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Rosi Gollmann mit Franz Alt © carenalt@sonnenseite.com

Die Ureinwohner des indischen Subkontinents (Adivasi) zählen zu den besonders stark benachteiligten Bevölkerungsgruppen. © andheri-hilfe.de

Hasna, Rosi Gollmann, Salaudin © bigialt@web.de

Hasna sieht sich zum ersten Mal im Spiegel nach der Augenoperation! © bigialt@web.de

Tsunami – der Katastrophe eine Zukunft abtrotzen © andheri-hilfe.de

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:: Gemeinsam für mehr Menschlichkeit

Der Weg der tausend Meile beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt. Und der war getan, als  vor genau 50 Jahren 400 Weihnachtspäckchen den Weg von Köln nach Andheri, einem Vorort von Mumbay, antraten. Absender waren 400 Schüler und Schülerinnen einer Kölner Berufs- und Berufsfachschule, Empfänger ebenso viele indische Waisenkinder. Anstoß dazu gab ein eindrucksvoller Bericht im Magazin STERN über die Not dieser Kinder im St. Catherine’s Home, von einer „sozial infizierten“ Schülerin ihrer Religionslehrerin Rosi Gollmann übergeben. Ein Bericht von Rosi Gollmann

Auf unser Angebot „etwas zu helfen“ reagierte die deutsche Leiterin des Heimes, Schwester Anna Huberta, euphorisch (oder prophetisch?): „Jetzt sind wir nicht mehr allein. Jedes unserer Kinder wird zu essen und einen Platz zum schlafen haben!“ (Brief vom 28. Sept. 1960).

 

Ein halbes Jahrhundert ist seitdem vergangen, gefüllte fünfzig Jahre!

Sie lassen sich rückblickend nur an Hand einiger Beispiele nacherleben:

 

. Von der Isolierung im Heim zurück in die Geborgenheit der Familie

Aus dieser Privatinitiative ging 1967 die ANDHERI-HILFE Bonn e.V. hervor. Satzungsgemäß verpflichtete sie sich diesen Kindern in Not; bald auch der aus dem Heim hervorgegangenen sozial orientierten Gemeinschaft der „Marys“ und ihren Projekten in Slums und Dörfern. In den Folgejahren baten Waisenhäuser aus verschiedenen Teilen des Landes um unsere Hilfe. Andheri-Hilfe setzte sich für dringendst notwendige Veränderungen zu Gunsten der Kinder ein, die meist aus sozialer Not im Heim leben mussten. Aber unsere wichtigste angestrebte Veränderung war die Förderung der Eltern, um dadurch die Rückführung der Kinder in die eigene Familie zu ermöglichen: „Happy children in happy families“ wurde

vieltausendfach verwirklicht.

 

. Licht in das Leben blinder Menschen in Bangladesch

1973 erster Besuch in Bangladesch, dem früheren Ostpakistan. Ich sah die ungezählten bettelnden Blinden in diesem nach blutigem Freiheitskampf am Boden liegenden jungen Staat. Mein Plan, den Blinden dort zu helfen, ließ unseren Vorstand  kritisch fragen: „Was wollen Sie mit Ihrer kleinen Spendergruppe bei einem so großen Heer von Blinden tun?“ Meine spontane Antwort: „Mit dem Ersten anfangen!“. Und niemand ahnte damals, dass der „ersten“ Licht bringenden Augenoperation bis heute ca. 1.250.000 folgen würden. Mit der wachsenden Quantität ging auch die Verbesserung der Qualität einher: Unser Respekt vor jedem Menschen lässt keinen Platz für eine Zwei-Klassen-Medizin: Darum folgte dem zuerst angewandten einfachen Starstich (Entfernung der getrübten Linse und Ersatz durch eine Einheitsbrille) bald die moderne Methode der Implantation einer künstlichen Linse. Dazu gezielte Maßnahmen zur Vermeidung von Neuerblindungen.

 

. Leid und Chancen indischer Steinbruchkinder

Dezember 1998. Ich bin mit Franz Alt und seinem Team zu Dreharbeiten unterwegs. In einem Steinbruch nahe von Madras (heute Chennai) erschüttert uns die schwere Arbeit, die schon Kindern in frühem Alter abverlangt wird – um zu leben, zu überleben. Die siebenjährige Kanchena verrät uns lediglich ihren Namen, dann wird ihre Stimme durch Weinen erstickt. Schon seit ihrem 5. Lebensjahr zerkleinert sie große Steine mit einem schweren Schlaghammer und trägt sie auf dem Kopf in eisernen Schalen zu einer Sammelstelle….

 

Vier Jahre später. Unser Projektpartner schickt ein Foto von Kanchena als Schülerin. Sie lässt mich wissen: „Früher habe ich meinen Kopf gebraucht, um schwere Steine zu schleppen; heute brauche ich ihn, um zu lernen. Ich will einmal Lehrerin werden und helfen, damit Kinder lernen dürfen anstatt zu arbeiten.“ Kanchena’s Wunsch ist inzwischen Wirklichkeit geworden!

