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:: Der Geld-Hunger der Reichen und der Hunger der Armen
Die Meldung der Woche und die Zahl der Woche: Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen an Hunger – mehr als je zuvor. Diese Meldung ist die größte Schande für die Menschheit, denn der zunehmende Hunger ist nicht auf schlechte Ernten zurückzuführen, sondern hauptsächlich auf schlechtes Wirtschaften in den reichen Ländern. Hohe Lebensmittelpreise, gesunkenes Einkommen und steigende Arbeitslosigkeit erschweren den Armen den Zugang zu Lebensmitteln.
Die Entwicklungsländer haben seit 2007 über 750 Milliarden Dollar weniger eingenommen. Die Bankkredite an die armen Länder gingen drastisch zurück. Die Industriestaaten geben weit weniger Geld für Entwicklung als zugesagt. Das durchschnittliche Tageseinkommen eines Afrikanders beträgt etwa einen halben Euro – in Burundi und im Kongo 25 Cent.
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Auf der anderen Seite: Die Banker an der Wallstreet verdienten 2009 erstmals über 140 Milliarden Dollar. Der Geld-Hunger der Reichsten und der Hunger der Armen haben viel miteinander zu tun. Die Manager und Angestellten der 23 größten Finanzinstitute, also die Verursacher der Krise, sind zugleich die Gewinner derselben. Sie erhalten höhere Boni als je zuvor und diese Gewinne werden zum großen Teil über Steuern finanziert – dafür wird die Entwicklungshilfe gekürzt. Die Banker werden für schlechtes Wirtschaften noch belohnt. Bislang hat die Welt nichts, aber auch gar nichts aus der Krise gelernt.
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Deshalb ist nur eines sicher: Die nächste Krise kommt bestimmt. Denn es kann nicht gut gehen, dass die Armen die Reichen sanieren.
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Der Hunger erreicht Rekordniveau, weil in der Wirtschaftskrise die Einnahmen der armen Länder gesunken sind und noch weiter sinken.
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Diese Entwicklung birgt in einer sich globalisierenden Welt sozialen Sprengstoff, der durch die Klimakrise noch verschärft wird. Die UNO geht davon aus, dass wegen des Klimawandels und wegen des Hungers bis 2020 etwa 200 Millionen Menschen als Flüchtlinge über unseren Planeten irren werden. Das ist die logische Konsequenz einer reichen Welt, in der jeder Sechste an Hunger leidet.
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Der Hunger ist die eigentliche Wirtschaftskrise und kein gutes Vorzeichen für eine friedlichere Welt. Der Hunger der Armen wird verursacht durch die Gier der Reichen. Die aktuelle Hungerkrise ist historisch ohne Beispiel.
© Franz Alt 2009
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