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:: Der Kampf um Tibet wird härter
Die Welt hoffte, dass China in den Verhandlungen mit den Vertretern des Dalai Lama im Olympiajahr etwas konzilianter als früher sei. Doch die Welt wurde getäuscht. Weder vor noch nach den Olympischen Spielen war Peking auch nur zu einem kleinen Zugeständnis bereit.
Im Gegenteil: Chinas Politiker und Medien beschimpfen nach wie vor den Dalai Lama als Unruhestifter, Lügner und Spalter des Vaterlandes. Noch weit schlimmer ist freilich die Lage der Tibeter in ihrer Heimat. Sie werden unterdrückt, eingeschüchtert und eingesperrt und sie sind in ihrer Hauptstadt Lhasa seit langem eine Minderheit, verachtet von ihren chinesischen Besatzern.
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Die moderate Forderung des Dalai Lama, Tibet mehr kulturelle und religiöse Freiheit zuzugestehen, weist Chinas Regierung bis heute brüsk zurück. Seit 20 Jahren schlägt der Dalai Lama vor, dass Tibet im chinesischen Staatsverband bleiben könne, wenn es nur etwas mehr kulturelle Autonomie erhielte. Doch jetzt hat selbst der friedfertige und geduldige Dalai Lama resigniert. Er glaube nicht mehr, so der Papst des Ostens, dass Peking an einer wirklichen Lösung des Tibet-Konflikts interessiert sei. Seine jahrzehntelangen Bemühungen um einen friedlichen Ausgleich seien gescheitert. Pekings Sturheit könnte sich bald als großer politischer Fehler für das Riesenreich erweisen.
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In dieser Woche nämlich trafen sich auf Einladung des Dalai Lama 600 Vertreter Tibets aus der ganzen Welt, um im Exil zu beraten wie es jetzt weitergehen könne. Dabei wurde deutlich, dass die gebildeten und welterfahrenen jungen tibetischen Intellektuellen immer mehr Einfluss gewinnen. Sowohl der „Tibetische Jugendkongress“ wie auch die „Studenten für ein freies Tibet“ sind weit weniger konziliant als der Dalai Lama bisher. Nachdem es ihnen gelungen war, den olympischen Fackellauf zu einem diplomatischen Desaster für Peking umzufunktionieren, wollen sie jetzt viel mehr als der Dalai Lama. Ihre Geduld mit den chinesischen Besatzern ist nach 50 Jahren gewaltfreier Politik des Dalai Lama zu Ende. Sie fordern „Unabhängigkeit“, „Free Tibet“ und freie Wahlen – notfalls mit Gewalt.
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Es kann sehr wohl sein, dass Peking bald bereut, den Dalai Lama und seinen Pazifismus nicht ernst genommen zu haben. Auch eine aufstrebende politische Großmacht kann ihre Minderheiten nicht auf Dauer vergewaltigen. Die Tibeter werden sich eine Erkenntnis nie austreiben lassen: „Wir sind das Volk“. Der Kampf um Tibets Freiheit wird härter. China hat die vielleicht letzte Chance für eine gewaltfreie Lösung durch Dummheit und Kurzsichtigkeit verspielt.
© Franz Alt 2008
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