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Bundespräsident Horst Köhler © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)
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:: Horst Köhler: Die Globalisierung verläuft unfair
Der Bundespräsident bleibt sich treu. In seiner Antrittsrede hatte er gesagt: "Das Schicksal Afrikas ist der Lackmustest für Europas Humanität." Und seither war Horst Köhler dieser Linie bei seinen beiden Afrika-Reisen treu.
Jetzt in seiner "Berliner Rede" am 1. Oktober kritisierte Köhler erneut die brutale Benachteiligung der Entwicklungsländer im globalisierten Welthandel. Und eine der größten Skandale nannte er ohne diplomatische Ausrede deutlich beim Namen: "Europa fischt Afrikas Küsten leer und verweist kalt auf Verträge. Und dann reagiert Europa mit Erstaunen, Mitleid und einem Gefühl der Belästigung, wenn immer mehr Afrikaner sich in ihren Nussschalen auf den Weg übers Meer machen, um etwas Besseres zu finden als Armut und Elend."
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Köhler weiter: "Wir brauchen eine Entwicklungspolitik für den ganzen Planeten. Noch immer lebt ein großer Teil der Menschheit in tiefster Armut. Ganz Afrika mit seinen rund einer Milliarde Menschen steht nicht mehr Einkommen zur Verfügung als den etwa 20 Millionen Einwohnern von Bayern und Niedersachsen. Diese Armut und Schwäche hat vor allem zwei Ursachen: unzureichende Teilhabe an der Globalisierung - meist mangels Wirtschaftskraft und mangels guter Regierungsführung - und Benachteiligung durch Staaten und private Akteure, die ihre eigenen Interessen ohne jede Rücksicht verfolgen.
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Das ist die hässliche Seite der Globalisierung, die Rücksichtslosigkeit der Stärkeren, und leider ist daran auch Europa beteiligt."
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Der Bundespräsident zog vier Schlussfolgerungen der Globalisierung für Deutschland
"Erstens: Wir haben in der Vergangenheit wachsende Ungleichheit der Einkommen nur hingenommen, weil die Kurve für alle nach oben wies. Das muss so bleiben. Der Aufstieg der einen darf nicht der Abstieg der anderen sein!
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Zweitens: Die Arbeitnehmer sollten stärker an den Erträgen und am Kapital der Unternehmen beteiligt werden. Das verschafft ihnen eine zusätzliche Einkommensquelle.
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Drittens: Wer unverschuldet in Not gerät, soll sich auch künftig auf das soziale Netz verlassen können und eine wirksamere Starthilfe erhalten, um schnell wieder aus eigener Kraft voranzukommen.
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Und viertens: Es müssen endlich alle wirklich gleiche Zugangschancen zu Bildung, wirtschaftlichem Erfolg und sozialem Aufstieg haben. Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für gesellschaftliche Gerechtigkeit und soziale Mobilität."
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Köhler weiter: "Wir brauchen eine Entwicklungspolitik für den ganzen Planeten. Noch immer lebt ein großer Teil der Menschheit in tiefster Armut. Ganz Afrika mit seinen rund einer Milliarde Menschen steht nicht mehr Einkommen zur Verfügung als den etwa 20 Millionen Einwohnern von Bayern und Niedersachsen. Diese Armut und Schwäche hat vor allem zwei Ursachen: unzureichende Teilhabe an der Globalisierung - meist mangels Wirtschaftskraft und mangels guter Regierungsführung - und Benachteiligung durch Staaten und private Akteure, die ihre eigenen Interessen ohne jede Rücksicht verfolgen.
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Das ist die hässliche Seite der Globalisierung, die Rücksichtslosigkeit der Stärkeren, und leider ist daran auch Europa beteiligt."
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Der Bundespräsident zog vier Schlussfolgerungen der Globalisierung für Deutschland
"Erstens: Wir haben in der Vergangenheit wachsende Ungleichheit der Einkommen nur hingenommen, weil die Kurve für alle nach oben wies. Das muss so bleiben. Der Aufstieg der einen darf nicht der Abstieg der anderen sein!
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Zweitens: Die Arbeitnehmer sollten stärker an den Erträgen und am Kapital der Unternehmen beteiligt werden. Das verschafft ihnen eine zusätzliche Einkommensquelle.
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Und viertens: Es müssen endlich alle wirklich gleiche Zugangschancen zu Bildung, wirtschaftlichem Erfolg und sozialem Aufstieg haben. Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für gesellschaftliche Gerechtigkeit und soziale Mobilität."
Quelle:
Süddeutsche Zeitung 2007
Franz Alt 2007
Süddeutsche Zeitung 2007
Franz Alt 2007
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