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:: Krieg um Öl oder Frieden durch die Sonne?

In diesen Tagen wird wieder einmal deutlich, wie die zentrale politische Frage des 21. Jahrhunderts heißen wird: Krieg um Öl oder Frieden durch die Sonne?
Der russische Energiekonzern Lukoil hat seine Lieferungen nach Deutschland einfach um ein Drittel reduziert. Als Lukoil seinen Lieferverpflichtungen wieder nachkam, waren die Preise erhöht. So einfach ist das, wenn Deutschland im Würgegriff ausländischer Energielieferanten ist.
 
Schon Anfang 2007 haben die Deutschen die Dreistigkeit der russischen Energiewirtschaft erfahren als Putins Energie-Helfer drei Tage lang die Öl-Pipeline "Druschba" ("Freundschaft"!) stilllegten. Durch diese "Freundschafts"-Pipeline fließt immerhin ein Fünftel des hiesigen Ölverbrauchs. Die Wildwestmethoden des östlichen Nachbarn werden eher zu- als abnehmen, je länger wir uns in seiner Energie-Abhängigkeit befinden.
 
Die USA unter Bush, die ebenfalls von ausländischem Öl abhängig sind, und deshalb im Irak einen Krieg um Öl führen (müssen), erfahren seit 16 Jahren schmerzhaft, wozu die Ölabhängigkeit führen kann. Auch Vater Bush führte Anfang der Neunziger seinen Irak-Krieg bereits als einen Krieg um Öl - mit Hunderttausenden Toten als Folge. Die USA haben den Höhepunkt ihrer eigenen Ölproduktion schon im Jahr 1971 überschritten. Seither müssen sie sich in der ganzen Welt Öl mit Gewalt besorgen.
 
Wenn aber jetzt auch für Westeuropa vertraglich versprochene Öllieferungen ausbleiben, ist das ein weiterer Hinweis darauf, dass der Endkampf um die immer knapper werdenden Rohstoffe begonnen hat. Selbst die Internationale Energieagentur in Paris weist darauf hin, dass wir uns auf das Nach-Öl-Zeitalter einrichten müssen. Sogar die arabischen Ölstaaten beginnen gerade, die Dringlichkeit der erneuerbaren Energien zu entdecken.
 
Die Nachfrage nach Öl steigt durch das Wirtschaftswachstum in Indien, China, Brasilien, Mexiko und Südafrika, aber das Ende des Öls ist absehbar. Deshalb werden auch die Preise für Öl, Gas, Kohle und Atomenergie dramatisch weiter steigen.
 
Auch Russland wird immer weniger Energie exportieren können, weil es für die eigene Versorgung immer mehr Öl und Gas verbrauchen wird.
 
Putins Vertragstreue anzumahnen ist richtig, aber auch zugleich politisch naiv. Viel wichtiger ist, sich mehr und mehr unabhängig von außen zu machen und sich mit heimischer Energie zu versorgen, was möglich ist.
 
Noch immer wird uns von Regierenden und Energiekonzernen treuherzig und häufig wider besseres Wissen versichert, dass "genug Öl und Gas" vorhanden sei. Welch ein Leichtsinn! welch leichtfertige und verantwortungslose Politik!
 
Richtig ist: Es ist immer weniger Öl und Gas da. Allein die erneuerbaren Energien stehen uns für alle Zeit zur Verfügung, werden immer preiswerter, sind umweltfreundlich und ohne Kriege zu haben. Um die Sonne und den Wind werden keine Kriege geführt.
 
Dem Würgegriff ausländischer Energiekonzerne und willkürlicher Politik entkommen wir erst, wenn der 100-prozentige Umstieg auf erneuerbare Energien zum zentralen Ziel moderner Politik geworden sein wird.
 
Doch davon sind wir noch weit entfernt. Energieunabhängigkeit ist ein weit wichtigeres Ziel als Rentenerhöhung oder Arbeitslosigkeit. Hinzu kommt, dass auch das Klimaproblem letztlich nur mit einer 100-prozentigen solaren Energieversorgung zu lösen sein wird. 
Quelle:
Franz Alt 2007
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