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Artikel 245 von 369
:: Eine Partnergemeinde gesucht: BHUTI in Kaschmir
 In BHUTTI ist etwas geschehen, auf was ich 27 Jahre humanitärer Arbeit immer gewartet habe. Der Funke der Solidarität, die diese Arbeit trägt, sprang über, die Deutschen und die Kaschmiris waren plötzlich so einig, dass sie zu einer spontanen Tat schritten. Gastkommentar von Rupert Neudeck.
Ich hatte zu einer Dorfversammlung gebeten. Zumeist kommen dann die 5-6 Honoratioren. Dieses Mal kamen alle, die kommen wollten, und das waren etwa 30. Wir hatten uns die Tage vorher geärgert, weil für die Bauarbeiten an unserer GRÜNHELME-Schule für Bhutti zu wenige freiwillige Mitarbeiter kamen. Es kamen jetzt am 19.06. so viele, dass sie gar nicht alle auf den Teppich und die Schlafstelle in der GRÜNHELME-Hütte in Bhutti passten. Alte und ganz neue Gesichter, auch erfreulicherweise junge Gesichter.
Ich beschrieb auf englisch (die Hälfte der Leute versteht das) unsere Arbeiten: Dass wir erst mit der Schule fertig werden müssen. Dass wir kein Budget haben, sondern die Bürger der Bundesrepublik immer um Unterstützung bitten müssen, und dass es leichter ist, um solche Spenden zu bitten, wenn die Bewohner gut mitmachen. Ich kündigte den Besuch des deutschen Botschafters Dr. Günter Mulack am 15. September an, der nach Bhutti, in die 2250 m hohe Ortschaft kommen wird, um die drei Klassen-Schule zu eröffnen.
Es beginnt eine Debatte, warum wir den Menschen nicht die Häuser aufgebaut oder das Material dafür gegeben hätten? Da kann ich nur antworten: Die Kaschmir-Regierung und die UN-Koordinationselefanten haben das damals nicht gewollt. Sie wollten, dass die Menschen aus den Bergdörfern heraus in die Täler kommen, um dort in den von der Hilfsgemeinschaft der UN aufgebauten Zeltdörfern zu wohnen. Wir haben deshalb damals begonnen, das Material für die provisorischen Hütten und Shelter an die 377 Familien in Bhutti zu verteilen. Alle haben jetzt Dank der Hilfe der GRÜNHELME wieder ein Dach über dem Kopf.
Übrigens: In diesen Zeltstädten, die es noch gibt oder auch in den Dörfern am Rande der großen Straßen leben die Trittbrettfahrer dieser Hilfe, die oft aus Karachi hierhergekommen sind, weil sie hier Vollpension und Vollversorgung haben.
Dann meldet sich jemand, der in der Gemeinde einen großen Ruf hat und der es auch zu einem Job in Islamabad geschafft hat: Er fragt, ob wir konkret etwas auf Grund unserer Finanzen für die Wasserversorgung tun können?
Ich antworte: Wir werden erst die Schule bis Ende August fertig bauen. Wenn wir beim Schulbau ausreichend Hilfe und Mitarbeit aus der Dorfbevölkerung haben, würden wir bei unseren deutschen Mitbürgern noch einmal um Geld betteln für eine große diesel- oder handgetriebenen Pumpe, eine 500 m Wasserrohrleitung bis oben in das Dorf, einen großen Wassertank mitten im Dorf, auf der mittleren Anhöhe, damit die Frauen von Bhutti nicht jeden Tag mindestens zweimal das Wasser in den großen Plastikkanistern auf ihren Köpfen balancieren müssen.
Darauf meldet sich der Mann noch einmal. Er übersetzt, was ihm gerade der neben ihm sitzende alte Mann gesagt hat: „Ich bin bis in mein tiefstes Herz unendlich dankbar, was die Deutschen hier schon getan haben und ich werde das bis an mein Lebensende nicht vergessen!“ Wir sind zu Tränen gerührt. Ich erkläre: Ich werde das an meine Mitbürgerinnen und Mitbürger weitergeben.
Dann nimmt der Mann noch einmal das Wort, sagt, es sei jetzt genug geredet, man solle jetzt etwas tun. Alle sollten jetzt heruntergehen und mit anpacken und die Wellbleche (je 2.80 mal 1.10 m), die grünen, mit denen das Dach der Schule in den nächsten Tagen gedeckt werden soll, die 50 Meter in den Berghang hoch tragen. Das sollten alle jetzt sofort machen und nicht aufhören, bis alle oben auf dem Bauplatz sind.
Gesagt – getan! Alle stehen wie ein Mann auf, gehen hinunter an die Stelle, wo die beiden Bergrücken aneinander stoßen und die Wellbleche liegen. Sie nehmen alle einen dieser Wellbleche und ziehen mit dem Blech auf dem Kopf los und steigen in die kleine Serpentine hoch. Wir deutsche ‚Langnasen’ schaffen es nicht, mit dem schweren Blech den Berg zu ersteigen. Ich sehe herunterkommend von unserer Hütte plötzlich ein wunderbares Bild, zehn, elf zwölf solcher großen Wellbleche sind in dem Berg zu sehen, die hintereinander hoch zu der Schule getragen werden, die am 19. Juni hätte Richtfest feiern können. Hätte, denn hier in Kaschmir, so haben wir uns sagen lassen, feiert man kein Richtfest.
