Eine Welt
Das wichtigste für die Kinder ist ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Die Autorin des Berichtes im Slum in Nairobi.
"Es wird wohl sehr lange dauern bis junge Menschen in Afrika die Chance haben sich ihre Zukunftspläne zu verwirklichen." Fotos: carenalt@sonnenseite.com
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:: Eine UN-Mitarbeiterin im Slum in Nairobi
Aufräum-Aktion in Mathare (Slum in Kenia). Gastkommentar von Caren Alt.
Ich wollte wissen, wie es im Slum wirklich ist. Deshalb habe ich dabei geholfen, womit viele junge Leute in den Slums ihr Geld verdienen: Müll wegräumen!
Die Jugendgruppen haben sich gut organisiert und sind die einzigen, die in den Slums den Müll aufräumen. Natürlich können sie lange nicht alle Müllberge beseitigen und außerdem wird auch sehr viel verbrannt, aber sie nutzen die Einkommensmöglichkeit und sind ein Segen für die Umwelt und die anderen Slumbewohner.
Ungefähr 65 % der Bevölkerung Nairobis leben in Slums. Dort haben die Menschen zwar anscheinend genug zu Essen - im Gegensatz zum Norden des Landes, wo seit Monaten eine unglaubliche Hungersnot herrscht- jedoch leben die Menschen von einem Tag auf den anderen. Sie haben Träume, die sie nicht verwirklichen können, da es keine Möglichkeiten gibt und sie mit alltäglichen Sachen so sehr beschäftigt sind, dass sie es meist nicht schaffen aus den Slums rauszukommen.
Jedoch gibt es hier die engagiertesten Jugendlichen die man sich vorstellen kann: Fast alle arbeiten in Jugendgruppen und engagieren sich in der HIV/AIDS-Aufklärung, befassen sich mit Umweltproblemen, Geschlechtergleichheit und Zukunftsvisionen. Sie helfen sich gegenseitig und fühlen sich für die Kinder verantwortlich. Durch Straßentheater, Rap und Reggeamusik machen sie auf sich aufmerksam und bringen ihre Themen an die Öffentlichkeit. Ein Musterbeispiel für die UN und alle, die sich in den Weiten der großen Entwicklungstheorien bewegen.
Ich könnte aus Ärger über die Ungerechtigkeit oft ausrasten. Warum haben solche Menschen keine Chance auf die Zukunft, die sich wünschen und bereit sind aufzubauen? Es wird wohl sehr lange dauern bis junge Menschen in Afrika die Chance haben sich ihre Zukunftspläne zu verwirklichen. Wenn es jedoch geduldige Menschen gibt dann hier. Sie sagen selbst, dass sie sich allein entwickeln müssen und sind zwar über Hilfe dankbar, jedoch herrscht hier das Bewusstsein dass man selbst mit vollem Stolz sein Land entwickeln möchte. Mit eigener Tradition, Werten und Arbeit.
Ich habe selten so krasse Unterschiede wie hier gesehen. Der Lebensstil der UN-Leute, der Botschafter und Regierungsmitarbeiter und dann die Riesenbevölkerung der Slums, in denen wir mit so einer Herzlichkeit aufgenommen werden, dass wir froh sind, nicht immer auf die Warnungen der UN zu hören und uns auch von unseren Freunden in ihr zu Hause in die Slums von Nairobi einladen lassen um zu sehen wie die Menschen hier wirklich leben und mit welchen Problemen sie umgehen. Aber auch um mit ihnen zu lachen, zu tanzen und über Zukunftspläne zu philosophieren. Sie unterscheiden sich nicht so sehr von unseren Vorstellungen, jedoch sind die Möglichkeiten zur Umsetzung sehr gering und es ist wohl die Ausnahme wenn einige unserer Freunde es geschafft haben, ein College oder die Uni zu besuchen und sich einen Job in der Stadt suchen.
Quelle:
Caren Alt 2006
Blog von Caren Alt
Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrung
in Kenia und bei der UNO
Caren Alt 2006
Blog von Caren Alt
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in Kenia und bei der UNO
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