der CCS-Technologie zu beschleunigen. Die Regierung will dazu ein internationales CCS-Institut einrichten. Die Entwicklung dieser Technologie ist für die australische Wirtschaft lebenswichtig, da sie in hohem Maße vom Kohleexport abhängt. Die Regierung schätzt die Exporteinnahmen für die Jahre 2008/2009 auf 24 Milliarden Euro. Zudem decken Kohlekraftwerke fast 80 Prozent des australischen Strombedarfs.
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Das von Premier Rudd angekündigte internationale CCS-Institut soll die Forschung an der Großtechnologie beschleunigen und Demonstrationsprojekte im Großmaßstab entwickeln. Ziel ist es, die „saubere“ Kohle bis 2020 zur Marktreife zu bringen. Über Ausgestaltung und weitere Aufgaben des Instituts berät die Regierung derzeit nach eigenen Angaben mit Vertretern der Industrie sowie mit ausländischen Regierungen und internationalen Institutionen.
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Die Stiftung des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton hat bereits angekündigt, den Aufbau des Instituts zu unterstützen. Eine gemeinsame Absichtserklärung wurde Ende September unterzeichnet. Die Clinton-Stiftung will der australischen Regierung daneben bei der Entwicklung von Energieeffizienzprogrammen beratend zur Seite stehen und dabei helfen, die Rahmenbedingungen für die Errichtung großer Solarkraftwerke zu verbessern.
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