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:: Grünhelme in Mauretanien: Wir bauen nicht auf Sand, sondern auf Fels

Warum sind die "Grünhelme" in Mauretanien? Es gibt hier das Problem der Migration, der Emigration nach Europa. Ein Bericht von Thomas Just aus Nouadhibou.
In den Boden des Hafengeländes von Nouadhibou kann man kaum einen Spatenstich machen. Das Gelände, auf dem die GRÜNHELME diese kleine Sozialstation bauen, ist ein einziger Felsen. So mussten wir erst einmal die Verankerungen für die Fundamente in den Fels hauen.
 
Warum sind wir in Mauretanien? Es gibt hier das Problem der Migration, der Emigration nach Europa. In dem Hafenstädtchen Nouadhibou sitzen an die 30.000 Afrikaner, man sagt Flüchtlinge, besser nennt man sie Migranten, auf „gepackten Koffern“. Sie warten auf eine Chance, nach Europa oder – was das gleiche ist – auf die Kanarischen Inseln zu gelangen. Nicht zum Urlaub, sondern um von dort in andere Schengen-Länder der EU verteilt zu werden. Es sind nicht im banalen Sinne wirtschaftliche Gründe, die diese Menschen auf eine so lange, gefährliche und kostspielige Reise treiben. Es ist einfach die Flucht vor Armut und Zukunftslosigkeit. Es handelt sich um Menschen.
 
Das Aufnahmelager, in das die Migranten gepackt werden, die es nicht schaffen oder die auf dem Seeweg aufgebracht werden, steht am Stadtrand und gleicht einer Festung. Ich habe mehrmals versucht dort Zutritt zu erhalten, wurde aber immer abgewiesen. Eine spanische Mitarbeiterin berichtet über katastrophale Zustände in dem von Europa (EU) bezahlten Lager.
 
Vor fünf Wochen wurde ein Boot von der spanischen Polizei mit 240 Flüchtlingen, zumeist aus Kaschmir, aufgebracht. Die Spanier haben es einfach nach Nouadhibou gebracht, aus den geplanten vier Stunden Aufenthalt sind fünf Wochen geworden. In dieser Zeit wurden diese Menschen in einen Hangar gesperrt und mussten diese ganze Zeit ohne Sonnenlicht ausharren. Jetzt streiten sich Mauretanien und Spanien darüber, wer nun für diese 240 Menschen zuständig ist. Im Grunde geht es darum, wer wie viel Geld für die Abschiebung dieser Migranten zahlen wird.
 
Dagegen gibt es diese Sozialstation, die der nigerianische Priester Jerome vor vier Jahren hier aufgebaut hat. Er und einige indische Nonnen kümmern sich um die Immigranten, auch wenn es manchmal schwer ist, an sie heranzukommen. Denn sie sind juristisch meist Illegale, sind auf dem Sprung nach Europa, manche warten hier schon fünf Jahre.
 
Jerome kümmert sich um alle, die keine Heimat mehr haben, die ihre alte Heimat verlassen haben, und heißt sie in ihrer neuen Heimat willkommen. Er gibt ihnen die Möglichkeit einer Ausbildung. Er versucht sie zu überzeugen, die gefährliche Fahrt über die 600 Seemeilen bis Las Palmas nicht zu wagen, indem er ihnen einen Chance hier in Afrika gibt.
 
Er hat ein kleines Frauen-Zentrum, wo Näherinnen und Köchinnen ausgebildet werden. Er gibt Sprach- und Alphabetisierungskurse und bietet einen Informatiker-Kurs für diese Menschen an. Derzeit finden diese Kurse in total überfüllten Räumen statt. Im Februar 2007 haben Rupert Neudeck und ich den Father Jerome besucht. Er hat uns damals gebeten, ihm eine kleine neue Sozialstation auf den Felsen zu bauen.
 
Es ist erstaunlich, was unser Team, Boris Lehmann und Rainer Harks, in der kurzen Zeit zutage gebracht haben. Die beiden schuften den ganzen Tag. Morgens geht es auf die Baustelle, zusammen mit drei bis sechs einheimischen Arbeitern wird bei unerträglicher, allein durch Meeresbrise gemilderter Hitze bis zum späten Abend geschafft. Von ihrer großen Berufserfahrung können sie hier sehr viel profitieren.
So werden in diesen Tagen die Fundamente fertig. Wenn alles so gut weiter läuft, können wir die Multifunktionshalle von 13 mal 12 Metern in zwei Monaten übergeben.

Diese Halle ist so konzipiert, dass sie tagsüber für drei Klassen Unterrichtsräume anbietet. Am Abend kann sie für Versammlungen und Veranstaltungen zu einem Saal mit bis 170 Plätzen umfunktioniert werden.
 
Wir haben auch noch einen kleinen Anbau geplant, in dem noch die Ambulanz, ein Informatikraum und eine Bibliothek untergebracht werden soll. Aber dafür reicht unser bisheriges Projekt nicht aus. Mit den 25.000 Euro – die wir von der Stiftung Horst und Eva Engelhardt in Mannheim großartigerweise bekommen haben – können wir nur diese Halle bauen. Denn auch in diesem afrikanischen Land wird nichts selber hergestellt. Alle Baumaterialien, Werkzeuge und Maschinen kommen aus den Nachbarländern und werden von dort importiert.

Dieser Anbau würde noch mal 15.000 Euro kosten. Er ist aber sehr wichtig. Also hoffen wir GRÜNHELME wieder auf unseren guten Stern und auch auf einen Spender oder eine Spenderin  wie den Herrn Engelhardt.

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Spendenkonto
Grünhelme e.V.
Kto-Nr: 2000008
BLZ: 70070024
Deutsche Bank München

oder

Grünhelme e.V.
Kto-Nr: 1070000
BLZ: 43060967
GLS Gemeinschaftsbank eG
Quelle:
Thomas Just | z.Zt. in Nouadhibou
Grünhelme 2007

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