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:: Frauen fordern eine kreative und integrierte Klimapolitik

Die 12. UN-Klimakonferenz in Kenia hat den Blick auf das Afrika südlich der Sahara gerichtet - auf eine Region, die vom Klimawandel besonders stark betroffen sein wird.
Vor allem die Frauen werden dort eine große Rolle spielen - als wichtige Gruppe, die zum einen besonders stark unter den Folgen der globalen Umweltveränderungen leidet, zum anderen ein großes Potenzial aufweist, notwendige Maßnahmen mit zu entwickeln und zu tragen.

Wie bereits in den Jahren zuvor hat sich "genanet", die Leitstelle für Gender, Umwelt und Nachhaltigkeit, bei der diesjährigen Klimakonferenz dafür eingesetzt, dass neben den eher technokratisch ausgerichteten Verhandlungen auch die sozialen Aspekte des Klimaschutzes wahrgenommen werden und dabei vor allem die Interessen der Frauen.
 
Die globalen Umweltveränderungen sind für die Frauen in Afrika besonders spürbar. Dürren und Überschwemmungen erhöhen den Zeitaufwand, um Nahrungsmittel und Energie zu beschaffen - eine Aufgabe, die Frauen in der Regel zufällt. Die Folge: Sie müssen auf der Suche nach Brennholz immer weitere Wege zurücklegen. Dies macht es für sie fast unmöglich, anderweitig Einkommen zu erwirtschaften.

Weiterhin leiden sie besonders unter den gesundheitlichen Folgen der Luftverschmutzung, die durch das Verbrennen von Holz in Innenräumen entsteht. Schätzungen gehen von 1,8 bis 2,5 Millionen Toten pro Jahr durch Innenraumluftverschmutzung aus, vor allem Frauen und Kinder sind betroffen.
 
Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel verspricht in seiner Rede bei der UN-Klimakonferenz gemeinsame Initiativen um den Anteil erneuerbarer Energie in ländlichen Regionen zu erhöhen und damit den Weg für eine nachhaltige Energiezukunft zu ebnen. Durch Technologietransfer nach Afrika und in andere Regionen der Welt soll der Zugang zu Energie für diejenigen, die nicht an das Energienetz angeschlossen sind, verbessert werden.
 
"genanet" fordert, dass dabei vor allem die Situation der Frauen berücksichtigt wird. Frauen müssen mitentscheiden, in welche Technologien investiert wird, ob zum Kochen oder für andere Zwecke. Die Frauen auf der Klimakonferenz verlangen kreative und integrierte Lösungen - Maßnahmen also, die Armutsbekämpfung, Verbesserung der gesundheitlichen und sozialen Situation von Frauen sowie Klimaschutz verbinden.
 
Der scheidende Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan vermerkte in seiner Rede auf der Klimakonferenz, dass "die Frage nicht ist, ob der Klimawandel stattfindet, sondern ob es uns angesichts der Notsituation gelingt, uns selbst schnell genug zu ändern". Frauen sind bereit, sich und ihren Lebensstil zu ändern, sie fordern eine durchgreifendere Klimaschutzpolitik - man(n) muss sie nur zum Zuge kommen lassen.
 
genanet, die Leitstelle für Gender, Umwelt und Nachhaltigkeit informieren, koordinieren, Stellung beziehen - diese Arbeit leistet "genanet", das Ziel ist umfassender: neue Konzepte und Ideen zu entwickeln, wie Genderaspekte in den Bereich "Umwelt und Nachhaltigkeit" erfolgreicher integriert werden können.
 
"genanet" setzt sich dafür ein, dass Geschlechtergerechtigkeit bei allen umweltpolitischen Planungen und Entwicklungen berücksichtigt wird. Im internationalen Klimaprozess koordiniert "genanet" die Beteiligung von Frauen und engagiert sich für die Beachtung ihrer Interessen. Die Leitstelle wird finanziell gefördert vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt.
Quelle:
genanet 2006
Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit / LIFE e.V.
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