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Jean Hatzfeld "Zeit der Macheten"
Gespräche mit den Tätern des Völkermordes in Ruanda
Jean Hatzfeld "Nur das nackte Leben"
Berichte aus den Sümpfen Ruandas
Filmtipp: Hotel Ruanda
Er gilt als "Schindler Afrikas", jener Hotelmanager Paul Ruseabagina, der im April des Jahres 1994 mehr als tausend seiner Landsleute das Leben rettete, als der Bürgerkrieg zwischen fanatischen Hutu-Milizen und der Minderheit der Tutsi ausbrach. Erst um seine Familie zu schützen, und dann, weil er die Massaker nicht mehr mit ansehen konnte, öffnete Ruseabagina, selbst Angehöriger der Hutu, den verfolgten Tutsi die Tore jenes Hotels in der Hauptstadt Kigali, in dem er als Manager arbeitete.
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Artikel 197 von 369
:: Keine Entschuldigung der Europäer für den Völkermord von 1994
Zum 13. Jahresgedächtnis der Wiederkehr des Völkermordes am 6. April 1994 in Ruanda. Ein Bericht von Rupert Neudeck.
Am 6. April 1994 wurde das Flugzeug des damaligen Ruanda Staatspräsidenten Juvenile Habyarimana beim Anflug um 20.24 Uhr auf den Flughafen Kanombe der Hauptstadt Kigali abgeschossen. Keiner der Insassen überlebte. Darunter war auch der Präsident des Nachbarlandes Burundi.
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Was dann eine halbe Stunde später begann, war ein Völkermord von bis dahin nicht bekannter grausiger Effektivität und Schnelligkeit. Über 800.000 bis eine Million Tutsis und versöhnungsbereiter Hutus wurden in zweieinhalb Monaten zumeist mit der Machete umgebracht, zerhackt, ermordet, ersäuft. „Une saison de Machettes“ nennt der in Madagaskar geborene Journalist Jean Hatzfeld sein eindrucksvolles Buch über den Völkermord. Das Buch spielt in langen Passagen in dem Distrikt, in dem die Grünhelme heute arbeiten.
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Thomas Just und Timon Weingarten sind dort jetzt für die GRÜNHELME in der Nähe der Völkermord-Gedenkstätte in der eindrucksvoll einfachen Kirche von Ntarama tätig. Wir bauen eine Berufsausbildungsstätte auf und wollen uns an der Solarisierung des Landes Ruanda beteiligen.
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Wir haben dem Land, seinen Menschen in Bugesera, aber auch dem Präsidenten des Landes, Paul Kagame, versprochen, unsere ganze Kraft einzusetzen, damit das Land den Anschluß an den globalisierten Weltmarkt bekommt. Der Aufbau einer Industrie mit den Elementen der Photovoltaik könnte entscheidend dazu beitragen.
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In dem Distrikt Bugesera wurden schon bei dem Pogrom gegen die Tutsis aus Anlaß der ersten Republik und der Unabhängigkeit 1959 ganz viele Tutsis hingekarrt. Der Hauptort von Bugesera heißt Nyamata, von unserem Bauplatz etwa 15 Minuten entfernt. Die Bevölkerung von Nyamata wurde am Vorabend des Genozids auf 119.000 Einwohner gezählt: In der kleinen Stadt selbst sowie auf 14 anschließenden Hügeln. Auf einer Fläche von nicht mehr als 398 Quadratkilometern. Unter den 14 Hügeln hatten die von Kibungo, Kanzenze und Ntarama genau 12.675 Einwohner auf einer Fläche von 133 qkm. Nach dem Völkermord fiel die Einwohnerzahl auf 50.500 und auf den genannten drei Hügeln, von denen der eine der Schicksalshügel ist, auf dem die GRÜNHELME jetzt den Neuaufbau einer Berufsschulinfrastruktur begründen, auf 5.000. Fünf unter jeweils sechs Tutsis sind hier in weniger als sechs Wochen ermordet worden.
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Ob es hilft sich daran zu erinnern für den Wiederaufbau? Ja, aber nur dann, wenn wir Europäer uns unserer Schande bewusst bleiben. Die Europäer haben hier nicht nur nicht eingegriffen, um den Völkermord zu verhindern oder seinen Beginn wenigstens harsch zu unterbrechen. Die Europäer waren die ersten, die ihre Truppen aus einer gemeinsamen UNO Streitmacht, der UNAMIR unter dem kanadischen General und Oberbefehlshaber Romeo Dallaire abgezogen haben.