 

. Tsunami – der Katastrophe eine Zukunft abtrotzen

Zweiter  Weihnachtstag 2004. Ich besuche mit Franz Alt und einem TV-Team nordindische Leprösensiedlungen. Da erreicht uns die Nachricht von der verheerenden Katastrophe. Unverzüglich machen wir uns auf den Weg zu den so hart Betroffenen im Gebiet von Tiruchirappalli (Tamil Nadu). Die Killerwelle hat ganze Dörfer dem Erdboden gleich gemacht, tausende Menschen in den Tod gerissen. Leichengeruch erfüllt die Luft. Kinder suchen weinend nach ihren Eltern. Eltern schreien um ihre verschwundenen Kinder. Verzweifelte Menschen werfen sich mir in die Arme. Mit meinem Schal trockne ich ihre Tränen. Wir sitzen gemeinsam auf der sandigen Erde, da wo einst ihre Hütten standen, wo sie arm aber zufrieden lebten. Ich höre ihnen zu, verspreche ihnen unsere Hilfe und ermutige sie zum Mitmachen beim Neuanfang.

 

Zwei Jahre später begegne ich den gleichen Menschen … jetzt in ihrem neu errichteten Dorf. Sie haben selbst Hand angelegt beim Wiederaufbau, haben sich bei der Bestellung der unbestellbar gewordenen Felder besonderer Methoden der Entsalzung bedient. Frauen sorgen für die weitere Entwicklung ihrer Dorfgemeinschaft. Alle Kinder gehen jetzt zur Schule.

 

. Ureinwohner kämpfen um ihre Heimat

2006: Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh ist ein Staudamm riesigen Ausmaßes geplant. Er würde zwar Lösungen für schwerwiegende Wasserprobleme dieses Gebietes bedeuten, gleichzeitig aber Verlust der Heimat und das Ende der gerade erreichten Entwicklungsfortschritte für 200.000 Adivasi (Ureinwohner) in 277 Dörfern. Entschädigungen s.d. Regierung werden zwar versprochen, aber eingehalten? Die in ihrer Existenz bedrohten Menschen schließen sich zusammen. Sie kämpfen um ihre Heimat mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Ich bewundere 2007 bei einer ihrer Protestveranstaltungen den Mut und die Kraft ihres gemeinsamen Aufstandes. Was soll ich da noch sagen, als sie um mein Wort bitten? Ich nehme eine Handvoll Erde und versichere ihnen: „Diese Erde nehme ich mit in meine Heimat. Mich immer wieder an Eure harte Situation erinnernd, werde ich hoffen und beten, dass Euch Eure Heimat erhalten bleibt.“ Der Projektleiter braucht einige Zeit, um seiner Rührung Herr zu werden, bevor er diese Worte den Adivasi (Stammesbewohnern) übersetzen kann. Derweil wächst auf meiner Fensterbank eine Agave munter in indischer Erde (übrigens bedeutend höher und schöner als eine zweite gleiche Pflanze in alt gewohnter deutscher Erde!)

 

„Wir dürfen leben!“

2007: Besuch in einem Dorf nahe Madurai (Südindien). Zwei kleine Mädchen tanzen vor den deutschen Gästen und der versammelten Dorfbevölkerung. Dann überreichen Sie mir ein paar bunte Feldblumen und sagen „Danke! Wir dürfen leben!“ Sie sollten - so haben sie erfahren, unmittelbar nach der Geburt getötet werden – wie so viele von ihnen. Die Familien befürchteten den sozialen Ruin, wenn später für mehrere Mädchen die geforderte Mitgift aufzubringen wäre.

 

Inzwischen sind weit mehr als hundert Dörfer „mädchentötungsfrei“. Intensive Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit in Frauen-, Jugend- und auch Männergruppen und gezielte Maßnahmen zur Einkommenssteigerung haben nachweislich tausende neugeborene Mädchen vor der Tötung bewahrt. Mädchen und Frauen erfahren Selbstrespekt und Anerkennung der Gesellschaft.

 

. Die erste „Millionärin“ unter den Blinden in Bangladesch

2. Januar 2003: Eines der beeindruckendsten Erlebnisse im vergangenen halben Jahrhundert: In der Hafenstadt Chittagong (Bangladesch) wird die ein millionste Augenoperation durchgeführt, per Video vom OP für hunderte von Gästen, darunter vielen Prominenten des Landes sichtbar gemacht. Patientin ist die 14jährige Hasna. Ein armes Mädchen, die im Alter von 8 Jahren ihre Mutter verlor. Der Vater setzte sich ab. Hasna lebte bei der Familie ihres Bruders in einem Slum. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich als Hilfe im Haushalt  - bis ihr Augenlicht nachließ und sie schließlich ganz erblindete.

 

Am Tag nach der Operation. Es ist still rings ums Hospital. Die Gäste sind heimgekehrt. Ich stehe dabei, als der Arzt die Binde von Hasna’s Augen entfernt. Der Arzt lässt sie die Finger seiner Hand zählen. Ihr früher so ernstes Gesicht verändert sich zusehends: Sie realisiert, wieder sehen zu können. Dann läuft sie zu einem Spiegel und lacht und weint und wiederholt immer wieder „Das bin ich!“ Ohne fremde Hilfe läuft sie dann auf mich zu (sie erkennt mich nur an der Stimme): „Danke! Ich kann sehen!“

 

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