So gebe ich heute diese Bitte um Spenden für die Wasserversorgung (wir brauchen dafür 15.000 Euro) an eine Gemeinde oder eine tatkräftige Schule weiter, die in der Lage ist, die Partnerschaft mit einer solchen tatkräftigen Gemeinde wie der des Bergdorfes BHUTTI aufzunehmen.
Ich beschrieb auf englisch (die Hälfte der Leute versteht das) unsere Arbeiten: Dass wir erst mit der Schule fertig werden müssen. Dass wir kein Budget haben, sondern die Bürger der Bundesrepublik immer um Unterstützung bitten müssen, und dass es leichter ist, um solche Spenden zu bitten, wenn die Bewohner gut mitmachen. Ich kündigte den Besuch des deutschen Botschafters Dr. Günter Mulack am 15. September an, der nach Bhutti, in die 2250 m hohe Ortschaft kommen wird, um die drei Klassen-Schule zu eröffnen.
Es beginnt eine Debatte, warum wir den Menschen nicht die Häuser aufgebaut oder das Material dafür gegeben hätten? Da kann ich nur antworten: Die Kaschmir-Regierung und die UN-Koordinationselefanten haben das damals nicht gewollt. Sie wollten, dass die Menschen aus den Bergdörfern heraus in die Täler kommen, um dort in den von der Hilfsgemeinschaft der UN aufgebauten Zeltdörfern zu wohnen. Wir haben deshalb damals begonnen, das Material für die provisorischen Hütten und Shelter an die 377 Familien in Bhutti zu verteilen. Alle haben jetzt Dank der Hilfe der GRÜNHELME wieder ein Dach über dem Kopf.
Übrigens: In diesen Zeltstädten, die es noch gibt oder auch in den Dörfern am Rande der großen Straßen leben die Trittbrettfahrer dieser Hilfe, die oft aus Karachi hierhergekommen sind, weil sie hier Vollpension und Vollversorgung haben.
Dann meldet sich jemand, der in der Gemeinde einen großen Ruf hat und der es auch zu einem Job in Islamabad geschafft hat: Er fragt, ob wir konkret etwas auf Grund unserer Finanzen für die Wasserversorgung tun können?
Ich antworte: Wir werden erst die Schule bis Ende August fertig bauen. Wenn wir beim Schulbau ausreichend Hilfe und Mitarbeit aus der Dorfbevölkerung haben, würden wir bei unseren deutschen Mitbürgern noch einmal um Geld betteln für eine große diesel- oder handgetriebenen Pumpe, eine 500 m Wasserrohrleitung bis oben in das Dorf, einen großen Wassertank mitten im Dorf, auf der mittleren Anhöhe, damit die Frauen von Bhutti nicht jeden Tag mindestens zweimal das Wasser in den großen Plastikkanistern auf ihren Köpfen balancieren müssen.
Darauf meldet sich der Mann noch einmal. Er übersetzt, was ihm gerade der neben ihm sitzende alte Mann gesagt hat: „Ich bin bis in mein tiefstes Herz unendlich dankbar, was die Deutschen hier schon getan haben und ich werde das bis an mein Lebensende nicht vergessen!“ Wir sind zu Tränen gerührt. Ich erkläre: Ich werde das an meine Mitbürgerinnen und Mitbürger weitergeben.
Dann nimmt der Mann noch einmal das Wort, sagt, es sei jetzt genug geredet, man solle jetzt etwas tun. Alle sollten jetzt heruntergehen und mit anpacken und die Wellbleche (je 2.80 mal 1.10 m), die grünen, mit denen das Dach der Schule in den nächsten Tagen gedeckt werden soll, die 50 Meter in den Berghang hoch tragen. Das sollten alle jetzt sofort machen und nicht aufhören, bis alle oben auf dem Bauplatz sind.
Gesagt – getan! Alle stehen wie ein Mann auf, gehen hinunter an die Stelle, wo die beiden Bergrücken aneinander stoßen und die Wellbleche liegen. Sie nehmen alle einen dieser Wellbleche und ziehen mit dem Blech auf dem Kopf los und steigen in die kleine Serpentine hoch. Wir deutsche ‚Langnasen’ schaffen es nicht, mit dem schweren Blech den Berg zu ersteigen. Ich sehe herunterkommend von unserer Hütte plötzlich ein wunderbares Bild, zehn, elf zwölf solcher großen Wellbleche sind in dem Berg zu sehen, die hintereinander hoch zu der Schule getragen werden, die am 19. Juni hätte Richtfest feiern können. Hätte, denn hier in Kaschmir, so haben wir uns sagen lassen, feiert man kein Richtfest.
So gebe ich heute diese Bitte um Spenden für die Wasserversorgung (wir brauchen dafür 15.000 Euro) an eine Gemeinde oder eine tatkräftige Schule weiter, die in der Lage ist, die Partnerschaft mit einer solchen tatkräftigen Gemeinde wie der des Bergdorfes BHUTTI aufzunehmen.
Quelle:
Rupert Neudeck 2006
Grünhelme
Rupert Neudeck 2006
Grünhelme
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