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Bis heute – und es jährt sich am 6. April zum 13. Male der Tag, an dem der Ruanda Völkermord begann - hat sich kein Europäer dafür bei den Ruandern entschuldigt. Der US-Präsident Bill Clinton hat es getan. Es wird höchste Zeit, dass die EU-Präsidentschaft sich zu einer solchen klaren Aktion und einem so klaren Wort des Eingeständnisses unserer Schande und unserer Europa-Scham entschließt.
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Was dann eine halbe Stunde später begann, war ein Völkermord von bis dahin nicht bekannter grausiger Effektivität und Schnelligkeit. Über 800.000 bis eine Million Tutsis und versöhnungsbereiter Hutus wurden in zweieinhalb Monaten zumeist mit der Machete umgebracht, zerhackt, ermordet, ersäuft. „Une saison de Machettes“ nennt der in Madagaskar geborene Journalist Jean Hatzfeld sein eindrucksvolles Buch über den Völkermord. Das Buch spielt in langen Passagen in dem Distrikt, in dem die Grünhelme heute arbeiten.
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Thomas Just und Timon Weingarten sind dort jetzt für die GRÜNHELME in der Nähe der Völkermord-Gedenkstätte in der eindrucksvoll einfachen Kirche von Ntarama tätig. Wir bauen eine Berufsausbildungsstätte auf und wollen uns an der Solarisierung des Landes Ruanda beteiligen.
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Wir haben dem Land, seinen Menschen in Bugesera, aber auch dem Präsidenten des Landes, Paul Kagame, versprochen, unsere ganze Kraft einzusetzen, damit das Land den Anschluß an den globalisierten Weltmarkt bekommt. Der Aufbau einer Industrie mit den Elementen der Photovoltaik könnte entscheidend dazu beitragen.
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In dem Distrikt Bugesera wurden schon bei dem Pogrom gegen die Tutsis aus Anlaß der ersten Republik und der Unabhängigkeit 1959 ganz viele Tutsis hingekarrt. Der Hauptort von Bugesera heißt Nyamata, von unserem Bauplatz etwa 15 Minuten entfernt. Die Bevölkerung von Nyamata wurde am Vorabend des Genozids auf 119.000 Einwohner gezählt: In der kleinen Stadt selbst sowie auf 14 anschließenden Hügeln. Auf einer Fläche von nicht mehr als 398 Quadratkilometern. Unter den 14 Hügeln hatten die von Kibungo, Kanzenze und Ntarama genau 12.675 Einwohner auf einer Fläche von 133 qkm. Nach dem Völkermord fiel die Einwohnerzahl auf 50.500 und auf den genannten drei Hügeln, von denen der eine der Schicksalshügel ist, auf dem die GRÜNHELME jetzt den Neuaufbau einer Berufsschulinfrastruktur begründen, auf 5.000. Fünf unter jeweils sechs Tutsis sind hier in weniger als sechs Wochen ermordet worden.
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Ob es hilft sich daran zu erinnern für den Wiederaufbau? Ja, aber nur dann, wenn wir Europäer uns unserer Schande bewusst bleiben. Die Europäer haben hier nicht nur nicht eingegriffen, um den Völkermord zu verhindern oder seinen Beginn wenigstens harsch zu unterbrechen. Die Europäer waren die ersten, die ihre Truppen aus einer gemeinsamen UNO Streitmacht, der UNAMIR unter dem kanadischen General und Oberbefehlshaber Romeo Dallaire abgezogen haben.
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Bis heute – und es jährt sich am 6. April zum 13. Male der Tag, an dem der Ruanda Völkermord begann - hat sich kein Europäer dafür bei den Ruandern entschuldigt. Der US-Präsident Bill Clinton hat es getan. Es wird höchste Zeit, dass die EU-Präsidentschaft sich zu einer solchen klaren Aktion und einem so klaren Wort des Eingeständnisses unserer Schande und unserer Europa-Scham entschließt.
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Quelle:
Rupert Neudeck 2007
Grünhelme 2007
Rupert Neudeck 2007
Grünhelme 2007
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